17.07.2013 14:28 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, red

Frankfurter HC: Insolvenzverfahren eröffnet, erste Spielerin erklärt Verbleib

Anja ScheidemannAnja Scheidemann
Quelle: C. Gregarek
Beim Frankfurter HC hat seit Beginn dieser Woche der Insolvenzverwalter Udo Feser die alleinige Entscheidungsgewalt. Wie Vereinspräsident Uwe Bohm der Märkischen Oderzeitung (Mittwoch-Ausgabe) sagte, sei das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Mit Anja Scheidemann hat eine Spielerin unterdessen ihren Verbleib beim FHC erklärt.

"Der Vorstand besitzt keine Befugnisse mehr." Nun gehe es in den kommenden Wochen darum, den Verein zu retten und einen Neuanfang in Liga drei zu stemmen. Wegen Schulden im sechsstelligen Bereich musste sich der deutsche Meister des Jahres 2004 aus der höchsten deutschen Spielklasse zurückziehen.

Wie die Märkische Oderzeitung weiter berichtet, seien die Schulden erst nach dem Titelgewinn angehäuft worden. Für die Meistersaison habe der Etat 1,1 Millionen Euro betragen. Tatsächlich ausgegeben wurden aber 1,69 Millionen Euro. Der Differenzbetrag sei jedoch noch vor der Spielzeit 2005/06 beglichen worden.

Unterdessen sagte in Anja Scheidemann die erste Profispielerin zu, weiter für den FCH spielen zu wollen. "Ich habe mich entschlossen, hierzubleiben, um mit der Mannschaft einen Neuanfang in der dritten Liga zu starten", sagte die 25 Jahre alte Außenspielerin. Alle anderen Spielerinnen hätten mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Kündigung oder einen Aufhebungsvertrag erhalten.

"Es gibt keine Sperrfristen, alle sind sofort für mögliche neue Vereine spielberechtigt. Das ist mit dem Handball-Bund abgesprochen", sagte Bohm. Als erste hatte aus dem Team Melanie Herrmann einen Vertrag bei einem neuen Verein unterschrieben: Die österreichische Nationaltorhüterin wechselt als Vertretung für die schwangere Katja Schülke zum HC Leipzig. Zudem hatten am heutigen Mittwoch Nationalspielerin Christine Beier und Linksaußen Annika Nega ihren Wechsel zu Zweitligist Spreefüxxe Berlin erklärt.