12.01.2013 12:04 Uhr - 1. Bundesliga - PM Oldenburg

VfL Oldenburg erwartet in Göppingen weiteren harten Kampf

Julia Wenzl will sich mit dem VfL in Göppingen durchsetzenJulia Wenzl will sich mit dem VfL in Göppingen durchsetzen
Quelle: Hermann Jack
Kräftig Bewegung ist in die Spitzengruppe der Handball Bundesliga Frauen geraten. Spätestens seit Mittwoch mischt sogar der noch vor der Pause im Dezember nach drei Niederlagen in Folge fast abgeschriebene VfL Oldenburg als neuer Tabellendritter wieder mit. Der VfL holte seit Weihnachten 7:1 Punkte und überholte vorgestern mit dem 35:30-Erfolg gegen den Frankfurter HC den HC Leipzig, der zuletzt hoch bei Bayer Leverkusen verlor und am Mittwoch auch noch gegen den Abstiegskandidaten DJK/MJC Trier einen Punkt einbüßte. Weil der Thüringer HC mit zuletzt 1:5 Zählern noch erfolgloser auftrat, ist Oldenburg mit dem deutschen Meister wieder auf Augenhöhe (beide 19:7 Punkte, Leipzig 18:6). Am Sonntag (13.1.2012, 16 Uhr, EWS-Arena/Hohenstaufenhalle) nun tritt Oldenburg bei Frisch Auf Göppingen an.

Göppingen tat das seine, um das neue Feld der Buxtehuder-SV-Verfolger zusammenrücken zu lassen, luchste Thüringen vergangene Woche einen Punkt ab. Um ein Haar hätte es zu mehr gereicht, doch am Mittwoch beim Buxtehuder SV (23:3 Punkte) und am 30. Dezember gegen Leipzig verlor Frisch Auf lediglich mit einem Treffer Differenz. Sechster ist das Team von Trainer Aleksandar Knezevic nun (13:13), drei Punkte hinter Bayer Leverkusen, die Mannschaft der Stunde mit neun Pflichtspielsiegen in Serie (zuletzt gegen Leipzig und beim THC) und VfL-Gast am 20. Februar.

Angesichts der jüngsten Ergebnisse Göppingens und des immer noch personell mäßig bestückten Oldenburger Kaders ist die Aufgabe übermorgen keine leichte, weiß Oldenburg-Coach Leszek Krowicki: „Göppingen hat sich zu einer für alle ernst zu nehmenden Mannschaft entwickelt. Wir wollen beide Punkte, dafür müssen wir aber an die Leistungsgrenze gehen.“ Krowicki lobt den „eingespielten Stamm“ beim Gegner und fordert für sein Team „schnelles Spiel bei Ballbesitz“ ein, um die „starke, kompakte Deckung auseinanderzunehmen“.

Wie auch schon in den übrigen, und doch recht erfolgreichen Partien bisher, wird der Trainer auf wichtige Spielerinnen verzichten müssen: Lois Abbingh befindet sich seit Dienstag in der Oldenburger Reha-Klink im Aufbautraining, wird aber erst im Februar wieder zur Verfügung stehen. Julia Renner kann frühestens Ende des Monats mitwirken – für die Torfrau kommt selbst die Partie gegen Leverkusen zu früh. Rabea Neßlage spielt wegen ihres Kreuzbandrisses bekanntlich diese Saison wohl keine Rolle mehr.

Im Tor zeigte sich gegen Frankfurt etwas Hoffnung. Als Krowicki und Torwarttrainer Sascha Vorontsov Mitte der ersten Halbzeit Tess Wester eine kurze Pause gönnen wollten, sprang die 18-jährige Alexandra Meyer in die Bresche und parierte bei ihrem ersten echten Erstliga-Einsatz gleich einen schwierigen Ball Anne Jochins aus kurzer Distanz. Meyer hielt weiterhin gut und blieb bis zur Pause im Kasten. In Hälfte zwei knüpfte Wester wieder an ihre Leistungen aus den vergangenen Wochen an.

Es waren vier harte Kämpfe, die die Oldenburgerinnen seit dem 28. Dezember bestreiten mussten. Kämpfe, die auch an die Substanz gingen und Kämpfe, in denen konditionelle Voraussetzungen eine entscheidende Rolle spielten. Nur beim Remis in Buxtehude verpatzte der VfL die Schlussphase, bei den Siegen in Bad Wildungen, Koblenz und gegen Frankfurt hatte das Team in den entscheidenden Phasen wichtige Kraft- und Konzentrationsreserven zur Verfügung. Kann der VfL in Göppingen den Kampf bis zum Ende aufrecht erhalten, könnte er abermals von Konfusionen in der Spitzengruppe profitieren. Das Potenzial für weitere Überraschungen ist vorhanden: Leipzig tritt am Sonntag in Blomberg an, das seit der Dezember-Pause ungeschlagene Trier empfängt Meister THC, und Leverkusen fordert Spitzenreiter Buxtehude heraus.