04.05.2012 14:02 Uhr - Primo Tours Dameligaen Dänemark - cpm

Nina Wörz: "Ich würde immer wieder so entscheiden"

Nina Wörz im Trikot des NationalteamsNina Wörz im Trikot des Nationalteams
Quelle: Michael Heuberger
Sie war eine der ersten Spielerinnen die aus der Bundesliga nach Dänemark wechselte. Nach sechs Jahren im nördlichen Nachbarland wechselt Nina Wörz gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Susann Müller zur kommenden Saison zu RK Krim Ljubljana. Im Gespräch mit handball-world.com spricht die Rückraumspielerin über ihre Zeit in Dänemark, ihren plötzlichen Abschied aus der Nationalmannschaft und die Ziele mit ihrem neuen Club.

Nina Wörz, nach sechs Jahren im Trikot von Randers HK verlassen sie Dänemark zum Saisonende, was sind die Gründe für Ihren Abschied?

Nina Wörz:
Die Gründe sind einfach erklärt. Es gab ein Angebot sowohl für meine Lebensgefährtin Susann Müller wie auch für mich in einem anderen Verein zu spielen. Randers HK erklärte sich bereit uns zu verkaufen und so hat sich das alles ergeben.

Sie wechseln zu Krim Ljubljana, was gab den Ausschlag für Krim?

Nina Wörz:
Krim hatte schon im letzten Jahr großes Interesse an Susi gezeigt, die sich aber dann dafür entschieden hat mit mir zusammen in Randers zu spielen. Dieses Jahr hat sich Krim wieder bei ihr gemeldet und dieses Mal wollten sie uns im Doppelpack haben.

Für uns war es wichtig, dass wir weiterhin zusammen sein können. Krim ist ein spannender Verein mit großen Zielen in den kommenden Jahren. In diesem Jahr kommen viele westeuropäische Spielerinnen nach Ljubljana und die Mannschaft bekommt ein völlig neues Gesicht. Die Möglichkeit für uns um den Gewinn der Champions League mitspielen zu können ist eine große Herausforderung und die haben wir gerne angenommen.

Gab es andere Anfragen?

Nina Wörz:
Nein, die gab es nicht, da wir beide auch noch ein Jahr Vertrag mit Randers hatten.

Krim spielt in der slowenischen Meisterschaft praktisch ohne Konkurrenz, sie kommen aus der wohl stärksten Liga, ist der Wechsel ein sportlicher Abstieg?

Nina Wörz:
Nein, so sehe ich das absolut nicht. Ganz im Gegenteil. Wie gesagt besteht für uns zum ersten Mal die Möglichkeit in der Champions League oben mitzuspielen und diese sportliche Herausforderung wiegt für mich mehr als in der „stärksten“ Liga der Welt zu spielen. Natürlich ist die Belastung in Krim anders verteilt, es wird dort mehr trainiert und weniger gespielt, wogegen hier in Randers durch die vielen Spiele das Training viel zu kurz kommt. Das wird eine Umstellung und ein neuer Rhythmus für uns aber wir freuen uns drauf.

Wie sehen Ihre Ziele mit Ljubljana aus?

Nina Wörz:
Dazu kann ich noch nicht viel sagen, erst wenn die Mannschaft komplett ist und wir in der Mannschaft zusammen mit dem Verein darüber gesprochen haben.

Wie wichtig war es für Sie, dass Ihre Lebensgefährtin Susann Müller ebenfalls nach Ljubljana wechselt, oder wären Sie auch alleine gegangen?

Nina Wörz:
Nun war die Situation ja die, dass Susi zuerst die Anfrage erhalten hat und ich mich dann dazu entschieden habe mitzugehen. Weil es wie gesagt sehr wichtig für uns ist dass wir weiterhin zusammen sein können. 1600 km zwischen uns das wäre zu viel gewesen und damit wären wir beide nicht glücklich geworden.

Sie waren eine der ersten Spielerinnen die den Sprung aus der Bundesliga nach Dänemark gewagt haben, wo sehen Sie den Hauptunterschied der beiden Ligen, und würden Sie heute noch einmal so entscheiden?

Nina Wörz:
Ich würde immer wieder so entscheiden wie ich es 2006 getan habe. Ich habe nicht ein Jahr hier in Dänemark bereut. Ich habe hier viel erlebt und mitgemacht. Ich kann zu den Hauptunterschieden der beiden Ligen eigentlich nicht viel sagen. In den sechs Jahren ist in beiden Ländern und Ligen viel passiert. Die ökonomischen Probleme sind auch an Dänemark nicht spurlos vorbeigegangen was man in den letzten Jahren immer mehr gemerkt hat, es gibt schlechtere Fernsehverträge und niedrigere Etats bei den Clubs.

Verfolgen Sie noch die Bundesliga?

Nina Wörz:
Natürlich verfolge ich die Bundesliga so gut ich kann. Vor allem meine beiden ehemaligen Vereine VfL Oldenburg und HC Leipzig. Dass man seit dieser Saison einige Spiele live im Netz verfolgen kann kommt mir natürlich zu Gute und auch die Zusammenfassung der Spiele auf HBF-TV verfolge ich jede Woche.

Mit Anja Althaus kehrt eine weitere Spielerin aus Dänemark zur neuen Saison zurück in die Bundesliga, können Sie sich vorstellen noch einmal in der Bundesliga zu spielen?

Nina Wörz:
Man soll ja bekanntlich niemals nie sagen. (lacht)

Sie galten viele Jahre als Stütze in der Nationalmannschaft, unter dem neuen Bundestrainer Heine Jensen gehörten Sie plötzlich nicht mehr zur Mannschaft, was waren die Gründe?

Nina Wörz:
Da müssen sie wohl den Bundestrainer mal fragen. Ich kann nur so viel sagen, ich bin nicht aus der Nationalmannschaft zurückgetreten!

Würden sie noch einmal für Deutschland spielen?

Nina Wörz:
Klar würde ich das. Das ist für mich eine Ehre aber um ehrlich zu sein, denke ich nicht dass das unter dem jetzigen Bundestrainer Thema sein wird.