09.07.2013 12:20 Uhr - 1. Bundesliga - Matthias Braun, dpa

Nach Insolvenz: Schmidt weiter Trainer des FHC

Dietmar SchmidtDietmar Schmidt
Quelle: Hermann Jack
Leise Hoffnung für den insolventen Frauenhandball-Bundesligisten Frankfurter HC: Wie die Verantwortlichen erklärten, soll der Verein überleben - und damit die Spielgenehmigung für Liga drei gesichert werden, wir berichteten bereits gestern. Dietmar Schmidt soll weiter Cheftrainer bleiben, der 61-Jährige erklärte, dass er seinen Beitrag leisten wolle.

Nach Zahlungsaufforderungen einer öffentlichen Behörde in Höhe von rund 100.000 Euro war die Vereinsführung des Bundesligisten am vergangenen Dienstag gezwungen, die Insolvenz anzumelden. Die Verbindlichkeiten sollen bereits Anfang des neuen Jahrhunderts aufgelaufen und immer wieder aufgeschoben worden sein. Seit der Anmeldung der Insolvenz steht der deutsche Meister des Jahres 2004 als erster Bundesliga-Absteiger der neuen Saison fest.

Die Spielerinnen der ersten Mannschaft sollen zunächst Übergangsgeld vom Arbeitsamt erhalten. "Wir sind bemüht, den Schaden für die Betroffenen so gering wie möglich zu halten und werden ihnen beim Vereinswechsel keine Steine in den Weg legen", sagte FHC-Präsident Uwe Bohm. "Aber natürlich hoffen wir auch, dass die eine oder andere bleibt und uns beim Neuanfang hilft." Bis zum Dienstag habe noch keine der Spielerinnen von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht.

Unterdessen zeichnet sich ab, dass die künftige Drittliga-Mannschaft vom bisherigen Trainer des Bundesliga-Teams Dietmar Schmidt betreut werden soll. "Ich würde gern meinen Beitrag leisten, um den Frauenhandball in Frankfurt (Oder) wieder ins richtige Fahrwasser zu bringen und die Mannschaft zunächst in der dritten Liga zu konsolidieren", sagte der 61-Jährige, der als Trainer am Olympiastützpunkt angestellt ist. Bisher war der FHC mit der als Juniorteam bezeichneten zweiten Mannschaft in der Oststaffel der 3. Liga vertreten. Ein Aufstieg in die 2. Bundesliga wäre frühestens in zwei Jahren möglich.

"Das Insolvenzverfahren soll am Montag, den 15. Juli, eröffnet werden", hatte Insolvenzverwalter Udo Feser gestern mitgeteilt. Er rechne damit, in fünf bis sechs Wochen alle Verbindlichkeiten des Vereins zu kennen. Danach soll der Club über einen Insolvenzplan entschuldet werden, wofür alle bisherigen Sponsoren Zugeständnisse zugesagt hätten. Wichtigstes Ziel sei es, den Erhalt der Nachwuchs-Ausbildung am Standort Frankfurt (Oder) zu sichern. Auf einer Versammlung am 5. August wollen die Verantwortlichen den Mitgliedern ihre Pläne vorstellen.