19.06.2006 08:31 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Heiner Lehmann

"Ich habe viel gelernt" - Jenny Karolius im Interview

Jenny KaroliusJenny Karolius
Quelle: Heiner Lehmann - sportseye.de
Zu Saisonbeginn war Kreisläuferin Jenny Karolius aus Berlin zum SC Markranstädt gewechselt und erreichte mit den "Piranhas" gleich im ersten Anlauf die Play-offs. Der große Traum vom Aufstieg wurde noch nicht wahr, doch auf diesen arbeitet das Team auch in der kommenden Spielzeit hin, Ende Juli beginnt die Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Im Interview blickt Jenny Karolius, die unter flummionline.de im Netz zu finden ist, zurück auf die abgelaufene Spielzeit und voraus auf die bevorstehende Saison.

Jenny KaroliusJenny Karolius
Quelle:
Die erste Saison beim SC Markranstädt liegt hinter dir – Zeit also für ein kleines Resümee. Wie hast du in die Mannschaft gefunden und wie kommst du mit der "neuen Heimat" klar?

Jenny Karolius:
Ich hab mich hier super eingelebt. Die Stimmung in der Mannschaft ist richtig toll. Wir haben viel Spaß auch außerhalb der Halle. Jetzt muß das dieses Jahr nur noch mit dem Uniplatz klappen.

Sportlich lief es für dein Team in der vergangenen Spielzeit nicht schlecht, auch wenn euch der ganz große Wurf nicht gelang. Wie sieht die Bilanz aus deiner Sicht aus?

Jenny Karolius:
Ich finde, wir haben wirklich eine tolle Saison gespielt, mit Höhen und Tiefen, aber die hat man ja immer dabei. Wir sind als Team immer weiter zusammengewachsen, besonders als wir die Ausfälle von Anni und Juri kompensieren mußten. Das hätte auch ganz anders laufen können. Daß es am Ende nicht ganz gereicht hat, ist schade, aber kein Untergang. Ich finde es schon toll, daß wir es überhaupt so weit geschafft haben.

Und für dich persönlich?

Jenny Karolius:
Ich habe in diesem Jahr schon sehr viel gelernt, sportlich, aber auch für mich persönlich. Unsere erfahrenen Spielerinnen sind auch immer bereit, ihr Wissen und ihre persönliche Erfahrung an die Jüngeren weiterzugeben, und das finde ich richtig klasse. Was mich auch weitergebracht hat, war vor allem das Vormittagstraining. Hier haben Anni und ich immer viel Technik trainiert. Also solche Sachen, die man ins Mannschaftstraining kaum mit einbeziehen kann.

Dein Trainer Rüdiger Bones hat dich in den letzten Wochen verstärkt auf Linksaußen "umgeschult". Wie kommst du auf der neuen Position klar oder zieht es dich nur zurück an den Kreis?

Jenny Karolius:
Gezwungenermaßen hab ich diese zweite Position gefunden. Durch den Ausfall von Juri bin ich auf Linksaußen gelandet. Am Anfang war es etwas gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile komme ich immer besser klar und fühle mich auf dieser Position auch recht wohl. Es kann ja nicht schlecht sein, auf einer zweiten Position spielen zu können. Uta [Bones, d. R.] hat mir hier auch viel weitergeholfen und immer nützliche Tips gegeben.

Darauf folgt in Interviews üblicherweise immer die Frage nach der Perspektive und den Zielen. Du bist gerade 20 geworden. Wann muß der Sprung in die Bundesliga kommen?

Jenny Karolius:
Ja, wenn ich das wüßte! Ich kann hier auf jeden Fall noch viel lernen. Am tollsten wäre es natürlich, mit dem jetzigen Team aufzusteigen. Vielleicht klappt das ja nächstes Jahr ...

Und außer dem Handball: auf der beruflichen Seite lief ja im vergangenen Jahr nicht alles wunschgemäß für dich ...

Jenny Karolius:
Also, das muß dieses Jahr wirklich klappen. Ich hab mich in Leipzig und Halle fürs Studium beworben und noch für ein Ausbildungsplatz zur Ergotherapeutin.

Neben dem eigenen Training betreust du ein Mal pro Woche deine Kindergruppe als Übungsleiterin. Wirst du das auch mit dem Studium oder der Ausbildung noch zeitlich unter einen Hut bringen?

Jenny Karolius:
Wenn es zeitlich klappt, möchte ich das auf jeden Fall weitermachen. Es macht schließlich viel Spaß.

Und privat läuft alles rund? Kommt eine etwas schräge Berliner Großstadtpflanze wie du in einem lauschigen Städtchen wie Markranstädt überhaupt zurecht?

Jenny Karolius:
Naja, ich kannte das auch schon aus der Heimat. Meine Eltern wohnen ja auch außerhalb von Berlin. Manchmal ist es schon schön, wenn man seine Ruhe hat. Wenn man es ein bißchen lauter braucht, ist man ja auch schnell in der Leipziger City, um Party zu machen. Aber es ist komisch, wenn man hier bei uns im Örtchen so schnell erkannt wird und dann einer quer durch die ganze Kaufhalle brüllt, obwohl man doch einfach nur schnell einkaufen will.

Deine Website gibt es jetzt bereits fast zwei Jahre, sie ist immer aktuell und vor allem persönlich. Macht es nach wie vor Spaß und vor allem: was dürfen deine Fans demnächst auf www.flummionline.de erwarten?

Jenny Karolius:
Na klar macht es Spaß. Auch wenn es ab und zu etwas anstrengend ist. Manchmal hat man halt keine Lust und muß trotzdem was schreiben. Aber wenn man sieht, wie viele Leute täglich auf die Seite gehen, weiß man, daß es sich lohnt. Ich denke, das mit dem Flummi-Blog werden wir weiter machen. Und dann ist vielleicht wieder mal ´ne Fotoserie fällig. Da müssen der Heiner und ich vielleicht noch mal ´n richtiges Brainstorming machen und dann kommt da wieder ´ne verschärfte Idee raus.

Also wird man auch hin und wieder erfahren, was eine Handballerin in der spielfreien Zeit tut?

Jenny Karolius:
Na klar, das kann ja manchmal auch recht interessant sein. Irgendwie müssen wir ja über die Sommerpause kommen.

Flummi, vielen Dank für das Gespräch. Vor allem aber ein paar erholsame Wochen im Sommer und viel Erfolg in der neuen Saison.