29.05.2013 16:55 Uhr - 2. Bundesliga - PM BSV, red

Zwickaus Coach Norman Rentsch zieht positive Bilanz - nicht nur in der Tabelle

Norman Rentsch (re.) mit seinem TrainerstabNorman Rentsch (re.) mit seinem Trainerstab
Quelle: BSV Sachsen Zwickau
Mit 30:26 fiel die Bilanz des BSV Sachsen Zwickau in der 2. Bundesliga der Frauen positiv aus. "Es ist uns gelungen, über zwei Drittel der Saison für Furure in der Liga zu sorgen", so das Kurzfazit von Trainer Norman Rentsch, dessen Team aufgrund von Verletzungen und Kräfteverschleiss am Ende noch etwas abrutschte und die Saison als Achter beendete. Rentsch will die Entwicklung seiner Mannschaft aber nicht nur am achten Tabellenplatz festmachen. Im Gespräch mit Thomas Croy sprach er in der Freien Presse ausführlich über das abgelaufene Spieljahr und die bevorstehenden Herausforderungen in der kommenden Spielzeit.

"Wir haben tolle Leistung gezeigt", blickt Norman Rentsch auf die Saison des BSV Sachsen Zwickau zurück. Mit seinem Team stand der Trainer am ersten, vierten und fünften Spieltag sogar an der Tabellenspitze und mischte auch in der Folge lange Zeit im oberen Tabellendrittel mit. "Die Mädels haben erlebt, wie schön es ist, auf die Tabelle zu gucken und uns oben eingruppiert zu sehen", so Rentsch. "Aufgrund des hohen Kräfteverschleißes sind wir hinten heraus ein bisschen eingebrochen, weil wir lange nur mit sechs bis acht Feldspielerinnen auskommen mussten. Das hat natürlich an der Substanz gezehrt", fügt er im Gespräch mit der Freien Presse an.

Für zahlreiche Spielerinnen sei diese Belastung zudem ungewohnt gewesen. "Dafür war das doch ganz beachtlich", zeigte sich Rentsch zufrieden, räumte aber auch ein: "Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir uns so lange da oben gehalten haben. Wenn man das geschafft hat, wünscht man sich natürlich eine bessere Endplatzierung. Platz 6 wäre vielleicht schöner gewesen." Der Coach des BSV verweist aber auch auf die ausgeglichene Liga in dieser Saison: "Nur vier Punkte von Platz 4 bis Rang 8. Die Liga ist enger qualitativ besser. Damit muss man Schritt halten." Vor allem die Aufsteiger Berlin und Mainz haben laut Rentsch die Qualität der Liga angehoben.

"Unser Plus ist die mannschaftliche Geschlossenheit", streicht Rentsch dabei auch die Ausgeglichenheit im eigenen Kader heraus, die half die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle zu kompensieren. "Gerade in der Phase, als wir die vielen Ausfälle hatten, sind wir enger zusammengerückt und haben dadurch auch wichtige Spiele gewonnen. Uns das oft mit der zweiten Reihe. Die Mannschaft hat eine Riesenmoral bewiesen. Deswegen sehe ich die Saison als sehr positiv, so der Trainer des BSV, der sich auch über zahlreiche Fortschritte einzelner Spielerinnen freut.

"Peggy Doege ist aus der zweiten Mannschaft aufgerückt und hat wahnsinnig gute Leistungen gezeigt. Von null auf hundert, ohne großes Mannschaftstraining, einfach reingeworfen ins kalte Wasser. Sie hat uns unheimlich geholfen", nennt Rentsch ein Beispiel. "Gefallen hat mir auch die Entwicklung von Christina Zuber. Nach der Verletzung von Alexandra Uhlig bekam sie viel Einsatzzeit, die sie auch genutzt hat", nennt er ein weiteres und lobt zudem seine Flügelzange: "Jenny Choinowski hat eine sensationelle Entwicklung genommen. Von den Feldtoren her ist sie die beste Linksaußen der Liga. Auf der rechten Seite hat Claudia Stein ebenfalls eine ganz tolle Saison gespielt. Nach dem Ausfall von Isabell Stegert ist zum Kapitän aufgestiegen und hat sofort Verantwortung übernommen."

"Nele ist eine Riesenbereicherung", freut sich Rentsch zudem darüber, dass Neuzugang Nele Kurzke im Tor voll einschlug. "Sie hat ein tolles Gegenstoßspiel. Solche Konter kann man nur einleiten, wenn man auch Bälle hält. Sicher wird Nele die Nummer 1 bleiben. Aber Magdalena Neagoe will Akzente setzen, und sie wird auch Einsatzchancen bekommen", blickt der BSV-Coach auf die nächste Saison, in der mit Neagoe ein Neuzugang für das Tor bereits feststeht. "Unsere Abgänge sind nicht leicht zu kompensieren", blickt Rentsch dabei voraus. Neben Susanne Schmidt wird zudem Daiva Aleksandraviciute aus Bietigheim kommen. "Mit Aleksandraviciute erhoffe ich mir künftig ein paar leichte Tore mehr aus dem Rückraum", so Rentsch, der ankündigte, dass sich der Zweitligist noch umschaue. "Aber wenn, dann wollen wir nur Qualität dazuholen, keine breite Masse", so Rentsch.

Eine Veränderung für die neue Saison betrifft unterdessen den Trainer selbst, der ab Juni hauptamtlich für den Verein tätig sein wird. "Von der C-Jugend an aufwärts bin ich als Sportlicher Leiter zuständig", erklärte Rentsch seine neue Aufgabe. "Ich werde eine Rahmenkonzeption erstellen. Es soll sich jeder Trainer selbst verwirklichen können, aber wir wollen im Verein eine einheitliche Linie an den Tag legen. Wir müssen unsere Talente entwickeln, damit sie in drei, vier Jahren mal oben anklopfen können. Das ist unser Ziel", berichtet Rentsch, der zudem mit den Spielerinnen, denen es zeitlich möglich ist, in Vormittagseinheiten an den technischen Belangen feilen will.

"Ich denke, das ist ein großer Luxus, den wir uns da leisten. Ich bin dankbar, dass man mir diese Aufgabe zutraut und werde alles dafür tun, dass wir uns qualitativ steigern und noch attraktiveren Handball zeigen", blickt Rentsch im Gespräch mit der Freien Presse voraus. Die nächste Saison werde interessant und attraktiv für den BSV. "Mal sehen, wo es hingeht. Unser Ziel ost es, uns peau a peau in der Tabelle zu verbessern. In dieser Saison haben wir leider nur einen kleinen Schritt geschafft: von 9 auf 8. Aber unter gewissen Umständen hätte es durchaus auch Platz 4 oder 5 sein können. Es sind oft kleine Stellschrauben, an denen wir drehen müssen. Dann könnten wir noch besser werden und uns auch am Ende mal weiter oben sonnen."