14.02.2013 14:20 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, PM THC

Thüringer HC rüstet auf: Verpflichtung von Mietzner und Krause bestätigt

Franziska Mietzner - in der nächsten Saison im Trikot des Thüringer HCFranziska Mietzner - in der nächsten Saison im Trikot des Thüringer HC
Quelle: Hermann Jack
Der deutsche Handball-Meister Thüringer HC hat die Nationalspielerin Franziska Mietzner und Jana Krause ab der kommenden Saison unter Vertrag genommen. Dies gab der Verein am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt. Torhüterin Krause vom Bundesliga-Spitzenreiter Buxtehuder SV erhielt einen Dreijahresvertrag. Rückraumspielerin Mietzner, derzeit in Diensten des FHC Frankfurt/Oder, unterschrieb für zwei Jahre. "Wir wollen auf diesen Positionen Druck erzeugen", sagte THC-Coach Herbert Müller. Der Verein will nun auch die auslaufenden Verträge von Torhüterin Maike März und Torjägerin Nadeshda Nadgornaja verlängern. Katarina Tomasevic, die bisherige Torfrau Nummer drei, wird laut Müller den THC allerdings verlassen.

Dass Jana Krause einen guten Draht zu Herbert Müller hat, ist kein Geheimnis und machte so die Wahl für den Thüringer HC nicht schwer. "Ich hatte vier schöne Jahre in Buxtehude und fühle mich hier auch wohl. Ich möchte mich jedoch noch einmal neuen Herausforderungen stellen", so Jana. Gerade mit Herbert Müller verbindet sie ihre ersten große Erfolge im Handball. Als Torhüterin wurde Jana Krause mit dem 1. FC Nürnberg zweifache deutsche Meisterin in den Jahren 2007 und 2008.

Jana Krause studiert an der Hochschule Ansbach „Internationales Management“ und will noch in diesem Jahr als Bachelor abschließen. „Beruflich habe ich noch keine konkreten Vorstellungen. Vielleicht werde ich noch den Master machen“, sagte Jana Krause auf die Frage nach ihren beruflichen Perspektiven. Sportlich sieht Jana Krause ihre Ziele klarer. Sie möchte mit dem Thüringer HC deutscher Meister werden. Mit diesem Titel würde sie sich 2013 auch gern in Buxtehude verabschieden. Sie hat die Auftritte des THC in der Champions League verfolgt und hofft, dass sie ihren Anteil beitragen kann, um in der kommenden Saison die Hauptrunde des Wettbewerbs zu erreichen.

In der Nationalmannschaft hatte Jana Krause bereits mehrere Einsätze. Als Nr. 3 im Tor des DHB-Teams absolvierte sie mehrere Auswahllehrgänge und bestritt bisher 20 Länderspiele. „Mit der Nationalmannschaft mache ich mir keinen Stress mehr. Das habe ich zu lange gemacht. Ich nehme es so, wie es kommt und werde meine Leistung bringen. Natürlich werde ich alles mitnehmen, dazu bin ich zu ehrgeizig.“ Dem Konkurrenzkampf um das THC-Tor sieht sie unterdessen gelassen entgegen und wird ihn gern annehmen.

Besonders freut sie sich auf Maike März. Beide kennen sich nicht nur als sportliche Gegnerinnen aus der Bundesliga, sie absolvierten gemeinsame Lehrgänge bei der Nationalmannschaft. „Neben aller Konkurrenz ist man als Torhütergespann ein Team im Team. Da muss sportlich und vor allem menschlich alles stimmen. Ich habe großen Respekt vor Maike. Unter Herbert Müller hat sie einen großen Leistungssprung gemacht. Natürlich will ich immer spielen, denke aber, dass wir bei den vielen Herausforderungen alle unsere Spielanteile bekommen und ich freue mich darauf“, sieht Jana Krause positiv nach vorn.

Ebenfalls bestätigt wurde auf der heutigen Pressekonferenz der Wechsel von Franziska Mietzner. Die 1,92 m große Rückraumspielerin kommt vom Ligakonkurrenten Frankfurter Handball Club, wo sie seit 2005 unter Trainer Dietmar Schmidt zur Nationalspielerin (191 Tore in 65 Länderspielen ) gereift ist. Bereits 2007 konnte sie mit dem U20-Nationalteam den Weltmeistertitel erringen. In der A-Nationalmannschaft debütierte sie im März 2009 und hat bisher an den Weltmeisterschaften in China (2009) und Brasilien (2011) teilgenommen. Als 20-Jährige wurde sie Bundesliga-Torschützenkönigin. Weitere Anerkennungen folgten: So wurde sie Spielerin der Saison 2008/09 und konnte sich 2011 über die Wahl zur "Handballerin des Jahres" freuen.

Ihre Mutter ist ihr dabei Vorbild und Ansporn zugleich - mit 260 Länderspieleinsätzen, einem Weltmeistertitel, einer Olympiamedaille und vielen Jahren als Torschützenbeste der DDR-Oberliga, hat Katrin Mietzner (geborene Krüger) Maßstäbe gesetzt. Gelegentliche Vergleiche mit ihrer Mutter kommentiert Franziska recht schlüssig. "Es war nie eine Belastung für mich, mit ihr verglichen zu werden. Ich freue mich, dass sie mir dieses Talent mitgegeben hat und sowohl sie als auch mein Vater (Jochen Mietzner war Ruder-Europameister) mich immer unterstützt haben. Das hat mir auch die Entscheidung, meine Heimat zu verlassen nicht leicht gemacht. Ich habe es immer genossen und geliebt, meine Eltern direkt bei mir haben zu können. Ich denke aber, dass drei Stunden Entfernung zur Heimat kein wirkliches Problem darstellen."

Franziska Mietzner ist Studentin der Betriebswirtschaft und wird dieses im Sommer mit dem Bachelor abschließen. Das Einleben in die Mannschaft sieht sie optimistisch:"Viele der Spielerinnen kenne ich ja bereits gut bis sehr gut, ich denke es wird mir nicht schwer fallen, mich schnell in die Mannschaft zu integrieren. Ich gehe zum Thüringer HC, weil ich in einem gut besetzten Team spielen und Teil dieses Teams sein will. Auf einer Position mit Nadja Nadgornaja zu spielen, sehe ich bei der Mehrfachbelastung der Mannschaft als notwendig und sowohl für die Mannschaft wie auch für meine Entwicklung positiv. Das haben Nadja und ich auch in der Nationalmannschaft schon gut hinbekommen."