25.04.2012 20:35 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine / red

Leverkusen nach Unentschieden in Oldenburg im Halbfinale

Kim Naidzinavicius und Leverkusen setzten sich am Ende in Oldenburg durchKim Naidzinavicius und Leverkusen setzten sich am Ende in Oldenburg durch
Quelle: Hermann Jack
Bayer Leverkusen steht im Halbfinale der deutschen Meisterschaft. Mit 28:28 (12:14) holte das Team der zum Saisonende scheidenden Trainerin Renate Wolf in Oldenburg ein Ergebnis, das in der Summe mit dem Hinspielsieg (26:21) reichte, um den Einzug unter die besten vier perfekt zu machen.

In der EWE Arena verbreiteten die 1250 Zuschauer eine faszinierende Atmosphäre für ein solches Spiel. Vor allem in der Abwehr zeigten beide Mannschaften ihre Klasse. Der VfL vertraute auf seine 3:2:1-Formation mit Angie Geschke auf der Spitze, die Gäste setzten auf ihren stabilen 6:0-Verband. Tore waren aber auch Mangelware, weil sowohl Julia Renner, wie auch Valentyna Salamakha zwischen den Pfosten von Beginn an ihre Zeichen setzen konnten.

Als die Teams nach fünf, sechs Minuten Anlaufphase auch ihre Sicherheit in den offensiven Bemühungen fanden, hatte das Spiel endgültig Playoff-Charakter erreicht. Per Siebenmeter gelang der von Beginn an ganz starken Angie Geschke mit dem 4:3 (12.) die erste Führung für den VfL. Von nun an führte der VfL meist, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Kim Naidzinavicius gelang das Leverkusener 7:7, Geschke und Kim Birke antworteten mit zwei schnellen Oldenburger Toren. Nach 23 Minuten lag Oldenburg erstmals mit drei Treffern Differenz vorne (11:8).

Leverkusen blieb vor allem durch die nervenstarke Kim Naidzinavicius auf Tuchfühlung. Zu einer wichtigen Person auf VfL-Seite wurde Laura van der Heijden. Vier Tore warf die Halbrechte selber, holte zwei Siebenmeter heraus und provozierte zwei Zeitstrafen gegen Kreisläuferin Franziska Garcia Almendaris (9. und 17.). Bayer-Trainerin Renate Wolf musste umstellen, setzte nun auf Stefanie Egger im Angriff und Naidzinavicius in der Abwehr. Zwei Tore Vorsprung – zur Pause schien noch alles möglich für einen in der ersten Hälfte guten, engagierten, durchschlagskräftigen, wenn auch nicht fehlerfreien VfL.

Doch nach der Pause fehlte kurz der Biss beim Gastgeber. Zuschauer, Mannschaft – alle schienen noch gedanklich in der Kabine oder beim Pausenbier zu sein. Den besseren Start erwischten die Gäste, die nun auch die Nahtstellen der Oldenburger Abwehr gezielt suchten und sich so Strafwurfchancen erarbeiteten, während man in der eigenen Abwehr nun kompakter stand und so durch vier Treffer in Folge nicht nur in der Gesamtaddition, sondern auch in der EWE-Arena den Spielstand vorlegte (14:16). Zum 18:15 traf Naidzinavicius per Heber – die gute Julia Renner hatte die Fingerspitzen noch dran.

Oldenburg spielte im Angriff zu kopflos, Leszek Krowicki war angesichts des Drei-Tore-Rückstands (16:19, gesamt 37:45) schon zwanzig Minuten vor dem Ende zu einer Auszeit gezwungen. Die nun aufgekommene Last wog zu schwer. Oldenburg kämpfte, Oldenburg spielte schnell und suchte den riskanten Abschluss, konnte Bayer 04 aber nicht mehr in Gefahr bringen. Zudem hatten die Gäste auch genügend Mittel im Angriff vorzuweisen. Der VfL versuchte die Halbspielerinnen Glankovicova und Steinbach mit einer 4-2-Deckung (erste Hälfte 3-2-1) auszuschalten. Doch die Gäste trafen weiterhin regelmäßig: Egger vom Kreis, Marlene Zapf von rechts, Laura Steinbach auch bei erhobenem Arm der Schiedsrichter. Auch Anne Jochin belebte das Angriffsspiel der Elfen.

„Es war mehr drin“, sagte eine enttäuschte Sabrina Neuendorf. „In der ersten Hälfte haben wir es nicht geschafft, uns abzusetzen. Dann haben wir grobe Fehler produziert, die Leverkusen genutzt hat.“ Ihr Trainer Krowicki gratulierte dem Gästeteam: „Wer drei Punkte in zwei Spielen holt, ist auch verdient weiter. In der ersten Hälfte haben beide Mannschaften ein hervorragendes Spiel gezeigt, wir waren vorne. Doch nach der Pause waren wir nicht richtig wach. Das war entscheidend.“ Wolf lobte: „Wir waren im Angriffsverhalten diszipliniert und im Torwurfverhalten konzentriert. Wir sind sehr glücklich und erleben eine geile Zeit. Das sind Momente, die man nicht vergisst.“