13.04.2013 13:43 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Oldenburg fiebert Rückspiel entgegen - Leverkusen sieht noch alle Chancen

Laura van der Hejden trifft erneut auf Laura SteinbachLaura van der Hejden trifft erneut auf Laura Steinbach
Quelle: Hermann Jack
Mit 25:24 behielt der VfL am vergangenen Sonntag die Oberhand im ersten Duell zwischen dem Tabellenfünften Leverkusen und dem -vierten Oldenburg. Eine gute Ausgangsposition sei das, betonten Vfl-Trainer Leszek Krowicki sowie Spielerin Barbara Hetmanek, aber, sagte Hetmanek, „so überragend waren wir dann auch nicht. Jetzt geht es fast wieder bei Null los“.

Mit Bayer 04 Leverkusen kommt ein Gegner, der dem VfL in den letzten vier Partien unterlegen war: im Hinspiel, in den beiden Begegnungen in der Hauptrunde (29:36 und 31:35) und im Pokalendspiel der vergangenen Saison (30:35). Oldenburg deshalb aber zum Über-Favoriten zu erklären, führt zu weit, denn just vor dem Triumph im DHB-Pokal setzte sich im Playoff-Viertelfinale 2011/12 Leverkusen mit Heimsieg und Remis in Oldenburg gegen den VfL durch. „Leverkusen ist gut besetzt, hat hochinteressante Spielerinnen und deutlich mehr Nationalspielerinnen als wir. Wir wissen alle um die Gefahr, wir müssen an unsere Grenze gehen“, sagte der Coach. Nichts anderes als das Erreichen des Halbfinales sei das Ziel. „Die Spannung ist bei allen spürbar, die Mannschaft brennt.“

„Wir wollten eine gute Ausgangslage, und wir haben eine gute Ausgangslage“, sagte Krowicki, der jedoch auch weiß: „Das Ergebnis ist logischerweise keine Garantie. Wir haben noch nichts erreicht.“ Das sieht man im Lager der Elfen nicht anders. „Ein Tor ist sehr wenig“, sagt Trainerin Heike Ahlgrimm, die aufgrund der geringen Torausbeute im Hinspiel davon überzeugt ist: „Wer das Rückspiel gewinnt, der ist im Halbfinale.“

Die Leverkusener Spielerinnen gehen optimistisch an die Auswärtsaufgabe heran. „Wir können besser spielen“, sagt Kim Naidzinavicius, die den Rückstand „machbar“ nennt. „Alles ist möglich. Ein Tor ist nichts“, glaubt auch die im Hinspiel sechsmal erfolgreiche Naiara Egozkue Extremado, die überzeugt ist: „Wir können das schaffen, müssen für das Weiterkommen noch mehr arbeiten.“ Die zurzeit verletzte Torhüterin Valentyna Salamakha, die ihren Vertrag mit den Elfen um ein Jahr bis 2014 verlängert hat, fordert: „Die Abwehrarbeit muss besser werden. Und natürlich die Siebenmeter-Quote.“

„Wir haben das Spiel analysiert und besprochen“, sagt Heike Ahlgrimm, die sich von ihrem Team eine „Topleistung“ erhofft und verspricht: „Wir müssen unser Potenzial abrufen und werden Vollgas geben!“ Personell hat sich bei beiden Teams eher wenig getan. Beim VfL sind, abgesehen von Rabea Neßlage (Kreuzbandriss), alle mehr oder weniger fit. Bei den Gästen wird wohl wieder die Halbrechte Denisa Glankovicova fehlen.

Voll wird es allerdings werden. Selten war es bei Spielen des Handball-Bundesligisten VfL Oldenburg so eng in der heimischen EWE-Arena: Zum Heimspiel gegen den HC Leipzig am 3. März war die Halle mit 2200 Zuschauern ausverkauft, gegen den Buxtehuder SV kamen am 27. März – ein Mittwoch – 2020 Besucher. Nun steht der (vorläufige) Saison-Höhepunkt mit dem Rückspiel im Playoff-Viertelfinale gegen Bayer Leverkusen am kommenden Sonntag (14.4.2013, 16.30 Uhr, EWE-Arena) an – und wieder wird das Rund wohl gut gefüllt sein.

„Wir rechnen mit einer ausverkauften Halle“, sprach VfL-Kreisläuferin Barbara Hetmanek im Vorfeld der Partie am Donnerstag auch im Namen ihrer Mannschaft. Die rührt kräftig die Werbetrommel für die Partie. Wiebke Kethorn produzierte ein Video mit Statements aller Spielerinnen und einigen packenden Spielszenen. Tenor: „Die EWE-Arena soll platzen. Wir brauchen eure Unterstützung!!“

Nimmt man den Vorverkauf als Maßstab, wird die Arena wohl tatsächlich fast „platzen“, sagt VfL-Marketingleiter Stefan Eickelmann: „Der Kartenverkauf bewegt sich auf dem Niveau der Partie gegen Leipzig.“ Besuchern rät der VfL, sich möglichst früh einen Platz zu sichern. Karten gibt es im Vorverkauf an allen bekannten Vorverkaufsstellen und auch in den Stadtbussen der VWG. Vier Stunden vor und nach der Partie gelten die Tickets auch als Fahrschein.

Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki im Videointerview: