30.09.2012 17:53 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Frisch Auf Frauen verlieren Krimi in Frankfurt im Endspurt

Freude beim FHCFreude beim FHC
Quelle: Andreas Walz
In einem Handballkrimi, in dem Göppingen immer wieder aufwändig einen Rückstand aufholen musste und einen guten Start in die zweite Halbzeit schaffte, hat Gastgeber FHC Frankfurt/Oder den längeren Atem und gewinnt noch deutlich mit 33:26.

Für den Gastgeber FHC Frankfurt/Oder war es ein Start nach Maß: Anne Jochin, Janine Wegner und Friederike Gubernatis sorgten in den ersten fünf Minuten der Partie für eine 3:0-Führung. Für die Frisch Auf Frauen war das ein denkbar ungünstiger Start, doch das Team von Aleksandar Knezevic steckte nicht auf und kämpfte sich heran. Maike Daniels sorgte mit ihren Treffern für den 4:3-Anschlusstreffer (10.). Die Göppingerinnen schienen jetzt im Spiel zu sein, liefen aber weiterhin einem Rückstand hinterher.

So richtig kam Göppingen zunächst nicht heran. Auch eine Auszeit nutzte nichts. Schnell erhöhte Frankfurt auf 6:3 und Göppingen musste sich abermals herankämpfen. Beim 7:6 (14.) war dann die Auszeit der Gastgeberinnen fällig. Weigelt, Scheffknecht und Daniels hatten in der inzwischen temporeichen Partie für die Schwäbinnen getroffen. Bisher hatte sich das Spiel so entwickelt, dass Göppingen für seine Treffer jeweils hart arbeiten, während Frankfurt schnelle Gegentreffer setzte. Jetzt benötigte aber Frankfurt/Oder die Auszeit. Das Team von Dietmar Schmidt schien beeindruckt.

Frankfurt blieb weiter knapp vorn, doch nun war es ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem Daniels nach 18 Minuten sogar die Möglichkeit zur 9:8-Führung auf der Hand hatte. Sie scheiterte jedoch mit ihrem Strafwurf. Anja Scheidemann stellte dann fünf Minuten vor der Pause für den FHC auf 13:11. Doch abermals gelang es Frankfurt nicht, die Führung auszubauen oder zumindest abzusichern. Die stark agierenden Scheffknecht, Dolder und Vojtiskova führten Göppingen aber mit ihren Treffern zum 15:15-Pausenstand. In den Kabinen mussten die Karten also neu gemischt werden.

Und genau diese Situation setzte bei Göppingen offenbar Kräfte frei. Stellbrinks 16:17 war nach 33 Minuten die ersehnte erste Führung, Karolius, Dinkel und nochmals Karolius zwangen FHC-Trainer Dietmar Schmidt mit ihren Treffern zum 17:20 (37.) zu einer Unterbrechung des Spiels. Franziska Mietzner sollte bei den Gastgeberinnen danach die Siegchance wahren. Nach ihrem Anschlusstreffer war es Christine Beier, die den 21:21-Ausgleich (42.) markierte. "Wir haben in dieser Phase, als Frankfurt auf ein Tor herankommt, zu viele technische Fehler gemacht", so Göppingens Trainer Knezevic. Die starke Viertelstunde der Frisch Auf Frauen mündete im Unentschieden. Jetzt mussten die Göppingerinnen in der Schlussphase der Partie zeigen, dass ihre Mannschaft auch unter hohem Druck in fremder Halle funktioniert.

Bis zum 24:24 (49.) blieb Göppingen auf Augenhöhe. Doch vor allem die im Sommer aus Leverkusen gekommene Anne Jochin ließ die Führung im weiteren Verlauf auf Frankfurter Seite schnellen. Als sie nach 53 Minuten auf 27:24 stellte, läutete Frankfurt vollends den Endspurt ein, der für Göppingen noch schmerzhaft wurde. Mit einem 1:6-Lauf binnen neun Minuten geriet Göppingen in eine schwierige Situation. Die Gäste lösten den Knoten beim 29:25 (56.) zudem sehr spät. Die Nerven vibrierten zu sehr, als dass Göppingen nochmals eine Chance erhalten konnte. Rückraumspielerin Janine Wegner machte mit ihren Treffern zum 32:26 den Sack zu. Göppingen verliert am Ende in Frankfurt/Oder unnötig hoch mit 26:33.

"Wir haben die Linie verloren und unsauber abgeschlossen. Diese Niederlage schmerzt umso mehr, als heute viel mehr drin war", ärgerte sich Knezevic und blickte nach vorne: "Jetzt ist Druck da für das Heimspiel gegen Bad Wildungen. Da müssen wir zeigen, dass wir gewinnen können. Vielleicht brauchen wir diesen Druck." Ganz anders die Gefühlslage bei FHC-Trainer Dietmar Schmidt. "Ich glaube, den Mädels hat es heute besonders in der Schlussphase großen Spaß gemacht, Handball zu spielen. Nach dem Rückstand Anfang der zweiten Halbzeit verdient sich das Team ein Lob für die kämpferische Leistung, mit der es sich aus der Situation befreit hat", befand der Olympiasieger und fügte hinzu: "Melanie Herrmann hat stark gehalten und in der Offensive haben die Zuspiele wieder geklappt. Wenn wir daran in zehn Tagen in Leverkusen anknüpfen, bin ich guter Dinge, dass wir dort bestehen können."