01.09.2013 18:52 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm, VfL Oldenburg

Oldenburg mit überzeugenden Ligastart in Leverkusen

Julia Wenzl erzielte sechs TrefferJulia Wenzl erzielte sechs Treffer
Quelle: Hermann Jack
Mit einem höchst überzeugenden Sieg bei einem direkten Konkurrenten ist der VfL Oldenburg am heutigen Sonntag (1.9.2013) in die neue Handball-Bundesligasaison gestartet. Beim allgemein als etwa gleichstark eingeschätzten TSV Bayer 04 Leverkusen siegte das Team von Trainer Leszek Krowicki mit 33:25 (15:12). Ausgerechnet die langjährige Leverkusenerin und Neu-VfLerin Anna Loerper war mit sieben Treffern die erfolgreichste Schützin ihres Teams.

Beide Mannschaften mussten in ihrer Auftaktpartie auf wichtige Spielerinnen verzichten: Oldenburg fehlt noch wohl mindestens drei Monate Lois Abbingh, zudem sind Alexandra Meyer (Tor) und Rabea Neßlage verletzt. Bei den Gastgeberinnen waren die verletzten Kim Naidzinavicius und Denisa Glankovicova nicht dabei. Aber auch ohne die beiden Rückraumspielerinnen kamen die „Elfen“ gut ins Spiel, führten 3:1 (5.) und 5:3 (10.).

Diese Anlaufzeit reichte dem nun aufdrehenden VfL, der erfolgreich konterte (vier der ersten acht VfL-Tore fielen durch Gegenstöße) und nach einem Doppelschlag Maike Schirmers innerhalb von 50 Sekunden erstmals in Führung ging (7:6/16.). Bis Leverkusens 7:12 (24.) ließen die Gäste keinen Gegentreffer mehr zu – insgesamt über zehn Minuten. Bis zur Pause kam Bayer 04 wieder etwas heran.

Für Oldenburgs Anna Loerper (VfL) war es der erste Auftritt gegen ihren alten Verein. Die Spielmacherin und Abwehr-Vorgezogene, acht Jahre am Rhein aktiv, danach zwei Spielzeiten für den dänischen Klub Tvis Holstebro, fügte sich gleich glänzend ein ins Oldenburger Spiel, traf erstmals nach eineinhalb Minuten per Siebenmeter und sorgte Sekunden vor der Pause mit ihrem vierten Treffer für das wichtige 15:12.

Die Ex-Oldenburgerin Angie Geschke (2008 bis 2012 beim VfL, danach bei Vipers Kristiansand/Norwegen) konnte bei ihrem neuen Klub hingegen noch keine wichtige Rolle spielen, kam in ihrer ersten Partie für Bayer 04 auf nur etwa fünfzehn Minuten Einsatzzeit.

In der zweiten Hälfte setzten die Oldenburgerinnen ihren Weg zu den ersten beiden Punkten in der Tabelle fort. Beim 20:15 nach knapp sechs Minuten bejubelte Kim Birke bereits den fünften VfL-Treffer. Inzwischen war Tess Wester ins Tor gekommen und parierte vor allem die Würfe von außen gekonnt. Einmal noch kamen die „Elfen“ heran (18:21/40.), danach lief das Oldenburger Spiel wieder rund.

Wichtig wurde in dieser Phase Thalke Bitter, die in der Abwehr (bei Ballbesitz wechselte sie mit Loerper) Kreisläuferin Desiree Comans perfekt in den Griff bekam. Spätestens mit dem 29:20 (49.) durch die überzeugende Julia Wenzl (mit sechs Toren die beste Oldenburger Schützin aus dem Feld) war die Partie entschieden. Nach drei Bayer-Toren warf Alina Otto von außen ihren ersten Pflichtspieltreffer im VfL-Trikot (30:23/56.). Die 17-Jährige kam für Kim Birke, die sich zwischenzeitlich die Hüfte geprellt hatte, aber später wieder spielen konnte.

Oldenburgs Trümpfe lagen im Kampfgeist, in der starken Defensivleistung (in der 5-1-Abwehr bis zur Pause meist gegen zwei Bayer-Kreisläuferinnen) und im erfolgreicheren Gegenstoßspiel. „Mit der kämpferische Leistung bin ich sehr einverstanden“, sagte Trainer Leszek Krowicki. „Ich bin positiv überrascht. Es wäre unvernünftig, in Leverkusen einen Sieg einzuplanen.“ Kollegin Heike Ahlgrimm meinte: „Nach zehn Minuten haben wir aufgehört, Handball zu spielen, nach 15 komplett aufgegeben.“

Leverkusen spielt schon am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr) beim HC Leipzig. „Dann werden wir anders auftreten“, versprach Ahlgrimm. Der VfL tritt am Samstag (7.9.) um 18 Uhr bei Meister Thüringer HC an. Ihr erstes Heimspiel haben die Oldenburgerinnen dann in der darauf folgenden Woche am 11. September um 19.30 Uhr gegen TuS Metzingen.