28.04.2012 18:51 Uhr - DHB-Pokal - fcb

Auch Leverkusen schafft die Überraschung und folgt Oldenburg ins Finale der Underdogs

Steffi Egger brillierte mit Leverkusen.Steffi Egger brillierte mit Leverkusen.
Quelle: groundshots.de


Stefanie Melbeck und der BSV wurden gestoppt.Stefanie Melbeck und der BSV wurden gestoppt.
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Es war ein emotionales und bin in die Schlussphase dramatisches zweites Halbfinale zwischen dem TSV Bayer 04 Leverkusen und dem Buxtehuder SV. Leverkusen verbuchte den besseren Start für sich, musste dann aber zur Pause den 13:13-Ausgleich hinnehmen. Auch nach 40 Minuten (17:17) war die Partie noch ausgeglichen, danach setzte sich Leverkusen mit der stärkeren Teamleistung und einem 5:0-Lauf auf 22:17 (48.) stetig und druckvoll durch. Mit konsequentem Spiel stellte Leverkusen Buxtehude vor letztlich unlösbare Probleme. Weder im Angriff noch in der Abwehr fand der Turnierfavorit Buxtehude in der zweiten Hälfte ins Spiel und musste eine 25:30-Niederlage quittieren, zu der Laura Steinbach acht Treffer beitrug. Leverkusen spielt morgen gegen Oldenburg um den Pokal.

Beide Teams suchten zunächst den Spielfluss. Leverkusen erarbeitete sich dabei dank einer sehr konzentrierten Deckungsarbeit ein Chancenplus gegenüber dem Buxtehuder SV, mehrere Holztreffer verhinderten jedoch eine Führung. Erst nach sechs Minuten trafen die Rheinländerinnen, Glankovicova und Zapf erhöhten auf 3:1 (5.). Weitere Möglichkeiten wurden zunächst vergeben, ehe Hilster nach Balleroberung von Steinbach im Gegenstoß auf 5:2 (9.) stellte. Mit Valentyna Salamakha im Tor als starkem Rückhalt hatte sich Leverkusen einen kleinen Vorsprung erarbeitet, ließ aber weiter in der Offensive gegen die nervösen Buxtehuderinnen die letzte Konsequenz missen. BSV-Torhüterin Jana Krause konnte sich inzwischen steigern und nach einem Stürmerfoul war Buxtehude das 5:6 möglich.

Denisa Glankovicova konnte Josephine Techert nur auf Kosten eines Strafwurfs zu stoppen, den zu verwandeln sich Stefanie Melbeck nicht nehmen ließ. Langkeit jagte den Ausgleichstreffer hinterher. Dem Buxtehuder SV kam bei der Aufholjagd zupass, dass die Abwehr jetzt häufig Stürmerfouls provozierte und so einige Male den Ball gewann. Leverkusen kam aus dem Konzept, wirkte plötzlich fahrig, während der BSV zunehmend mit klarem Kopf agierte. Joyce Hilster vergab das 8:7 im Gegenstoß an Krause, stattdessen sorgte im Gegenzug Techert für die BSV-Führung und Langkeit legte nach. Die Leun-Sieben war im Spiel angekommen und plötzlich musste nun Leverkusen einem Rückstand hinterherrennen. Laura Steinbach, die anfangs Wurfpech hatte, traf zum 9:11 (19.).

Buxtehudes Trainer Dirk Leun entschloss sich kurz darauf zu einer Auszeit, die seinem Team offensichtlich den jung gekeimten Spielfluss wieder nahm. Naidzinavicius traf nach einem Ballverlust und die eingewechselte Natalie Hagel im Bayer-Tor parierte. Die Möglichkeit zum Ausgleich vergab Leverkusen zunächst überhastet, doch Steinbach eroberte den Ball zurück und die quirlige Elli Garcia sorgte im Gegenstoß für das 11:11 (24.). Garcia setzte nach und holte die Führung zurück. Immer wieder zerschellten die Niedersächsinnen nun an der wieder erstarkten Leverkusener Abwehr, überwanden ihr Tief aber recht schnell. So war der Zwei-Tore-Rückstand nach Langkeits 13:13-Treffer (29.) egalisiert. Dank Stapelfeld hatte Melbeck noch die Chance zur Führung, doch Hagel parierte und vermied den Rückstand.

Mit 13:13 gleichauf starteten Leverkusen und Buxtehude also in die zweite Hälfte, ehe der BSV durch Techert die Führung wieder an sich riss. Im Gegenzug blieb der Siebenmeterpfiff für Steinbach aus, den Ball behielt das Team von Renate Wolf aber und Steinbach jagte das Spielgerät schließlich über den BSV-Block ins Tor. Beide Teams agierten nun auf Augenhöhe, wobei sich sowohl Krause als auch Hagel bei Strafwürfen auszeichnen konnten. Da Natalie Hagel binnen fünf Minuten nur ein Tor kassierte, konnte Leverkusen durch Steinbach nach 40 Minuten wieder vorlegen, doch Melbeck glich umgehend vom Strich zum 17:17 aus. Zwanzig Minuten vor Ende der regulären Spielzeit waren beide Teams auf dem Weg ins Finale noch nicht sonderlich weit gekommen.

Jetzt konnte sich Leverkusen mit einem 5:0-Lauf absetzen. Über die stets richtig positionierte Steffi Egger am Kreis ging es bis auf 22:17 (48.) ab, auch Gegenstöße pflasterten den Weg zur Vorentscheidung. Es war wieder eine Phase starker Leverkusener Deckungsarbeit, die Dirk Leun vierzehn Minuten vor Abpfiff zur frühen Auszeit zwang. Auch diese nutzte jedoch nichts. Als Laura Steinbach wenig später den Ball zum 22:17 ins BSV-Tor donnerte, war Leverkusen auf dem ins Finale. Leun setzte dagegen, Bülau kümmerte sich nun vorgezogen um Steinbach, die bereits achtmal getroffen hatte. Dadurch hatte nun aber Anne Jochin, die als Regisseurin ein begeisterndes Spiel ablieferte, mehr Platz, sie netzte zum 25:20 (52.) ein. Bei Leverkusen griff ein Rad ins andere.

Die eingewechselte Antje Lenz verhinderte mit starken Paraden nun die Vorentscheidung zugunsten Leverkusens, ihre Vorderleute nahmen den Impuls aber nicht auf. Der Vizepokalsieger des Vorjahres hatte in der entscheidenden Phase in der Offensive keine zündenden Ideen und so kam Glankovicovas zum 26:21 (56.) verwandelter Strafwurf der Vorentscheidung gleich. In Unterzahl verwandelte die Slowakin auch den Siebenmeter zum 27:22 und hinten holte sich Leverkusen den Ball sofort wieder. Als Garcia sich in Unterzahl zum 28:22 durchsetzte, war das Ding zwei Minuten vor Schluss durch. Buxtehude konnte bis zum 30:25 nur noch marginale Ergebniskosmetik betreiben. Leverkusen komplettiert das Finale der leichten Außenseiter, das morgen um 15 Uhr angepfiffen wird. Der Turnierfavorit streicht die Segel.