22.04.2013 18:06 Uhr - 1. Bundesliga - Frank Kastner, dpa

HC Leipzig hakt Pokalniederlage ab - Schweres Spiel in Buxtehude

Es warten heiße Spiele gegen BuxtehudeEs warten heiße Spiele gegen Buxtehude
Quelle: Sebastian Brauner
Die Niederlage des HC Leipzig im ersten direkten Aufeinandertreffen im Pokalfinale gegen den Thüringer HC war fast peinlich. In dieser Verfassung droht auch im dritten Jahr hintereinander eine titellose Saison. Oder war es ein Weckruf zum richtigen Zeitpunkt?

Nach der deftigen Pokalfinalniederlage gegen den Thüringer HC hat der HC Leipzig laut Nationaltorhüterin Katja Schülke «eine Riesenherausforderung zu meistern». Man müsse innerhalb von 24 Stunden den Schalter umlegen und sich auf das Meisterschaftsrennen konzentrieren. Ansonsten droht auch im dritten Jahr hintereinander eine titellose Saison.

Bereits an diesem Mittwoch trifft der HCL im Bundesliga-Playoff-Hinspiel auf den Dauer-Kontrahenten Buxtehuder SV, den man im Pokalhalbfinale 50 Minuten mit spielerischer Raffinesse und enormer Durchschlagskraft vom Parkett gefegt hatte - wären da nicht die letzten zehn Minuten gewesen. «Unser Problem ist, dass wir in der Schlussphase mit 0:6 verlieren», hatte Trainer Thomas Ørneborg das Problem schnell erkannt.

THC-Trainer Herbert Müller nutzte diese HCL-Schwächeperiode, um sein Team optimal auf das Pokalfinale einzustellen, was er am Ende mit «einer Handball-Demonstration aus einem Guss» und einem 30:22 klar gewann. Und auch Buxtehude-Coach Dirk Leun bekam plötzlich neue Erkenntnisse geliefert. «Es wäre ja schlimm, wenn wir diese Sachen nicht erkennen würden», meinte er süffisant.

Die erste Niederlage im Trikot des HC Leipzig war für Neu-Trainer Orneborg im erst sechsten Spiel richtig deprimierend. Gerade hatte er dem Team in nur vier Wochen neues Leben eingehaucht und neue Impulse gesetzt. Im Pokal-Halbfinale gegen Buxtehude sah der Däne ein spielfreudiges Team mit enormer Durchschlagskraft. Doch im Finale lief nichts mehr zusammen. Nur Anne Hubinger, die zwischenzeitlich als siebte Feldspielerin sogar kurz ins HCL-Tor musste, brachte Normalform - der Rest fand praktisch nicht statt. «Ich nehme mich da mit rein, nehme die Niederlage zum Teil auf meine Kappe, auch ich muss mehr vorangehen mit meiner Leistung», meinte Schülke selbstkritisch. «Mental haben wir den falschen Tag erwischt», bilanzierte Ørneborg.

Am Montag wertete der HCL die Niederlage noch einmal per Video aus und absolvierte ein Regenerationstraining ohne Ball. «Das Thema wurde analysiert und abgehakt, wir schauen jetzt nach vorn», meinte HCL-Manager Kay-Sven Hähner. Der Trainer sagte nach einer schlaflosen Nacht: «So ist das im Sport. In den Köpfen entscheidet sich, was auf dem Parkett passiert.» Daher erwartet der Coach wie auch Torhüterin Schülke ein sehr schweres Spiel in Buxtehude. «Quervergleiche und Ergebnisse vergangener Spiele spielen gar keine Rolle vor solchen Spielen. Jedes Spiel beginnt neu», sagte Mannschaftskapitän Schülke.