24.11.2012 18:39 Uhr - Länderspiele - Martin Kloth, dpa und red

Einbruch kostet Sieg: DHB-Frauen verlieren ersten EM-Test gegen Rumänien

Heine Jensen und die deutschen Frauen mussten sich am Ende geschlagen gebenHeine Jensen und die deutschen Frauen mussten sich am Ende geschlagen geben
Quelle: Michael Heuberger
Ein Einbruch in der zweiten Halbzeit hat die deutschen Handball-Frauen einen möglichen Sieg im ersten von zwei EM-Tests gekostet. Zehn Tage vor Beginn des Turniers in Serbien unterlag die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Samstag in Münster Rumänien mit 25:28 (14:11). Vor 1.517 Zuschauern in der Sporthalle Berg Fidel war Rückkehrerin Susann Müller mit sechs Treffern beste Torschützin für das Team von Bundestrainer Heine Jensen. An diesem Sonntag trifft die DHB-Auswahl in Hamm erneut auf Rumänien. Bei der EM spielt die deutsche Mannschaft in der Vorrundengruppe in Novi Sad gegen Spanien, Ungarn und Kroatien.

Ohne Rückraumspielerin Nadja Nadgornaja, die nach auskuriertem Muskelfaserriss noch geschont wurde, startete der Gastgeber zögerlich und nervös. Die meisten Angriffsaktionen blieben an der rumänischen Abwehr hängen. Die Defensive ließ zunächst die nötige Aggressivität vermissen. Die Gäste aus Rumänien legten so zunächst vor. Laura Steinbach vergab dann auch noch per Strafwurf gegen die rumänische Torhüterin Ungureanu den ersten deutschen Treffer, der dann in der siebten Minute endlich Rückkehrerin Susann Müller gelingen sollte.

Allerdings blieben die Gäste aus Rumänien zunächst tonangebend, beim Stand von 1:5 in der neunten Minute betrug der Rückstand der deutschen Auswahl bereits vier Treffer. Doch mit zunehmender Spielzeit zog mehr Sicherheit ins deutsche Spiel ein. Vor allem dank einer deutlichen Steigerung in der Abwehr, deren Stabilisierung Bundestrainer Jensen in den Mittelpunkt der Trainingseinheiten gestellt hatte, fand die DHB-Auswahl ins Spiel.

Das 2:5 von Anja Althaus sollte der Weckruf sein, Geschke und Müller legten nach und in der dreizehnten Minute konnte Laura Steinbach dann beim 5:5 für den Ausgleich sorgen. Die Rumäninnen legten zunächst zwar noch vor, doch Steinbach und Müller glichen jeweils umgehend aus. Die Rumäninnen kamen in der Offensive nicht mehr so zum Zug wie noch in der Anfangsphase und als Kerstin Wohlbold beim 8:7 in der siebzehnten Minute die deutschen Farben erstmals in Front warf, nahm Rumänien seine Auszeit.

Den deutschen Lauf stoppte das aber ebenso wenig, wie der zwischenzeitliche Ausgleich. Susann Müller trumpfte in dieser Phase groß auf, drei der nächsten vier Treffer gingen auf das Konto der Rückkehrerin, die beim Stand von 12:10 dann aber eine Zeitstrafe absitzen musste. Diese überstanden die DHB-Frauen, auch dank eines von Woltering entschärften Strafwurfs aber schadlos und Steinbach erhöhte dann sogar auf 13:10. Nach dem Fehlstart brachte der deutschen Auswahl schließlich ein 13:6-Lauf eine deutliche Pausenführung, mit einem 14:11 ging es in die Kabinen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wuchs die deutsche Führung beim 15:11 sogar auf vier Tore an. Doch Rumänien hatte die Pause zu einer Umstellung in der Deckung genutzt, die das deutsche Team aus dem Rhythmus brachte. Vier Gegentreffer in Folge sorgten beim 15:15 für den Ausgleich und auch eine Auszeit von Jensen konnte die Gäste nun nicht stoppen. Sie bauten ihre Serie auf sechs Tore aus, mit dem 15:17 stand acht Minuten nach Wiederbeginn ein Zwei-Tore-Rückstand auf der Anzeigetafel.

Jensen reagierte mit einigen Wechseln, doch die Fehlerquote im deutschen Spiel war nun zu hoch. Die Gäste setzen sich beim 17:21 eine Viertelstunde vor Spielende auf vier Tore ab und ließen sich den Vorsprung in der Folge vor 1.517 Zuschauern nicht mehr nehmen. Das deutsche Team mühte sich, stabilisierte sich wieder, zu einer wirklichen Aufholjagd sollte es aber nicht mehr kommten. Als Wohlbold beim 25:27 den Abstand auf zwei Treffer verkürzte, keimte noch einmal Hoffnung auf, doch die Rumäninnen hatten eine passende Antwort parat und so musste die deutsche Auswahl in eine 25:28-Niederlage einwilligen.

Deutschland - Rumänien 25 : 28 (14:11)

Deutschland:
Schülke, Woltering
Zapf (1/1), Klein, Lang (2), Augsburg (1), A. Müller, Naidzinavicius, Loerper, Hubinger, Steinbach (3), Althaus (3), S. Müller (6/2), Geschke (1), Wohlbold (5), Lütz (3)

Rumänien:
Smedescu, Tolnai, Ungureanu
Tacalie, Pintea (3), Nechita (2), Neagu (1), Bradeanu (9), Manea (4), Meirosu, Curea (7/1), Vadineanu, Hotea, Geiger (2/1), Paraschiv, Vizitiu, Buceschi

Zuschauer: 1.517
Schiedsrichterinnen: Bonaventura/Bonaventura (Frankreich)
Strafminuten: 4 / 4