28.02.2013 20:31 Uhr - 1. Bundesliga - Harry Traubenkraut - Rhein-Zeitung

Vulkan-Ladies vor erneutem "Endspiel" um den Klassenerhalt

Gegen Trier zuletzt kaum zu überwinden: "Lisi" HerbstGegen Trier zuletzt kaum zu überwinden: "Lisi" Herbst
Quelle: Andreas Walz
In der Frauen-Handball-Bundesliga sind noch vier Spieltage, sowie eine Nachholpartie (TuS Metzingen-HSG Blomberg am 09. März) zu absolvieren und vor dem dem Heimspiel der Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern gegen die TuS Metzingen am Freitag um 20.00 Uhr hat sich die die Lage im Abstiegskampf durch die jüngsten Resultate zugespitzt.

Bei einem Erfolg im Gastspiel vergangenen Sonntag bei der HSG Blomberg/Lippe hätten die Vulkan-Ladies den Rechenschieber bei Seite legen können. Doch statt des Aufsteigers tat dies dann die HSG, nachdem sie die lange Zeit ebenbürtigen Vulkan-Ladies in den letzten zehn Minuten noch mit 33:28 distanzierte. HSG-Trainer Andre Fuhr atmete jedenfalls tief durch: „Das war ein Riesen-Schritt in Richtung Klassenerhalt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass eine Mannschaft mit zwölf Punkten noch abgestiegen ist", meinte er, nachdem sein Team mit nun 12:22 Punkten den achten und letzten Playoff-Platz festigte.

Ausgerechnet Koblenz/Weibern (10:26) und der kommende Gegner aus Metzingen (8:26) sind nun wieder in Bedrängnis, nachdem die noch auf Abstiegsrang Elf stehenden Trier Miezen (7:29) mit einem neuerlichen Remis in der Schlussminute (30:30 gegen FHC Frankfurt/Oder) wieder Boden gut gemacht haben. Nun also geht beim Trio das große Rechnen von vorne los und dem Restprogramm der drei kommt große Bedeutung zu. Wobei Vulkan-Ladies-Trainerin Ildikó Barna weniger rechnen, sondern vielmehr handeln möchte. „Uns geht es wie allen Mannschaften. Wir haben keine Lust auf Fremdergebnisse angewiesen zu sein. Deshalb wollen wir Metzingen schlagen, zumal wir anschließend mit Leipzig, Thüringen und Buxtehude die Top-Drei-Teams der Liga zum Gegner haben.“

Barna weiß um das schwerste Restprogramm aller Kandidaten, kann aber auf immerhin drei Punkte Vorsprung auf Trier setzen. Entsprechend ist der Druck für VL-Gegner Metzingen noch größer. Den „TusSies“ sitzt schließlich Trier unmittelbar im Nacken. Barna meint: „Sie haben zwar das beste Torverhältnis von uns dreien und auch noch den Trumpf des zusätzlichen Heimspiels gegen Blomberg, aber der heiße Atem von Trier kann da schon zur Hypothek werden“.

Bleiben also noch die Trierer Miezen. Gegen die spricht die Punktzahl und das Torverhältnis, aber zwei „Bonuspunkte“ winken ausgerechnet am vorletzten Spieltag, wenn die abgeschlagene HSG Bad Wildungen nach Trier reist. Dadurch kann es am letzten Spieltag zum Fernduell kommen und da Trier in der Hinrunde bereits Blomberg zu Hause schlagen konnte, wären die Trier Karten in Blomberg sicher besser, als die von Koblenz/Weibern in Buxtehude.

Die Ungarin baut zwar „auf die sportliche Fairness und Glaubwürdigkeit Blombergs, selbst wenn es für die dann vielleicht um nichts mehr geht, aber wir wollen unser Schicksal lieber selbst in die Hand nehmen“. Mit Fuhr teilt sie die Einschätzung, dass zwölf Punkte am Ende für den Klassenerhalt langen. Nachdem den (Grippe geschwächten) Vulkan-Ladies beim Gastspiel an der Lippe am Ende die Kräfte ausgingen, wollen sie eben diese nun nochmals mobilisieren. Barna: „Es wird ein Kampf auf Biegen und Brechen. Metzingen spielt einen attraktiven, schnellen Handball, den wir im Hinspiel beim 24:32 zu spüren bekamen. Aber seitdem sind wir deutlich stabiler geworden und außerdem spielen wir zu Hause. Unser außergewöhnliches Publikum ist da ein großer Trumpf und bislang hat meine Mannschaft doch auch genau diese Druckspiele gewonnen“.

Gerade deshalb hofft sie darauf, dass die Conlog-Arena angesichts der Tabellensituation erneut gut gefüllt sein wird. „Wenn wir 2000 Handballbegeisterte gegen Trier mobilisieren konnten, dann muss das doch nochmal gelingen. Es müssen nur alle Handballer kommen, die Freitags frei haben.“ Die Personalsituation im Lager der Vulkan-Ladies hat sich dabei entspannt „Einige sind noch nicht wieder ganz gesund, aber notfalls kämpfen bis der Arzt kommt, werden wir “. Dies wird auch für die TuS Metzingen gelten, die jedoch im letzten Spiel (28:31 gegen Oldenburg) ihre starke Torfrau Sabine Stockhorst (Kreuzbandriss) verlor. Barna: Sie haben aber zwei gute Torhüterinnen. Ich hoffe, wir am Freitag auch“.