04.02.2013 14:23 Uhr - 1. Bundesliga - PM BSV und red

Buxtehude präsentiert zwei neue Linkshänderinnen

Künftig in Buxtehude: Friederike GubernatisKünftig in Buxtehude: Friederike Gubernatis
Quelle: Stephan Weber
Zwei Linkshänderinnen gehen beim BSV, zwei Linkshänderinnen kommen. Doch an neue Vornamen muss sich niemand gewöhnen. Denn für Stefanie Melbeck (Schwangerschaft und Karriereende) kommt Stefanie de Beer (24), auf Friederike Lütz (ebenfalls Kariereende) folgt Friederike Gubernatis (24). Bereits in der vergangenen Woche wurde die Verpflichtung von Julia Gronemann (27) aus Bad Wildungen als Ersatz für die scheidende Torhüterin Jana Krause vermeldet.

Friederike Gubernatis gehört zum goldenen Jahrgang 1988, der 2008 unter Trainer Dirk Leun und unter anderem mit Lone Fischer und Antje Lenz U20-Weltmeister wurde. Was die wenigsten wissen: „Freda“ ist eigentlich fast eine Hamburger Deern – geboren in Tornesch bei Pinneberg. Hier hat sie auch mit dem Handball begonnen, bevor die Familie dem Vater – beruflich bedingt – nach Süddeutschland folgte.

In Ketsch reifte Friederike zur Jugend-Nationalspielerin. Vor vier Jahren gab es schon einmal Kontakte zum BSV, doch dann wechselte sie zum FHC Frankfurt/Oder. Dort gehörte die 1,77 Meter große Linkshänderin stets zu den Leistungsträgern und hat inzwischen schon 10 A-Länderspiele in ihrer Statistik.

BSV-Trainer Dirk Leun freut sich, dass „seine“ Weltmeisterin von 2008 ins Team kommt: „Sie muss den Platz von Steffi Melbeck einnehmen – im Deckungszentrum und im Angriff im Wechselspiel mit Isabell Klein.“ Dass die Neue ins Team passt, daran hat der Trainer nicht den geringsten Zweifel: „Eine absolute Team-Playerin mit großem Kämpferherz und sie spielt Handball stets mit vollem Körpereinsatz, eine ideale Verstärkung für unser Kollektiv.“

Für den BSV ist der Neuzugang ein doppelter Gewinn: Die studierte Sportwissenschaftlerin und Trainerin wird ab August auch im gemeinnützigen Bereich des größten Buxtehuder Sportvereins tätig sein. Einer ihrer künftigen Schwerpunkte: Die Zusammenarbeit des BSV mit den offenen Ganztagsschulen (OGS). Friederike Gubernatis: „Mein berufliches Ziel ist, möglichst viele Kinder für Sport zu begeistern.“

Manche Fans mögen denken, mit Stefanie de Beer (24) käme die nächste Niederländerin zum BSV. Doch weit gefehlt: Die 24-Jährige ist eine waschechte Berlinerin, den Namen verdankt sie allein den niederländischen Eltern ihrer Großmutter. „In Wahrheit spreche ich kein einziges Wort holländisch“, verrät die Linkshänderin lachend, „und im Land selbst war ich auch noch nie.“ Sie freue sich, dass sie jetzt endlich ihr großes Ziel 1. Bundesliga erreicht hat: „Ich musste nicht lange überlegen, als ich von Buxte das Angebot bekam.“

Bundesliga – das war schon lange ihr großer Traum. Die 1,78 Meter große Linkshänderin hat in ihrer Jugend bei Pro Sport Berlin gespielt, in den Frauen ein Jahr bei BVG Berlin. Bis dahin allerdings immer im rechten Rückraum. Jetzt spielt die de Beer in der fünften Saison bei den Füchsen in Berlin – und ist längst umgeschult auf Rechtsaußen. Beruflich hat Steffi de Beer eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau abgeschlossen. In Buxtehude wird jetzt noch ein Job für sie im kaufmännischen Bereich eines Unternehmens gesucht – mit reduzierter Stundenzahl, damit sie wie die anderen bis zu acht Mal die Woche trainieren kann.

„Ich möchte in der Zukunft noch einiges erreichen“, verrät de Beer. Ihr neuer Trainer Dirk Leun traut ihr sehr viel zu: „Steffi bringt alle Voraussetzungen für die Bundesliga mit, ist technisch gut ausgebildet und eine gute Abwehrspielerin.“

Bereits in der vergangenen Woche wurde Torhüterin Julia Gronemann als erster Neuzugang präsentiert. Um die Deutsche Meisterschaft hat sie bereits in der Jugend gekämpft – allerdings im Schwimmen. Julia Gronemann, die neue Torhütern des BSV, ist auch ausgebildete Rettungsschwimmerin der DLRG.

Auf die große Handball-Bühne kam die 1,83 Meter großer Torhüterin erst 2011 im Alter von 25 Jahren – mit dem Aufstieg der HSG Bad Wildungen in die 1. Bundesliga, an dem sie allerdings schon maßgeblich beteiligt war. In der 1. Liga wurde sie schnell zum Rückhalt ihres Teams. Dass Bad Wildungen in dieser Saison vermutlich absteigen wird, liegt gewiss nicht an ihr. Gronemanns Leistungen blieben auch anderen Clubs nicht verborgen – das Buxtehuder Angebot war nicht das einzige.

BSV-Trainer Dirk Leun ist von seinem Neuzugang überzeugt: „Julia ist eine reaktionsschnelle und sehr gute Torhüterin. Sie wird zusammen mit Antje Lenz ein starkes Torwart-Duo bilden.“ Mag sie sportlich eine Spätstarterin sein, die berufliche Ausbildung hat Julia Gronemann längst erfolgreich abgeschlossen: Dem Studium aufs Lehramt folgte der Vorbereitungsdienst, seit über einem Jahr schon ist die ausgebildete Gymnasiallehrerin für Deutsch und Sport an einem privaten Gymnasium tätig. Jetzt hofft sie, ab Sommer eine Anstellung an einem der beiden Buxtehuder Gymnasien zu finden – oder aber in der Umgebung. Gerne mit halber oder maximal 2/3 Stelle, um das volle Trainingspensum absolvieren zu können. Und eines will sie aus Bad Wildungen unbedingt mitnehmen: „Die Nummer 35 möchte ich weiterhin auf dem Rücken tragen…“