24.08.2012 21:46 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

52. Sika-Cup in Bad Urach startet mit Ausrufezeichen

Klasse Auftakt: Anna Loerper siegte mit Holstebro gegen LarvikKlasse Auftakt: Anna Loerper siegte mit Holstebro gegen Larvik
Quelle: Katja Boll
Seit dem heutigen Freitagnachmittag wird in der Bad Uracher Ermstalhalle wieder um den Sika-Cup gespielt. Bei der 52. Auflage kämpfen sieben Teams, in Spielen jeder gegen jeden, um den Turniersieg.

Larvik, Byåsen Trondheim (beide Norwegen), Holstebro (Dänemark), Lubin (Polen), Zvezda Zvenigorod (Russland), TuS Metzingen und der TSV Bayer 04 Leverkusen heißen die Teilnehmer. Die Begegnungen gehen in der Vorrunde heute und morgen jeweils über zweimal fünfzehn Minuten. Am Sonntag werden dann die Platzierungen ausgespielt. Gleich zum Auftakt gab es übrigens ein dickes Ausrufezeichen. Von den sieben Teams blieben am Freitag lediglich Holstebro und Zvenigorod, das Leverkusen besiegte, verlustpunktfrei. Am morgigen Samstag wird das dreitägige Turnier um 10:30 Uhr fortgesetzt.

Überraschung zum Auftakt: Team Tvis Holstebro schlägt Larvik

Mit drei norwegische Olympiasiegerinnen eröffnete der diesjährige 52. Sika-Cup in Bad Urach. Larvik HK trat gegen den dänischen Erstligisten Team Tvis Holstebro an. Die Däninnen um Anna Loerper hatten den besseren Start. Beim 4:4 gelang Karoline Dyrhe Breivang zwar der Ausgleichstreffer, Anna Loerper distanzierte die Norwegerinnen beim 6:4 (13.) aber bald wieder auf zwei Tore. Fast mit der Pausensirene stellte Mette Gravholt auf 8:4 für Holstebro. Torfrau Marianne Lundsby glänzte mit guten Reflexen. So konnte Holstebro die Führung danach weiter ausbauen. Tvis Holstebro glänzte spielerisch, während sich Larvik um Anja Edin allmählich ins Turnier quälte. Im Endspurt verkürzten die Norwegerinnen auf 11:15.

Hochspannung: TuS Metzingen ringt Zagłębie Lubin nieder

Beide Teams suchten zunächst ihren Weg ins Turnier, schnell ging es hin und her. Die TusSies Metzingen konnten sich über die Deckung steigern, ein unpräzises Aufbauspiel verhinderte aber zunächst eine Führung. Als dann Ina Großmann nach zwölf Minuten ihren Konter zum 4:5-Anschlusstreffer unterbrachte und Sabine Stockhorst einen nachlässigen Wurf entschärfte, zeichnete sich eine Leistungssteigerung beim Lokalmatador aus der Nachbarstadt ab. Barbara Balogh glich dann beim 8:8 (18.) aus, beim 10:9 sorgte Nastja Antonewitch für die Führung, die Metzingen bis zum 14:13-Siegtreffer von Patricia Stefani nicht mehr abgab. Auffälligste Akteurin bei Lubin war Kinga Byzdra, die auf der Abwehrmitte und im Rückraum für wichtige Impulse sorgte.

Leverkusen überrollt Byåsen

Die in Bad Urach aufgewachsene Laura Steinbach setzte den ersten Leverkusener Treffer zum 1:1 und legte mit vier Treffern die Basis zum späteren Sieg. Danach rissen die Elfen das Spiel an sich und gingen beim 3:2, verwandelt von Desiree Comans, erstmals in Führung. Byåsen Trondheim war mit seinem rückraumlastigen Offensivspiel erfolglos. Leverkusen nutzte die Schwächen konsequent zu Treffern aus der ersten oder zweiten Welle. Steinbach stellte nach elf Minuten auf 8:4, ehe June Andenæs, die insgesamt fünfmal traf, die Torflaute der Norwegerinnen durchbrach und Valentyna Salamakha überwandt. Nach dem 11:6-Pausenstand ging Byåsen beherzter zu Werke, spielte flexibler und nutzte eine Überzahlsituation zum 8:12 (20.). Leverkusen blieb aber weitgehend konzentriert und strebte, auch dank Natalie Hagels Paraden, einem 17:11-Sieg entgegen.

