10.04.2013 12:40 Uhr - 2. Bundesliga - red

Ober-Eschbach plant Zukunft: Zwei weitere Verlängerungen

Wechselt den Studienort: Katja GahnWechselt den Studienort: Katja Gahn
Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer
In der Liga ist die Lage akut bedrohlich, dessen ungeachtet treibt Zweitligist TSG Ober-Eschbach die Personalplanung für die nächste Runde voran. Derzeit kann der abstiegsbedrohte Aufsteiger noch nicht absehen, in welcher Liga man spielen wird. Die nächsten Verlängerungen kann der Klub aus der Kurstadt im Taunus allerdings schon bekannt geben.

Nachdem bereits vor ein paar Tagen die Weiterverpflichtung der zwei absoluten Leistungsträgerinnen, Torhüterin Sarah Harnisch und Top-Torjägerin Juliane Wittkopf, vermeldet werden konnte sowie Talent Julia Buße bereits bei ihrer Wiederverpflichtung im Winter für die kommende Runde unterschrieb, setzt das TSG Management mit weiteren Verlängerungen nun ein deutlich positives Zeichen für die Zukunft -auch wenn diese sportlich wohl eher 3. Liga lauten wird.

"Nelly Kovacikova ist gekommen für die zweite Liga. Bleiben wird sie auf jeden Fall", konnte Gerhard Döll berichten. "Ursprünglich hatten wir sie für die kommende Saison beobachtet und dann den Transfer in den Februar vorgezogen. Sie ist gerade 20 Jahre alt geworden und ein riesiges Talent", erläuterte der Ober-Eschbacher Manager. "In ihren sieben Einsätzen, die am Anfang natürlich nur Kurzeinsätze waren, konnte sie ihre Möglichkeiten andeuten. Im Training zeigt sie ihre enorme Sprung- und Schusskraft. In unseren Zukunftsplanungen ist sie für den Rückraum und Linksaußen eingeplant. Ihre internationalen Einsätze für die Nationalmannschaft der Slowakei werden sie auch noch weiter bringen. Für den zukünftigen Trainer wird es eine spannende Aufgabe ihre Flexibilität zu nutzen. Wir freuen uns Nelly auch zukünftig im Team zu haben", konnte Döll Vollzug mit der Slowakin melden.

Kovacikova hatte "wegen Vertragsproblemen" im Winter den Kontrakt mit ihrem Ex-Verein gelöst. "Ich stand vor einem Wechsel zu einem anderen Zweitligisten, auch da wurde ich in Sachen Verlässlichkeit enttäuscht. Entsprechend skeptisch war ich beim ersten Ober-Eschbacher Kontakt", erinnerte sich Kovacikova, "als ich mir Rat bei dem Kapitän unserer Nationalmannschaft holte, sie spielt beim Deutschen Meister Thüringer HC, riet sie mir, hier zu unterschreiben, da sie Gerhard Döll gut kennt."

In der Folge ging dann alles sehr schnell. "Man hat mir nicht zu viel versprochen. Das Klima im Team ist ganz toll und unsere Betreuung großartig. Ob Wohnmöglichkeit, Deutschkurs in der VHS und viele andere Dinge - überall bekomme ich Hilfe", meint Kovacikova, die sich allerdings gerne mit einigen Siegen mehr zu Wort gemeldet hätte. "Leider fehlt der absolute sportliche Erfolg . Die 2. Liga ist gefährdet und da wollte ich ja spielen. Trotzdem werde ich auf jeden Fall nächste Saison hier sein. Das habe ich in langen Gesprächen mit Gerhard, meiner Familie und meinem Freund so besprochen. Egal in welcher Liga, ich werde mein Bestes geben und bin überzeugt, dass wir ein starkes Team haben werden."

Heßler bleibt ebenfalls

Auch der Kapitän bleibt an Bord. "Jana Heßler ist mit 22 Jahren die "Organisationsleitung" und Kapitän des Teams. Eine echt verlässliche Größe, die das Thema Handball lebt", schätzt Manager Döll, "wer sich viel kümmert, läuft natürlich auch Gefahr, mal vom "Kerngeschäft" abgelenkt zu werden. Dies und die obligatorischen Leistungsschwankungen junger Spielerinnen, erklären sicher auch gewisse Wellenbewegungen ihrer Leistungskurve in dieser Saison. Aber wer erst 22 Jahre ist, die erste Saison in der zweiten Liga spielt, dem sei dies gerne zugestanden."

Nach Ansicht der Verantwortlichen ist Heßler noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen. "Insgesamt ist Jana ein unverzichtbarer Teil unserer Zukunftsplanungen und wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Zukunft", freute sich Döll über die Zusage der Rückraumspielerin.

"Ich habe gerne verlängert, weil hier das Gesamtpaket stimmig ist. Es kommt dann bereits meine sechste TSG Saison. Die Basis zum Management stimmt und wir können uns immer auf die Aussagen und Zusagen verlassen. Das Verhältnis zu Sponsoren Helfern und Fans ist immer gut. Obwohl wir in der Tabelle nicht gut dastehen, kommt keine schlechte Stimmung auf und alle halten zueinander", bewertete Heßler ihre Perspektive..

"Sehr wichtig ist für mich natürlich, das Verhältnis der Spielerinnen untereinander. Das ist einfach perfekt und ich freue mich auf jedes Training mit den Mädels", so Heßler, die auch schon vorausschaute: "Falls wir absteigen sollten, weiß ich, dass jede einzelne bereit ist, nächste Saison alles zu geben um wieder an der Tabellenspitze zu spielen."

Trotz der schweren Lage auf einem Abstiegsplatz zeigte sich der Ober-Eschbacher Kapitän optimistisch: "Der große Zusammenhalt und sowie mein Vertrauen in die handelnden Personen die uns in der jüngsten Vergangenheit erst den Höhenflug ermöglicht haben, macht mich sicher, dass es sich auch der nächsten Saison lohnt Spielerin, Funktionär, Helfer, Fan, Partner oder Zuschauer der TSG Handball Frauen zu sein." Nicht mehr zur TSG gehören wird unterdessen Katja Gahn. Die Linkshänderin wird ihr Studium in einer anderen Region fortsetzen und folglich auch nicht weiter in Ober-Eschbach spielen können. "Katja war ein Eckpfeiler der Meistermannschaft. Auch wenn sie in dieser Saison nicht ganz ihre eigenen und unsere Erwartungen erfüllt hat, werden wir sie vermissen", meinte Gerhard Döll, "mit ihrer Persönlichkeit und als Teamplayerin hat sie zwei Jahre lang überzeugt. Linkshänderinnen im Rückraum sind ohnehin rar. Eine Spielerin für diese Position zu finden wird eine komplizierte Aufgabe."