22.09.2013 17:35 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Spiel gedreht: Beim HC Leipzig passt in Göppingen am Ende viel zusammen

Susann Müller erzielte 14/3 Tore für den HCLSusann Müller erzielte 14/3 Tore für den HCL
Quelle: S. Brauner, HCL
Es war ein spannendes Spiel, bei dem die Frisch Auf Frauen letztlich eine unglückliche Niederlage gegen den HC Leipzig quittieren mussten. Dabei hatten sie nach 36 Minuten mit 22:17 geführt. Danach kamen die Gäste aber über eine 5:1-Abwehr immer besser ins Spiel, sie hatten dabei mehrfach auch das Glück auf ihrer Seite und kamen zudem in der kritischen Phase besser mit den Entscheidungen der Schiedsrichter zurecht.. Die Gäste drehten in der Schlussphase das Spiel und fuhren, dank der herausragenden Susann Müller (14/3) und Melanie Herrmann (acht Paraden in der zweiten Halbzeit), den Sieg ein. Göppingen waren kurz vor dem Ziel die Körner ausgegangen.

Temporeich ging es von Beginn an zur Sache. Göppingen benötigte einige Momente um das Visier korrekt einzustellen, daher setzten sich die treffsicher agierenden Leipzigerinnen zunächst auf 3:1 ab. Als nach fünf Minuten die Gastgeberinnen aber ihre Abwehr stabilisieren konnten und immer wieder druckvoll aus dem Rückraum anschlossen, war kurz darauf der 4:3-Führungstreffer erreicht. Göppingen war im Spiel, während sich Leipzig nun offenbar nicht mehr an die Vorgaben von Thomas Ørneborg hielt, vorne technische Fehler produzierte und im Rückzug leichte Tore kassierte. Die Knezevic-Sieben hatte den Leipziger Plan erkannt und durchkreuzte ihn konsequent.

6:4 für die Frisch Auf Frauen hieß es nach neun Minuten, Leipzig reagierte mit einer Auszeit. Zur Freude der 950 lautstarken Zuschauer beeindruckten die Sächsinnen anscheinend die erbitterte Gegenwehr – das war dem Rekordmeister auch nach der Unterbrechung anzumerken. Allein Rückkehrerin Susann Müller sorgte mit ihren Aktionen und ihrer Erfahrung immerfort dafür, dass der Faden im Angriff nicht völlig riss. Immerhin wirkte die Deckung der Gäste nun wieder etwas sicherer, attackierte früher. Dadurch war es nun ein hochklassiges, rasantes Spiel auf Augenhöhe, dessen Sieger nach einer Viertelstunde beim Stand von 10:9, Treffer Karolius, niemand vorhersagen konnte.

Leipzigs Manko: Die Leipziger 6:0-Abwehr funktionierte nicht. Gemeinsam mit den Torfrauen setzte sie in der Tempohatz gegen Göppingen kaum Akzente. Andererseits machten die Schwäbinnen mit einer Positionsabwehr gegen HCL-Shooterin Susann Müller weiteren Boden gut. Beate Scheffknecht stellte nach 20 Minuten für Göppingen in Überzahl auf 14:11 und hinten stibitzte Jenny Karolius den stark geharzten Ball. In dieser Situation musste nun Maike Daniels passen, Nicole Dinkel rückte für sie auf die Mitte. Einen Bruch im Spiel gab es dadurch aber nicht, vielmehr versenkte Beate Scheffknecht auch im fünften Versuch und schickte zudem Anne Hubinger auf die Sünderbank. Leipzig haderte.

Der frühere Serienmeister agierte im Angriff ständig dicht vor dem Schrittfehler, spielte quer, entwickelte kaum Spielideen. Einzelaktionen prägten das Bild. Indes setzte sich Göppingen viereinhalb Minuten vor der Pause auf 18:12 ab. Inzwischen konnte auch Maike Daniels wieder mitwirken. Kurz darauf war es jedoch Aleksandar Knezevic, der eine taktische Auszeit nahm, da der HC Leipzig inzwischen recht energischer in der Deckung zu Werke ging. Bis zur Pause kam Leipzig dennoch auf 19:15 heran und hatte zudem zur zweiten Halbzeit Anwurf. Kudlacz und Müller hatten den HCL ein Stück weit herangeführt.

Die zweite Halbzeit begann kurios: Leipzig und Göppingen verpassten ihre ersten Chancen und kassierten dann jeweils eine Zeitstrafe. Im Fünf-gegen-Fünf gelang es beiden Teams im Positionsangriff nicht, das Spielgerät unterzubringen. Als dann auch Karin Weigelt abbrummte, schien ein Bruch ins Göppinger Spiel zu kommen, zumal Jenny Karolius in einer klaren Situation keinen Strafwurf zugesprochen bekam. Leipzig spielte nun beherzter – konnte aber die kleinen Fehler im Positionsspiel weiterhin nicht abstellen, Impulse fehlten. Göppingen war klar spielstärker und ging aus dieser kritischen Phase nach sechs Minuten mit einer 22:17-Führung hervor.

Schon nach neun Minuten benötigte Leipzig abermals das Mittel der Auszeit. Eine 5:1-Abwehr mit Karolina Kudlacz auf der Spitze sollte Göppingen das Spiel abtrotzen. Einige Male hatten sie dabei Glück - auch bei einigen Entscheidungen der Schiedsrichter. Diese legten nach einer guten Leistung in der zweiten Halbzeit einige Male eine Progressionslinie an den Tag, die den Unmut des Publikums und der Bänke nach sich zog und auf die sich die Gäste besser einstellten. Außerdem spielte Göppingen keine zwingenden Situationen mehr heraus. Das Time-out beim Stand von 24:22 nach 44 Minuten war folgerichtig. Göppingen schien sich aber müdegekämpft zu haben, weitere Fehler folgten. Kurz darauf war der 24:24-Ausgleich möglich. Die Göppingerinnen hatten ihren Vorsprung verspielt.

Jasmina Jankovic verhinderte in dieser Situation noch das Unentschieden und Alena Vojtiskova setzte auf der Gegenseite mit ihrem ersten Treffer der zweiten Halbzeit einen wichtigen Impuls. Dass die Schiedsrichter kurz darauf ein Frustfoul an Maria Kiedrowski nicht werteten und das Leipziger Abwehrzentrum somit beisammenblieb, sollte erheblich sein für den weiteren Spielverlauf. Luisa Schulze setzte den 25:25-Ausgleich und sechseinhalb Minuten vor Schluss zeichnete Natalie Augsburg für den 27:26-Führungstreffer verantwortlich. Nach dem 4:10-Lauf binnen 18 Minuten konnte Göppingen nicht mehr genügend Scheite nachlegen. Leipzig gewinnt glücklich mit 33:31.