26.08.2013 08:40 Uhr - 1. Bundesliga - red, PM Leverkusen

Sika Cup: Leverkusen Zweiter, Frisch Auf Frauen Vierter

Fällt zwei Monate aus: Kim NaidzinaviciusFällt zwei Monate aus: Kim Naidzinavicius
Quelle: Heinz Zaunbrecher
Am Sonntagmorgen zeigte sich die Saisonvorbereitung für das Team der Frisch Auf Frauen von ihrer harten Seite. Aber auch solche unangenehmen Hürden wollen gemeistert werden. Und am Ende hatten die Göppinger Bundesligahandballerinnen Erfolg und können den schwierigen Saisonstart in Buxtehude und gegen Doublesieger Thüringer HC (04.09.) nach dem vierten Platz beim Sika Cup in Bad Urach optimistisch entgegen sehen. Für den TSV Bayer 04 Leverkusen ist der gute zweite Platz jedoch mit einem dicken Wermutstropfen verbunden: Dem Mittelhandbruch von Kim Naidzinavicius.

Dass sie groß aufspielen können, das zeigten die Frisch Auf Frauen beim Sika Cup, einem traditionell hochkarätig besetzten internationalen Turnier in Bad Urach. Da dort die Spiele nur über zweimal 15 Minuten gehen, war von Beginn an Power gefordert. Das gelang den Grün-Weißen gleich im ersten Spiel perfekt, auch dank der mitgereisten Fans. Gegen Zvezda Zvenigorod aus Russland gewann man mit großem Kampfgeist 16:14 und konnte dabei sogar Glanzlichter setzen: Im letzten Angriff gelang Spielmacherin Maike Daniels ein solches, als sie Anja Brugger anspielte, die das Tor machte.

Trainer und Geschäftsführer Aleksandar Knezevic konnte daher gleich zu Turnierbeginn am Freitagabend Lob verteilen: „In 30 Minuten sind immer Überraschungen drin. In der Liga müssen wir 60 Minuten spielen. Das Wichtige im Auftaktspiel war deswegen, dass wir nicht nur gewonnen sondern richtig gut gespielt haben.“ Knezevic beobachte weiterhin ein richtig gutes Spiel. Die TuS Metzingen machte es Nicole Dinkel und Co. zwar schwer, aber acht Minuten vor Abpfiff gelang Dinkel mit einem Strafwurf zum 11:8 die Wende. Letztlich war Göppingen 17:13-Derbysieger.

Die guten Mannschaften beim Sika Cup spornten Göppingen auch im weiteren Verlauf immer wieder zu Höchstleistungen an. Mit dem 15:14-Sieg über Dinamo Volgograd blieb die Weste auch im dritten Spiel weiß. Nach Rückständen kämpfte sich Göppingen immer wieder zurück. Erst nach dem vierten Sieg, 11:14 gegen Dalfsen (Niederlande), kam Sand ins Getriebe. Die Misserfolge gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen (11:14) und EHF-Pokal-Konkurrent Kopenhagen (14:15) kosteten die Frisch Auf Frauen beinahe die Chance aufs Halbfinale.

Göppingen war daher am Sonntagmorgen um neun Uhr gegen von Skuru IF gefordert, noch einen Punkt für das Halbfinale zu holen. Der Kampf gegen die Schwedinnen und den inneren Schweinehund wurde mit 14:13 erfolgreich geschlagen. Es wartete ein bekannter Gegner: Leverkusen. Dort hatte sich deren Shooterin Kim Naidzinaivicius am Samstag einen Mittelhandbruch zugezogen. Auch wenn letztlich die Kraft nicht reichte und Göppingen auch gegen Zvezda Zvenigorod das Spiel um den dritten Platz verlor, war Aleksandar Knezevic voll des Lobes.

„Das war mehr, als ich erwartet habe. Ich bin sehr zufrieden, denn wir haben uns sehr gut präsentiert und tolle Spiele abgeliefert. Mit Blick auf die Saisonstart haben wir uns Selbstvertrauen geholt und dazu noch internationel Erfahrung gesammelt. Im HF und Spiel zum Platz 3 war dann einfach die Kraft nicht mehr da.“ Die gute Leistung der Frisch Auf Frauen wurde auch von der Turnierleitung belohnt. Die Mannschaft erhielt den Preis des Landrats als Überraschungsteam des Sika Cup 2013.

Verletzung von Naidzinavicius überschattet für Leverkusen das Turnier

Könnte man die schwere Verletzung von Kim Naidzinavicius (Mittelhandbruch, zwei Monate Ausfall) ausblenden, würde das Fazit von Leverkusens Trainerin Heike Ahlgrimm ähnlich lauten wie das ihres Göppinger Kollegen. In neun Turnierspielen verloren die Werkselfen lediglich gegen den russischen Vertreter Dinamo Volgograd – einmal in der Vorrunde und am Ende im Finale. Dabei hatte Leverkusen am Ende noch Chancen, denn auch Volgograd schwanden die Kräfte. 15:15 hieß es Sekunden vor Schluss, dann gab ein Siebenmeter den Ausschlag zugunsten der Russinnen.

Heike Ahlgrimm war nach dem knapp verpassten Turniersieg „unglaublich stolz“ auf ihre Mannschaft, die nach dem Ausfall ihrer zentralen Spielerin mit einer „jetzt erst recht“-Mentalität beeindruckte. „Ruta, Joschi, Marli, die jungen Spielerinnen, unsere Torhüterinnen, alle sind über sich hinausgewachsen und haben Unglaubliches geleistet“, sagte „Ahli“, die zeitweise notgedrungen mit vier A-Jugendlichen gegen renommierte Gegner antreten musste. Außer Kim Naidzinavicius fehlten schließlich auch Naiara Extremado, Angie Geschke und Denisa Glankovicova – eine Menge Erfahrung.

Insgesamt gaben die Elfen bei der traditionsreichen Veranstaltung auf der Schwäbischen Alb eine sehr gute Figur ab. Die Bundesliga-Duelle gegen Frisch Auf Göppingen (Vorrunde und Halbfinale) und die TuSsies Metzingen wurden gewonnen, auch Zvenigorod, Skuru, Kopenhagen Handball und Dalfsen zogen den Kürzeren. Bis zu ihrem Ausfall im Spiel gegen Skuru war Kim Naidzinavicius bei allen Einsätzen ein Aktivposten in der Mannschaft, umso schmerzlicher wiegt ihr Ausfall in den ersten beiden Monaten der Saison. Da ist die Wahl zur besten Spielerin ein ganz schwacher Trost.

Beste Spielerin: Kim Naidzinavicius, TSV Bayer 04 Leverkusen
Beste Torhüterin: Mayssa Raquel de Oliveira Pessoa, Dinamo Volgograd
Beste Torschützin: Anne Jochin, TSV Bayer 04 Leverkusen