Russischer Champions League-Aspirant zerlegt TusSies Metzingen

Zvezda Zvenigorod legte rasant los. Nach drei Minuten führten die Glockenstädterinnen mit 3:0, ehe Kubasta den ersten Treffer für Metzingen setzen konnte. Vom eigenen Kreis überraschte Annamaria Ilyes danach Victoria Kalinina im Kasten von Zvezda und brachte den Ball aus über 30 Metern zum Anschlusstreffer unter. Der Rückstand wuchs danach aber schnell weiter, weil Zvenigorod Metzingen mit Gegenstößen überzog und äußerst beweglich agierte. Polina Kuznetcova stellte nach zehn Minuten auf 7:2, zur Pause nach einer Viertelstunde stand es 13:5. Der Champions League-Aspirant, der in einem Monat beim Wild Card-Turnier in Issy-les-Moulineaux auf Leipzig trifft, zwang den TusSies überlegen, aber ohne zu glänzen, sein Spiel auf und fuhr nach einem 10:3-Lauf einen 25:10-Kantersieg ein. Für Metzingen wird es dennoch eine wertvolle Erfahrung gewesen sein.

Larvik mit glanzlosem Erfolg über Lubin

Das Team aus Polen hielt zunächst gut mit und fing einmal sogar einen Gegenstoß ab. Larvik konnte nicht überzeugen, Zagłębie Lublin mangelte es jedoch noch deutlicher an einer effektiven Angriffsleistung. Larviks Torwart-Unikum Lene Rantala, die vor zwei Wochen 44 Jahre wurde, hielt derweil ihrem Team den Rücken frei, sodass Gro Hammerseng in einer insgesamt niveauarmen Partie nach zehn Minuten auf 5:2 für Larvik stellen konnte. Nach einer Viertelstunde hieß es 8:3. Larvik attackierte Lubins beste Akteurin Kinga Byzdra öfters hart und brachte die Offensive des Teams aus Polen dadurch quasi zum Erliegen. Spätestens als Sulland den Ball zum 11:5 (22.) unter die Latte nagelte, war das Spiel frühzeitig entschieden. Larvik gewann mit 15:10.

Anna Loerper hält Holstebro gegen Trondheim dank starken Endspurts auf Kurs

Im ersten Spiel noch überraschender Sieger gegen Larvik, hatte Team Tvis Holstebro in der zweiten Begegnung mit Byåsen Trondheim deutlich mehr zu kämpfen. Die Norwegerinnen legten 3:0 vor, ehe sich Rut Jónsdóttir zum 3:4-Anschlusstreffer (7.) durch die Trondheimer Abwehr tankte. Die isländische Nationalspielerin war kaum zu halten und trieb ihr Team mit dynamischen Aktionen an. Über die Deckung zwang Holstebro Trondheim zudem zu Fehlern. Anna Loerper warf ihr Team dann beim 6:5 (11.) erstmals in Vorlage. Nach dem Wechsel das umgekehrte Bild: Die Norwegerinnen beeindruckten die Däninnen und zeigten Kante. Byåsen startete nach 6:8-Rückstand (15.) einen 3:0-Lauf. Aber Holstebro meldete sich zurück, Anna Loerper führte die Däninnen mit einer sehenswerten Leistung zum 16:14-Sieg.

Leverkusen muss gegen Zvezda nach der Pause abreißen lassen

Zwischen Leverkusen und Zvenigorod entwickelte sich ein lange Zeit abwechslungsreiches Spiel. Beim 4:3 brachte Laura Steinbach die Rheinländerinnen ein einziges Mal in Führung. Danach riss Zvezda die Führung routiniert wieder an sich. Ausbauen konnten die Russinnen den Vorsprung jedoch zunächst nicht, mit der Sirene verkürzte Laura Steinbach per Siebenmeter auf 7:8. Zvezda-Torfrau Maria Sidorova legte nun mit ihren Paraden gegen die Leverkusener Flügelspielerinnen den Grundstein zum Sieg. Trotz Unterzahl setzten sich die Glockenstädterinnen blitzschnell auf 11:7 (18.) ab. Leverkusen konnte sich zwischenzeitlich bei Hagel bedanken, die einen Strafwurf abwehrte, doch die zweite Hälfte gehörte fast durchweg Zvezda Zvenigorod. Die Russinnen gewannen das letzte Freitagsspiel mit 17:12.

» Zum Spielplan (Offizielle Webseite)