01.06.2012 10:46 Uhr - Europameisterschaft - PM Österreichischer Handballbund

"Wundertüte:" Katrin Engel über die Zukunft von Österreichs Nationalteam

Das österreichische Frauen-Nationalteam kämpft am Samstag in der Südstadt in der EM-Qualifikation gegen Slowenien um den dritten Gruppenplatz. Teamkapitänin Katrin Engel sieht die Chancen gegen die Sloweninnen durchaus intakt: "Die Chancen stehen 50:50. Wir haben oft gezeigt, dass wir es können, wir müssen es nur einmal über 60 Minuten abrufen. Wenn wir so spielen wie 20 Minuten in der zweiten Halbzeit gegen Tschechien, dann können wir am Samstag gewinnen."

In der EM-Qualifikationsgruppe 5 liegt Österreich aktuell noch auf dem letzten Platz, mit einem Punkt vom Unentschieden gegen Schweden im März diesen Jahres. Katrin Engel: "Unser Problem ist, wir sind eine Wundertüte. Wir können ein Klassespiel wie gegen Schweden liefern, in dem alles super läuft, im nächsten allerdings gelingt uns wieder nur wenig. Es ist schade, dass wir uns um den Lohn der eigenen Arbeit bringen. Aber wenn wir mal zwei oder drei Spiele hintereinander wie gegen Schweden spielen können, dann sind wir diejenigen, die oben stehen und sich eventuell auch wieder für eine Europa- oder Weltmeisterschaft qualifizieren können."

Bereits im Herbst startet für das österreichische Frauen-Nationalteam die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2013. Der genaue Auslosungsmodus wird im Sommer bekanntgegeben. Wieviel Zukunft sieht die Teamkapitänin im österreichischen Team? Engel: "Eigentlich sehe ich unsere Zukunft ganz gut, allerdings wird es schwierig, wenn einige wichtige Spielerinnen früher oder später aus familiären, gesundheitlichen oder beruflichen Gründen aufhören werden. Die Mädels aus dem 92er-Team machen ihre Sache richtig gut, doch danach muss man sicher wieder ein bisschen warten, bis zum Beispiel eine gute Rückraumspielerin einen Nationalteamplatz einnehmen kann. Und wir müssen mehr Konstanz in unsere Leistungen bringen, denn natürlich ist es früher oder später frustrierend, wenn Du Dich nie für ein Großereignis qualifizierst."

Katrin Engel selbst laboriert bereits die ganze Saison über an Rückenproblemen, musste deswegen auch längere Zeit pausieren, dazu zwangen Krankheiten die Rückraumspielerin zu zusätzlichen Auszeiten. Engel: "Ich habe diese Probleme die ganze Saison mitgeschleppt. Ich werde jetzt im Herbst vermutlich ein Fernstudium der Lebensmitteltechnologie beginnen und damit auch meinem Körper und meinem Rücken mehr Entlastungsmöglichkeiten geben können. Denn dadurch kann ich von zu Hause aus lernen, muss nicht neben dem Training die Zeit noch in einer Schule verbringen und kann mich mehr dem Training und der Therapie widmen. Denn ich will als Spielerin dem Verein und dem Nationalteam helfen - nur als Mitläuferin bringe ich der Mannschaft ja nichts!"