11.01.2013 13:43 Uhr - 2. Bundesliga - Uwe Meier - Cellesche Zeitung

SVG Celle: Erstes Spiel nach dem Trainerwechsel ohne den neuen Coach

Jolanda RobbenJolanda Robben
Quelle: SVG Celle
Es ist das Spiel eins nach Martin Kahle. Zum Start in die Rückrunde reist Handball-Zweitligist SVG Celle am Sonnabend (19.45 Uhr) zur TSG Ober-Eschbach. Der neue Coach Thomas Kahle wird die Fahrt in die Nähe von Frankfurt allerdings nicht mit antreten können.

Der Rücktritt des bisherigen Trainers Martin Kahle, hat den Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga Frauen vor dem Start in die Rückrunde in eine unangenehme Situation gebracht. Zwar hat der SVG Celle mit Thomas Kahle, dem bisherigen Co-Trainer, einen Nachfolger gefunden, doch der kann die Reise am Sonnabend zum Tabellenzwölften TSG Ober-Eschbach nicht mit antreten. „Natürlich ist das alles andere als optimal“, sagte der neue Cheftrainer. „Das ist schon ein ziemlich blöder Start.“

Der Grund liegt in einer Doppelbelastung. Thomas Kahle ist gleichzeitig auch Trainer des Handball-Landesligisten SV Altencelle, der am Sonnabend nahezu zeitgleich sein Auswärtsspiel beim MTV Schwarmstedt zu absolvieren hat. Mit dem Landesliga-Spitzenreiter war vor der Saison eine klare Absprache getroffen worden, dass der SVA für Kahle, neben seiner Tätigkeit als Co-Trainer beim Zweitligisten, Vorrang hat. „Und an diese Absprache halte ich mich“, so Kahle, zumal die neue, jetzt entstandene Situation, sehr, sehr kurzfristig ist.

Für ihn wird Jolanda Robben die Geschicke am Sonnabend leiten. „Sie kennt die Mannschaft am Besten und hat mein vollstes Vertrauen“, so der neue Coach. Robben selbst möchte ihre Aufgabe im Kollektiv lösen. „Ich bin mit Sicherheit keine Co-Trainerin“, so die 28-Jährige. „Das Problem werden wir nun auch noch alle zusammen als Mannschaft lösen.“ Es sei keineswegs ihr Bestreben das dauerhaft zu machen. „Mein Ziel ist es, dass ich bald wieder auf dem Feld stehen kann.“

Insgesamt sieht Thomas Kahle seine vorrangigste Aufgabe darin, wieder Ruhe in die SVG-Mannschaft zu bringen. „Wir müssen möglichst schnell in den Alltag zurückfinden und uns auf Training und Spiel konzentrieren“, sagt der neue SVG-Coach. Veränderungen an den Abläufen will er keine Vornehmen. „Das macht überhaupt keinen Sinn. Wie das Martin bisher alles geregelt hat, ruft bei mir schon Bewunderung hervor.“

Um möglichst schnell zurück auf den bisher beschrittenen sportlichen Erfolgsweg zurückzufinden, wäre ein Sieg gegen Ober-Eschbach ziemlich hilfreich. Das Hinspiel hatte die Celler Mannschaft beim 38:30-Erfolg klar bestimmt. Doch ob das auch im Rückspiel erneut der Fall sein wird, ist zumindest fraglich. Denn insbesondere vor heimischem Publikum sammelt der Aufsteiger bisher fleißig Punkte. In sieben Heimspielen verließ der Tabellenzwölfte erst zweimal als Verlierer das Feld. Über Nellingen, Greven, Rosengarten und Travemünde gab es Siege. Dazu kam ein Remis gegen Berlin.

Die Stärken des Teams aus Ober-Eschbach liegen in der Offensive. Dazu zählt auch ein gutes Gegenstoßspiel. „Darauf, das zu unterbinden, muss unser Schwerpunkt liegen“, so Kahle. Daher sei es wichtig, „dass wir unser gutes Deckungsverhalten weiterhin so zur Geltung bringen können“, meint der neue Cheftrainer, der gespannt darauf ist, wie nach den Kapriolen der Woche die Reaktion der SVG-Mannschaft auf dem Feld aussieht. Nicht in Ober-Eschbach dabei sein wird Waleria Galouza, die nach Auskunft Kahles mit einer Nierenbecken-Entzündung ausfällt.