05.05.2013 18:41 Uhr - Champions League - chs

Györ im Hinspiel mit knappem Auswärtssieg

Auswärtssieg beim Ex-Klub: Heidi Løke Auswärtssieg beim Ex-Klub: Heidi Løke
Quelle: Michael Heuberger
Es bleibt in der K.O.-Phase der Frauen Champions League alles beim alten. Wie schon im allen vier Halbfinals, so konnte auch im Finalhinspiel Larvik nicht den vermeintlichen Heimvorteil nutzen. Die Norwegerinnen unterlagen Györi ETO KC am Ende 21:24 (13:12). Die Ungarinnen können nun am kommenden Wochenende in Veszprem bei der achten Finalteilnahme erstmals einen europäischen Titel gewinnen.

Es war eine nervöse Anfangsphase in der Arena Larvik. Die Gastgeberinnen leisteten sich eine Vielzahl technischer Fehler, Györ hingegen patzte in der Chancenverwertung. Die Folge war ein 2:2 nach sieben gespielten Minuten. Den Defensivreihen sollte eine entscheidende Rolle im Duell zukommen, beide Teams vertrauten auf eine 6:0-Formation, die aber noch Probleme in der Abstimmung mit der Verteidigung gegen Kreis und Rückraum hatte.

Mit spektakulären Paraden sollte Cecilie Leganger den Gastgeberinnen ein 5:3 (10.) ermöglichen, doch Györ blieb in Schlagdistanz. Die Intensität nahm langsam zu, Larvik spielte aufwendig, strahlte aber vor allem durch Linn J%oslash;rum-Sulland Torgefahr aus. Ins Spiel zurück fand Györ mit der Umstellung auf eine 5:1-Abwehr mit Raphaelle Tervel an der Spitze. Mit dem ersten erfolgreichen Gegenstoß traf Radicevic zum 6:5 (15.), der vierte Treffer der Montenegrinerin in Folge bescherte den Ungarn gar eine Zwei-Tore-Führung (7:9) und zwang Ole-Gustav Gjekstad zur ersten Auszeit. Györs Achillesferse blieb die linke Abwehrseite, wo neben J%oslash;rum-Sulland auch Riegelhuth Koren oder Dyhre Breivang immer wieder reinstießen und zum 9:9 egalisierten.

Ein weiterer Pluspunkt der Norwegerinnen war das schnelle Umschaltverhalten aus der eigenen Abwehr, die nun kompakter und aggressiver stand und so eine weitere Wende ermöglichte. Ambros Martin sah nun ebenfalls Redebedarf, mahnte die Geduld mit Blick auf die sich auftuenden Lücken an. Es blieb ein zähes Ringen, Larvik konnte wie schon im Halbfinale mit einer körperlich hart agierenden Deckung punkten, Behandlungen an den Schultern von Amorim und Kovacsics waren die Folge. Die junge Spielmacherin musste zwei Minuten vor der Pause gar das Feld verlassen, doch mit Anita Görbicz hatten die Gäste einen Trumpf in der Hand, der mit einem Doppelpack den 12:12-Ausgleich herstellte. Isabel Blanco traf praktisch mit der Schlusssirene dann doch noch zur Pausenführung, sehr zum Unmut der Gäste entschieden die Schiedsrichterinnen, dass die Zeit noch nicht abgelaufen war.

Den Gästen gelang zwar nach dem Seitenwechsel noch einmal der Ausgleich, doch mit vier Treffern in Folge schien Larvik das Spiel nun endgültig in den Griff zu bekommen. Riegelhuths Kontertor zum 17:13 forderte früh Györs zweite Auszeit heraus. Ambros Martin mahnte an klüger zu spielen und auch aus der Distanz Gefahr zu entwickeln. Es dauerte noch ein wenig und es waren ausgerechnet die beiden Norwegerinnen Katrine Lunde und Heidi Løke, die mit ihren Aktionen das 17:15 (40.) ermöglichten. Als die nun auf Linksaußen agierende Kovacsics dann von Amorim freigepsielt wurde und mit dem Anschlusstreffer die Partie wieder offen machte, sahen sich die Hausherrinnen zum Handeln gezwungen.

Györ wirkte nun zielstrebiger, ging dahin, wo es weh tut und auch die weiter glänzende Cecilie Leganger konnte irgendwann den Ausgleich von Görbicz und die Gästeführung von Løke und Radicevic nicht mehr verhindern. Eine Viertelstunde vor dem Ende musste Larvik beim 17:19 bereits die letzte Notbremse ziehen. Doch es blieb vieles Stückwerk beim Sieger von 2011, der jedoch auch davon profitierte, dass sich bei den Gästen die Ungenauigkeiten häuften. Doch die Ungarn schafften es trotz mehrfacher Unterzahl ihr Polster von zwei Toren bis in die Schlussminuten zu wahren und zweieinhalb Minuten vor dem Ende war es dann Løke, die zum 20:23 traf.