02.06.2013 16:28 Uhr - Weltmeisterschaft - Christian Ciemalla, handball-world.com

Gute Ausgangssituation: DHB-Frauen schlagen Ukraine in Oldenburg deutlich

Clara Woltering zeigte eine starke LeistungClara Woltering zeigte eine starke Leistung
Quelle: Michael Heuberger
Dank einer überzeugenden Deckungsleistung und einer starken Clara Woltering im Tor verbuchten die Frauen des DHB heute in Oldenburg einen ungefährdeten Heimsieg gegen die ukrainische Auswahl und verschaffte sich mit dem 24:16 (13:7) eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Wochenende in der Ukraine. Aufgrund der starken Defensive dominierte die deutsche Auswahl das Spiel fast über die gesamten sechzig Minuten, lediglich die nicht immer effiziente Chancenverwertung und eine zehnminütige Durststrecke verhinderten einen deutlicheren Sieg und eine mögliche Vorentscheidung. Mit einer ähnlichen Deckungsleistung sollte allerdings das WM-Ticket im Rückspiel nicht mehr in Gefahr geraten.

Nach unruhigen ersten drei Minuten auf beiden Seiten fand die deutsche Auswahl als erste zu ihrem Spiel. Christine Beier eröffnete den Torreigen und den Ausgleich der Ukraine beantwortete Nathalie Augsburg nach guter Vorarbeit von Kerstin Wohlbold. Per Strafwurf konnten die Gäste zwar noch einmal den Gleichstand herstellen, doch das DHB-Team hatte das Heft in die Hand bekommen und ließ sich auch von einer technischen Unterbrechung aufgrund von Problemen mit der Hallenanzeige nicht aus dem Tritt bringen.

Schlüssel für die Dominanz der deutschen Mannschaft war dabei die Deckung. Der Innenblick Althaus und Nadgornaja harmonierte gut und auch auf halb gewannen Augsburg und Beier immer wieder die direkten Duelle. Die Ukraine fand keine spielerischen Lösungen, blieb mehrfach im Block hängen oder scheiterte mit Verlegenheitswürfen an der guten Clara Woltering im deutschen Tor. Althaus, Zapf und Beier bauten die Führung auf 5:2 aus und Nadgornaja legte nach zehn Minuten gar noch das 6:2 nach.

Ein Heber im Gegenstoß von Olga Peredery beendete dann die über fünfminütige Durststrecke der Gäste, die fortan von einigen Fehlern in der deutschen Offensive profitierten. Allerdings nutzte die Ukraine die sich bietenden Chancen nicht mit voller Konsequenz, mehrere Gegenstöße wurden von einer sich gut zurückziehenden deutschen Auswahl abgefangen und zudem verhinderte Clara Woltering mit einigen Glanztaten, dass die Gäste näher als auf 7:5 herankamen.

Mehr als vier Minuten war das deutsche Team ohne Tor und der nächste Versuch von Nadgornaja landete am Pfosten. Doch das deutsche Team sicherte den Abpraller und Nadgornaja zielte nun etwas genauer. Auf der Gegenseite sicherte Althaus mit vollem Einsatz den Ball nach einer Parade von Woltering. Diese nahm der Ukraine noch einen freien Gegenstoß weg und dies zeigte Wirkung. Nadgornaja aus der zweiten Etage und Geschke nach guter Kombination ließen die deutsche Führung beim 10:5 wieder auf fünf Treffer anwachsen.

Heine Jensen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen mit Wechseln die Last auf mehreren Schultern zu verteilen, der Ball lief dennoch ordentlich und die Deckung hielt das hohe Niveau der Anfangsphase. Bei einer effektiveren Chancenverwertung wäre sogar eine höhere Führung möglich gewesen, doch zunächst kam der Gast durch einen Doppelschlag wieder auf 10:7 heran. Althaus vom Kreis und Zapf im Gegenstoß bauten den Abstand wieder auf fünf Tore aus und Hubinger sorgte für den 13:7-Pausenstand.

Die ukrainische Trainerlegende Leonid Ratner hielt die Ansprache an seine neuformierte Mannschaft kurz, früh war diese zurück auf dem Parkett. Sein Team sollte allerdings gleich einen weiteren Wirkungstreffer kassieren, trotz Unterzahl holten die Gäste einen Siebenmeter heraus, doch Clara Woltering wehrte den Versuch ab und auf der Gegenseite setzte Augsburg den ersten Treffer des zweiten Abschnitts. Woltering wehrte auch den nächsten Versuch der Ukraine ab und Deutschland zog weiter davon: Nadgornaja traf passgenau über den Block in den langen Winkel und legte auch das 16:7 nach. Lediglich einige Paraden von Daria Matvijenko verhinderten in dieser Phase einen zweistelligen Rückstand.

Mit einem glücklichen Nachwurf hatte Viktoriya Borshchenko nach über sechs Minuten für den ersten ukrainischen Treffer im zweiten Abschnitt gesorgt, spielerisch fanden die Gäste allerdings nur selten Lösungen. Die deutsche Deckung ließ lediglich Halbchancen und Verlegenheitswürfe zu und bei diesen zeigte sich Clara Woltering weiter aufmerksam. Trotz der vergebenen Chancen, unter anderem wurde ein Strafwurf vergeben, war nach einem Treffer von Augsburg und einem verwandelten Siebenmeter von Nadgornaja beim 18:8 nach vierzig Minuten die erste Zehn-Tore-Führung zu verzeichnen. Die deutsche Auswahl war auf dem Weg sich eine glänzende Position für das Rückspiel am kommenden Wochenende in der Ukraine zu erarbeiten.

Und diesen Weg hielt die deutsche Auswahl. In der Offensive klappte zwar nicht alles, aber vieles und die Deckung und Woltering blieben im Verbund ein unüberwindbares Hindernis für die Gäste aus der Ukraine. Nach dem 21:10 riss in den letzten dreizehn Minuten dann allerdings der Faden im deutschen Spiel, trotz der Probleme in der Offensive kam das Team aus der Ukraine bis auf 21:14 heran und hatte in Überzahl sogar die Chance weiter zu verkürzen. Nach einem Einläufer beendete dann aber Marlene Zapf die über zehnminütige Durststrecke des DHB-Teams, das damit eine mögliche Vorentscheidung im Hinspiel aus der Hand gegeben hatte. Ein Doppelschlag von Steinbach und Geschke zum 24:16-Endstand ließ den Abstand dann aber zumindest wieder auf acht Tore anwachsen.