31.08.2013 16:13 Uhr - 1. Bundesliga - ole, abe, red

Oldenburg sinnt nicht auf Revanche, aber auf Punkte

Anna Loerper steht vor der Rückkehr an alte WirkungsstätteAnna Loerper steht vor der Rückkehr an alte Wirkungsstätte
Quelle: Hermann Jack
Erstes Spiel, gleich eine Herausforderung: Bei Bayer Leverkusen bestreiten die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg am morgigen Sonntag (1.9.2013, 16 Uhr, Smidt-Arena), ihre erste Ligapartie. Auf Leverkusen traf der VfL auch im letzten Spiel der alten Saison, schied damals durch eine 23:29-Heimniederlage im Playoff-Viertelfinale (Hinspiel 25:24 für Oldenburg in Leverkusen) aus dem Meisterschaftsrennen aus.

Auch die Partie am Sonntag ist eine durchaus wichtige. „Leverkusen und wir vertreten ein ähnliches Niveau“, schätzt VfL-Coach Leszek Krowicki vor der Auftaktpartie. Und durch den neuen Liga-Modus (keine Playoffs mehr, stattdessen Meister- und Abstiegsrunde nach normaler Doppelrunde mit 22 Spielen; Punkte werden mitgenommen) kann sich jeder Punktverlust in der Endtabelle negativ auswirken.

Auswirken beim VfL könnte sich die Personalsituation: Rabea Neßlage und Torhüterin Alexandra Meyer fallen bekanntlich ebenso aus wie Lois Abbingh, neben Laura van der Heijden eine der beiden Haupttorschützinnen. Nach dem Weggang von Sabrina Neuendorf (Karriereende) sollte die 21-jährige Halblinke im Deckungsverbund eine große Rolle spielen. „Durch ihren Ausfall müssen wir viel umstellen“, sagt Krowicki. Zudem nicht mehr dabei ist wie berichtet Nadine Smit, die kurz vor der Saison ein Angebot des Zweitligisten SVG Celle wahrnahm.

Bei den Elfen fällt Denisa Glankovicova aufgrund ihrer Kreuzbandverletzung im Halbfinalhinspiel der Vorsaison ebenso aus, wie Kim Naidzinavicius, die am Donnerstag in Bensberg erfolgreich an der Hand operiert wurde. Der Splitterbruch in der linken Mittelhand wurde gerichtet und anschließend mit einer Platte verschraubt.

Bis Ende kommender Woche wird die Nationalspielerin einen Gipsverband tragen, danach beginnt dann die Reha. Wie es beim Turnier in Bad Urach am vergangenen Samstag im Spiel gegen den schwedischen Klub Skuru Ik zu der Verletzung kam, weiß die 22-Jährige nicht so ganz genau: „Ich bin eins gegen eins durchgegangen, weil Zeitspiel angezeigt war, dabei habe ich wohl einen Schlag auf die Hand bekommen. Das ist schon sehr unglücklich gelaufen“, erzählt sie und klingt immer noch ein bisschen frustriert, wenn sie von „mindestens sechs Wochen Pause“ spricht.

Das Spiel in Leverkusen ist auch die Begegnung zweier ehemals wichtiger Spielerinnen ihrer Vereine, die nun auf der jeweiligen anderen Seite antreten: Die Ex-Oldenburgerin Angie Geschke auf „Elfen“-Seite, von 2008 bis 2012 beim VfL, und Neu-Oldenburgerin Anna Loerper, die von 2003 bis 2011 in Leverkusen spielte und dort zur Nationalspielerin reifte.

Oldenburgs wie Leverkusens erstes Ziel ist das Erreichen der Meisterrunde. Natürlich wollen beide mit zwei gewonnenen Punkten in die Saison starten, sagt auch Oldenburgs neue Spielführerin Wiebke Kethorn: „In Leverkusen wollen wir natürlich um den Sieg spielen – das ist doch ganz klar.“ Nicht als Revanche für das Playoff-Aus, betont Krowicki: „Das Spiel ist so lange her, das ist vergessen.“ "Wir freuen uns, dass es endlich losgeht, und sind sehr positiv gestimmt", sagt Leverkusen Trainerin Heike Ahlgrimm vor der Partie gegen den VfL: "Wir wollen uns den Lohn für die harte Arbeit in der Vorbereitung holen und natürlich zu Hause gewinnen."

Etwas zu feiern gibt es in der Smidt-Arena auf jeden Fall schon vor dem Anpfiff. Handball-Abteilungsleiter Andreas Thiel und Geschäftsführerin Renate Wolf ehren das erfolgreiche Juniorteam, das im Juni in Buxtehude die Deutsche A-Jugendmeisterschaft gewann. Die Mannschaft um Spielführerin Anna Seidel hatte sich unter anderem im Finale des Final Four gegen den großen Favoriten HSG Blomberg-Lippe durchgesetzt. "Dieses Team steht exemplarisch für die Nachwuchsarbeit in Leverkusen", sagte Renate Wolf: "Die Elfen-Familie ist sehr stolz auf diese jungen, erfolgreichen Spielerinnen."