13.12.2012 21:51 Uhr - Europameisterschaft - cie

Russland schlägt Ungarn und fängt Deutschland noch ab

Polina Kuznetsova erzielte sechs TrefferPolina Kuznetsova erzielte sechs Treffer
Quelle: Katja Boll
Wirklicher Jubel brach bei der russischen Auswahl nicht aus. Dabei hatte der Gegenstoß von Stepanova genau für den Sechs-Tore-Abstand gesorgt, den Russland benötigte, um die deutschen Frauen noch vom dritten Platz der Gruppe in der Hauptrunde zu verdrängen und selbst in das Spiel um den fünften Platz einzuziehen. Aufgrund des Unentschiedens im direkten Vergleich und der gleichen Tordifferenz gaben am Ende die mehr erzielten Treffen den Ausschlag für die russische Auswahl. Ungarn stand bereits vor der Partie als Halbfinalist und Gruppenzweiter fest.

Für beide Teams war die Lage vor dem abschließenden Spiel der Hauptrunde klar. Nach dem Sieg Montenegros im ersten Spiel des Tages war der Gruppensieg für Ungarn unerreichbar, das Team von Karl Erik Böhn würde im Halbfinale - unabhängig vom Ausgang der heutigen Begegnung - auf den Topfavoriten Norwegen treffen. Auf der anderen Seite hatte Russland noch die Chance in das Spiel um den fünften Platz einzuziehen. Um an Deutschland in der Tordifferenz vorbeizuziehen war ein Erfolg mit sieben Toren notwendig, bei einem Erfolg mit sechs Treffern Unterschied und mehr als zwanzig erzielten Tore würden bei gleicher Tordifferenz die mehr erzielten Treffer Russland den dritten Platz in der Gruppe bescheren.

Aufgrund der klaren Situation und der schwierigen Aufgabe im Halbfinale entschied sich der ungarische Trainer Karl Erik Böhn dafür einige seiner Stammkräfte zu schonen. Zunächst aber schien sich dies negativ auszuwirken, in den ersten zehn Minuten legte der Gruppenzweite vor. Ein Doppelschlag von Kuznetzova ließ dann beim 4:3 in der elften Minute aber erstmals Russland in Front gehen. Ungarn verlor in der Offensive den Faden und nach einem weiteren Kuznetzova-Treffer war der nötige Abstand beim 8:5 bereits erreicht.

Russland drehte nun auf, Ilina sorgte immer wieder für sehenswerte Treffer, doch vor allem die Ballverluste und Fehlwürfe der Ungarinnen sorgten dafür, dass der Abstand weiter anwuchs. Drei der nächsten vier Tore erzielte wieder Ilina, die auch für das 13:7 verantwortlich zeichnete. Die notwendige Distanz im mit Deutschland in der Tordifferenz gleichzuziehen war vier Minuten vor dem Ende des ersten Abschnitts erreicht. Doch die deutschen Frauen durften hoffen, Ungarn schaltete einen Gang hoch. Der Tabellenzweite traf nun auch in Unterzahl und verkürzte den Abstand durch vier Treffer in Folge.

Beim 13:11 zur Pause fehlten Russland wieder mindestens vier Tore. Doch zu Beginn des zweiten Abschnitts drängte das Krokhin-Team mit Vehemenz. Drei Treffer in Folge brachten das team beim 16:11 bereits wieder in die Nähe der entscheidenden Differenz, beim 20:14 war diese in der 39. Minute dann wieder erreicht. Genau bei diesem Endstand wären Deutschland und Russland komplett torgleich gewesen, doch bereits das 21:14 wenig später sorgte dafür, dass aufgrund der mehr erzielten Treffer bei gleicher Tordifferenz Russland vor Deutschland rücken würde.

Um die besagte Grenze von sechs Toren schwankte das Spiel nun in der Folge, Russland zog immer wieder auf sieben Treffer davon, doch Ungarn antwortete jeweils. Beim 26:21 von Klivinyi lag dann zehn Minuten vor dem Ende im virtuellen Klassement dann wieder das DHB-Team auf dem dritten Platz der Gruppe. Russland nahm seine Auszeit, Postnova und Chernoivanenko sorgten für das 28:21. Doch Ungarn ließ die deutschen Fans weiter hoffen, beim 30:25 sprach die Tordifferenz wieder für das DHB-Team. Doch dann verlor Bodi gleich zweimal den Ball und in der Schlußminute behielt Stepanova bei einem Gegenstoß die Nerven. Sie erzielte das entscheidende 31:25, das Russland am Ende ins Spiel um den fünften Platz brachte, weil auf der Gegenseite der letzte ungarische Angriff mit einem Ballverlust endete.

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