31.08.2013 19:47 Uhr - 1. Bundesliga - PM Thüringer HC, chs

Bietigheim ärgert THC eine Halbzeit lang

Siegreich: Anja AlthausSiegreich: Anja Althaus
Quelle: Mario Gentzel
Der Thüringer HC ist erfolgreich in die neue Spielzeit gestartet. Der Double-Sieger der Vorsaison konnte sich am Ende klar gegen den Aufsteiger SG BBM Bietigheim mit 35:22 (11:12) durchsetzen. Neuzugang Alexandrina Barbosa war mit zehn Toren die überragende Spielerin der Thüringerinnen, bei den Gästen traf Annamaria Ilyes (5/2) am häufigsten. Auffällig waren beim Gast auch die starken Torhüterleistungen der beiden Keeperinnen Ann-Cathrin Giegerich und Anna Wysokinska.

Der THC begann ohne Kerstin Wohlbold und Lydia Jakubisova, die von Herbert Müller noch Schonung erhielten. Nadja Nadgornaja brachte mit ihren konzentrierten Fernwürfen den Gastgeber zwar in Führung, aber die Gäste hielten konzentriert und ballsicher dagegen. Nach drei tollen Paraden von Ann-Cathrin Giegerich in der achten Minute gab es die erste Gästeführung. Als Danick Snelder auf die Strafbank musste, hatte Barbara Bagocsi beim Strafwurf sogar die Chance, für Bietigheim auf 5:3 zu erhöhen. Die eingewechselte Jana Krause blieb allerdings Sieger im Strafwurfduell und verhinderte eine Zweitoreführung.

Nach der THC-Auszeit kam nun Kerstin Wohlbold auf die Regieposition, doch die SG-Abwehr arbeitete hochkonzentriert und ließ kaum eine erfolgreiche Aktion der Thüringerinnen zu. Lediglich Nadgornaja ließ der starken Gästetorhüterin keine Chance. Dann wachten die Gastgeberinnen zusehends auf und hatten binnen einer Minute die 6:4 Führung erkämpft.

Jana Krause glänzte mit einem Langpass, den Alexandrina Barbosa sicher unterbrachte. Doch Bietigheim hielt das Spiel offen - mit einem Super-Hüftwurf traf Linkshänderin Zana Covic ins Schwarze. Eine Minute später war es dann Ania Rösler, die zum 7:7 Ausgleich traf. Im Angriff der Gastgeberinnen häuften sich Missverständnisse und Ballverluste und die Gäste nutzten dies clever. Das 8:9 aus THC-Sicht in der 24. Minute war so gar nicht nach dem Geschmack des THC-Pblikums. Ein vehementer Durchbruch von Alexandrina Barbosa brachte den 9:9 Ausgleich, doch kurz darauf zeigte wiederum Zana Covic ihre individuelle Klasse. Ihr Hüftwurf schlug im Kasten von Jana Krause ein und ließ ihr nicht die Spur einer Reaktionschance.

Ein Kontertreffer von Kira Eickhoff und ein weiterer Fernwurf von Ania Rösler hielten die Gästeführung aufrecht (10:12). 23 Sekunden vor dem Pausenpfiff die Chance zum 13:11. Doch Jana Krause machte ihrem Ruf als Siebenmetertöter alle Ehre - Ania Rösler hämmerte den Ball an die Querlatte. Mit einem nicht erwarteten, aber völlig verdienten 11:12 Rückstand für den THC ging es in die Kabinen.

In der 33. Minute hatte der THC die Führung zurückgeholt. Zwei Paraden von Maike März und zwei tolle Aktionen von Barbosa führten zum 14:12. Die Partie blieb spannend und mit einem Heber beim Strafwurf konnte Barbara Bagocsi Jana Krause zum zweiten Mal nicht überwinden. Erst in dieser Phase des Spiels konnte sich der THC erstmalig absetzen. Vier Tore betrug jetzt die Führung - das 18:14 hatte Sonja Frey von der Linksaußenposition erzielt. Nun blieb Annamaria Ilyes im Strafwurfduell erfolgreich und Bietigheim stemmte sich weiter gegen die sich jetzt abzeichnende Niederlage (22:17, 41.).

Im Tor der Gäste führte sich Anna Wysokinska mit zwei guten Paraden ein und hielt eine Viertelstunde vor Schluss gegen die frei vor ihr werfende Sonja Frey. Auch THC-Keeperin Maike März zeigte sich jetzt auf dem Posten und ließ fünf Minuten kein Gegentor zu. Die erste Sechs-Tore-Führung erzielte Franziska Mietzner mit ihrem ersten Wurf. Und jetzt lief es auch im THC Angriff. Beim 27:19 kam zum Siebenmeter wieder Jana Krause ins THC-Tor und hielt spektakulär, ebenso beim 29:20 gegen die frei werfende Kira Eickhoff.

Sechs Minuten vor Ende der Partie war alles entschieden und man konnte jetzt von Alexandrina Barbosa auch tolle Pässe auf die Kreismitte sehen, für die sich Anja Althaus mit Treffern bedankte. Beim Stand von 31:21 nahm Herbert Müller die Auszeit und erst jetzt war keine Gegenwehr der Bietigheimerinnen mehr zu spüren. Das Endergebnis von 34:21 sagt wie so oft wenig über den Spielverlauf aus.

Stimmen zum Spiel:

Herbert Müller( THC): Wir sind sehr zäh in das Spiel gekommen, haben pomadig und langsam im Angriff agiert. Die ganze erste Halbzeit haben wir keinen Rhythmus gefunden, auch weil Bietigheim eine ganz starke Halbzeit in der Abwehr geboten hat.

Dago Leukefeld (Bietigheim): Wir haben eine ganz starke erste Halbzeit gespielt. Dann ist der THC ganz stark aus der Kabine gekommen und wir konnten in der Schlussphase nicht mehr wie bis dahin mithalten. Wir müssen aus unseren Fehlern lernen, dann sollte noch vieles möglich sein.