07.04.2013 18:46 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm, VfL Oldenburg

Oldenburg und Leverkusen liefern sich enges Hinspiel

Julia Wenzl: "Das ist eine fast optimale Ausgangsposition"Julia Wenzl: "Das ist eine fast optimale Ausgangsposition"
Quelle: Hermann Jack
Das Playoff-Viertelfinale in der Handball-Bundesliga zwischen Bayer Leverkusen und dem VfL Oldenburg ist nach dem Hinspiel am heutigen Sonntag völlig offen, die bessere Ausgangsposition allerdings gehört dem VfL. Die stets enge und hart umkämpfte Begegnung vor 964 Zuschauern in der Leverkusener Smidt-Arena endete 25:24 (14:13) für den VfL.

Oldenburg bestimmte die Partie vielleicht einen Tick mehr und lag vor allem in der zweiten Halbzeit häufiger vorne. Eine höhere Leverkusener Niederlage verhinderte auch Natalie Hagel, die insgesamt 20 Oldenburger Würfe entschärfte. „Das ist eine fast optimale Ausgangsposition. Zuhause stehen noch mehr Fans hinter uns, und wir spielen auch noch besser“, sagte Julia Wenzl, die 15 Sekunden vor Schluss über die schnelle Mitte für den Siegtreffer gesorgt hatte. „Das letzte Tor darf uns nicht passieren“, ärgerte sich Laura Steinbach: „Da müssen wir kompakter stehen.“

Die Gastgeberinnen mussten wie erwartet ohne die Halbrechte Denisa Glankovicova auskommen (Muskelfaserriss in der Wade). Für sie spielte Marlene Zapf auf dieser Position – und die Linkshänderin war von Beginn an brandgefährlich in einem Duell zweier aggressiver Mannschaften, denen die Entschlossenheit von der ersten Sekunde auch in der Körpersprache anzusehen war. So hatten es beide Mannschaften schwer, sich abzusetzen. In Ansätzen gelang das dem VfL Mitte der ersten Hälfte, als Lois Abbingh zweimal per Durchbruch und Wenzl zweimal aus der zweiten Reihe vier Tore zur 11:8-Führung erzielten (20.)

Bei Leverkusen knackte Zapf die offensive Deckung Oldenburgs vor allem mit sehenswerten Durchbrüchen, die achtfache Torschützin Laura Steinbach wie meist mit Würfen aus der zweiten Reihe. Auch Linksaußen Naiara Egozkue Extremado (6) stellte den VfL ab der zweiten Hälfte vor einige Probleme.

Doch insgesamt erwies sich die Oldenburger Deckung – ab der zweiten Hälfte noch offensiver aufgestellt – als zu stabil. Und obwohl beide Teams eine Reihe technischer Fehler produzierten und die andere Mannschaft zu Kontern einluden – oder sie durch ihre Aggressivität dazu zwangen –, konnten die mitgereisten etwa 75 Oldenburger Anhänger nie den Eindruck haben, dass ihre Mannschaft mit der Drucksituation nicht umgehen könnte.

Nerven zeigten da eher die Gastgeberinnen, etwa bei drei verworfenen Siebenmetern. Allein zwei davon parierte die im Spiel gar nicht eingesetzte Julia Renner: „Manchmal zahlt sich das Videostudium eben aus“, lachte die Torfrau nach der Partie. Mitspielerin Tess Wester zeigte ebenfalls eine gute Leistung. Schon früh hielt Wester ihr Team mit einer Doppel-Parade gegen Zapf und Stefanie Egger (4.) in der Partie, ließ sich auch durch einen Kopftreffer in dieser Szene nicht aus der Konzentration bringen.

Nach der Pause übernahmen zunächst die „Elfen“ die Führung (18:16/40.), mit einer 5:1-Serie aber dann der VfL mit einer nun sehr treffsicheren Laura van der Heijden, der so 21:19 (50.), 22:20 (52.) und 23:21 (53.) führte, einen weiteren Drei-Tore-Vorsprung aber verpasste.

„Nichts anderes als ein spannendes Spiel war hier zu erwarten“, sagte Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki. „Das Ergebnis ist gut für uns, aber die Entscheidung wird in Oldenburg fallen. Wer das zweite Spiel gewinnt, erreicht das Halbfinale. Bis dahin haben wir eine Menge zu arbeiten und eine Menge zu analysieren.“ Gegenüber Heike Ahlgrimm sprach von einer „intensiven und kampfbetonten“ Partie: „Nichts ist entschieden. Ein Tor ist sehr, sehr wenig. Das Rückspiel wird entscheiden. Wir haben das Potenzial auf mehr.“

Am kommenden Sonntag (14.4., 16.30 Uhr) in der EWE-Arena zeigt sich, wer mehr zulegen kann. Nach 2010 und 2011 könnte Oldenburg zum dritten Mal ins Halbfinale der Meisterschafts-Playoffs einziehen. Der VfL erwartet zu dieser entscheidenden Partie weit über 1500 Zuschauer. Karten sind im Vorverkauf an allen bekannten Stellen oder über die VfL-Homepage zu erwerben.