20.04.2013 18:01 Uhr - DHB-Pokal - Felix Buß, HBF

HC Leipzig spurtet gegen Buxtehude in das Pokalfinale

Anne Müller war ein wichtiger FaktorAnne Müller war ein wichtiger Faktor
Quelle: sportseye.de
Statt eines Siebenmeterwerfens, wie im Vorjahr beim Spiel um Platz drei, zeichnete sich im zweiten Halbfinale des diesjährigen Frauen F4 zwischen dem Buxtehuder SV und dem HC Leipzig früh eine Entscheidung ab. Aus einer starken Abwehr setzte sich der HC Leipzig schnell ab und kontrollierte die Begegnung danach. Der Buxtehuder SV konnte im weiteren Verlauf nur phasenweise überzeugen und scheitert im zweiten Halbfinale vor 3000 Zuschauern nach 11:16-Halbzeitrückstand knapp mit 25:28. Leipzig trifft im Endspiel auf den Thüringer HC. Der Buxtehuder SV misst sich im Spiel um den, möglicherweise für den europäischen Wettbewerb relevanten, dritten Platz auf Gastgeber Frisch Auf Göppingen.

Der HC Leipzig verschaffte sich über eine starke Abwehrarbeit früh einen Vorteil. Der Buxtehuder SV sah seine Spielzüge immer wieder durchkreuzt. Auch eine frühe Auszeit von Trainer Dirk Leun änderte daran nichts, zumal Leipzigs Torfrau Katja Schülke unter anderem drei Strafwürfe abwehrte. Hinzu kam eine frühe Strafzeit gegen Buxtehudes Spielmacherin Randy Bülau, die ihr Team nach zehn Minuten bei 2:7-Rückstand in Unterzahl brachte. Auch ein Ballgewinn von Diane Lamein gereichte den Niedersächsinnen nicht zum Vorteil, da sich der HC Leipzig in der Deckung rasant formierte. Nach dem 2:8-Gegenstoßtreffer von Natalie Augsburg forderte Leun gleich die zweite Teambesprechung.

Nun deckte der BSV kompakter und brachte Leipzig mit schneller Beinarbeit erstmals in Verlegenheit. HCL-Trainer Thomas Ørneborg reagierte schnell: Gerade einmal zweieinhalb Minuten sah er zu, ehe er seine Spielerinnen zur Seitenlinie beorderte. Zunächst spielte aber weiter der Buxtehuder SV, der vorne und hinten vom Einsatz Marcella Deens profitierte. Die niederländische Kreisläuferin interpretierte ihren vorgezogenen Part in der Abwehr geschickt und verschaffte ihren Kolleginnen im Angriff Räume. Ballgewinne in der Deckung oder im Rückzug kamen hinzu. Allerdings fehlte dem BSV die nötige Effektivität in der Offensive, dadurch blieb es bei einem Sechs-Tore-Rückstand.

Zehn Minuten vor der Pause verpasste Buxtehude das 7:12, und Leipzig schlug wieder zu: Luisa Schulze und Michelle Urbicht erhöhten schnell auf 6:14. Binnen Fünf Minuten nahmen die Sächsinnen das Heft wieder in der Hand, weil der BSV in die alten Fehler der ersten Phase der Partie verfiel und sich daraufhin abermals mühsam herankämpfen musste. Und wenn es in der Offensive funktionierte, war die Leun-Sieben im Gegenzug hinten oftmals einen Schritt zu spät. Jana Stapelfeldt hätte in dieser Phase die Lebensversicherung der Norddeutschen sein können, das hohe Tempo der Partie kam aber den Leipzigerinnen entgegen, die zur Pause souverän mit 16:11 führten.

Karolina Kudlacz, die schon in der ersten Halbzeit wichtige Akzente aufseiten des HC Leipzig gesetzt hatte, sorgte direkt nach Wiederanpfiff fast im Alleingang beim 11:18 für die vermeintliche Vorentscheidung. Zweimal traf die polnische Nationalspielerin selbst, einmal legte sie routiniert auf Anne Müller an den Kreis ab. Die Sächsinnen verpassten es zwar zunächst nachzusetzen, doch als Katja Schülke einen Rückraumwurf der Buxtehuderinnen abfing und Anne Hubinger beim 14:20 bereits zum dritten Mal netzte, schien sich die vorübergehende Nachlässigkeit der Ørneborg-Sieben nicht negativ auszuwirken. Anne Müller hielt ihr Team mit weiteren Kreistreffern auf Kurs.

Dass der Buxtehuder SV kämpfte, war indes nicht zu übersehen. Gerade die Kreisanspiele auf Anne Müller bedeuteten aber immer wieder Leipziger Nadelstiche, die Dirk Leun nach vierzig Minuten zum dritten Team-Timeout greifen ließen. Die 21-jährige Sarah Lamp sollte nun besser auf Anne Müller achten und kam ihrer Doppelaufgabe auch in der Offensive mit großem Eifer nach. Als nach einer Dreiviertelstunde Randy Bülau wieder in die Spielsteuerung rückte, belief sich der BSV-Rückstand beim 18:24 weiterhin auf sechs Tore. Doch Buxtehude schrieb sich auch bei 20:27 nicht ab.

Der HC Leipzig behielt letztlich die Oberhand und zieht ins Endspiel ein. Den Sächsinnen gelang es über die gesamte Spielzeit hinweg besser, das Spieltempo hoch und die Fehlerzahl gering zu halten. Wenn der Buxtehuder SV eine taktische Änderung vollzog, konnte sich der HCL üblicherweise schnell darauf einstellen. Dieser Eindruck wurde allerdings in der Schlussphase bei einer offensiven Deckung des BSV verwischt: Die frühere Leipzigerin Katja Langkeit nutzte mehrere Ballgewinne zu Kontern und sorgte für das 23:27. Leipzig glückte in der Offensive nichts mehr, der Faktor Zeit und ein weiterer Kudlacz-Treffer, sowie eine Strafwurfparade Schülkes, sorgen aber für einen 28:25-Erfolg Leipzigs.