21.04.2012 18:12 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine

Playoff-Viertelfinale: Oldenburg verliert Hinspiel in Leverkusen

starke Partie: Kim Naidzinaviciusstarke Partie: Kim Naidzinavicius
Quelle: Heinz Zaunbrecher
Die Bundesliga-Handballerinnen von Bayer Leverkusen haben das Hinspiel im Playoff-Viertelfinale gegen den VfL Oldenburg für sich entschieden. Am heutigen Samstag (21.4.2012) setzte sich der Hauptrunden-Fünfte gegen den Vierten mit 26:21 (14:11) durch und verschaffte sich so eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch um 19 Uhr in der Oldenburger EWE ARENA.

"Jetzt müssen wir uns enorm steigern", sagte Oldenburgs Lois Abbingh nach der Partie niedergeschlagen: "Wenn wir noch einmal so spielen, scheiden wir aus. Wir haben viel zu selten unser schnelles Spiel aufziehen können. Im Rückspiel muss uns das gelingen."

Beide Mannschaften brauchten etwas, um in die Partie zu kommen. Sechs der ersten fünf Würfe fanden nicht den Weg ins Tor. Dabei verwarfen die Gastgeberinnen, die weiter auf Nadine Krause und Elli Garcia verzichten mussten, etwas weniger als der VfL. Über 3:1 (6.), 4:3 (10.), 6:3 (11.) zog Bayer davon. Spätestens nach dem Gegenstoßtor zum 9:4 (17.) mussten die etwa 50 mitgereisten Oldenburger nervös werden.

Nervös auch, weil zu diesem Zeitpunkt Angie Geschke liegend neben der Platte behandelt werden musste. Die Nationalspielerin hatte sich als vorgezogene Abwehrspielerin bei dem Versuch die dynamische Denisa Glankovicova aufzuhalten, eine Gesichtsprellung zugezogen. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein fiel Geschke aus.

Mit eingewechselten Julia Wenzl und der Umstellung auf eine 6:0-Abwehr kam der VfL aber auch heran, erzielte beim 8:10 (21.) durch Kim Birke endlich ein Gegenstoßtor. Eine Minute später markierte Birke nach langem Pass Laura van der Heijdens das 9:10, van der Heijden selbst per Zweite-Reihe-Wurf das 10:10. "Ärgerlich war das", sagte Bayer-Trainerin Renate Wolf: "Da haben wir uns in fünf Minuten viel kaputtgemacht."

Wolf reagierte mit einer Auszeit, und die zeigte Wirkung: Die nächsten drei Treffer gehörte wieder den "Elfen". Oldenburger Tore verhinderte die gute Valentyna Salamakha im Bayer-Tor, die auf neun Paraden in der ersten Hälfte kam. Die Elfen fanden ihre spielerische Linie wieder, profitierten jedoch auch von den ersten Zeitstrafen, die sich der VfL mit einer ebenfalls aggressiven Deckung einfing.

Auch nach der Pause kam der VfL nicht mehr in Schlagdistanz. Vom Oldenburger Rückraum kam zu wenig Effektives, und auch nach der Umstellung in der ersten Hälfte von der offensiven 3:2:1-Formation auf die defensive 6:0 konnte Oldenburg zu selten sein Tempospiel aufziehen. Auch traf Bayer einfach gut aus der zweiten Reihe. Laura Steinbach etwa erzielte drei Tore aus über neun Metern Entfernung. Beste Leverkusenerin war Mittelspielerin Kim Naidzinavicius, an den meisten gelungenen Aktionen der Gastgeberinnen beteiligt.

Steinbach und Naidzinavicius bereiteten durch eine der schnellen Kombinationen gegen die wieder offensive VfL-Deckung das 24:18 durch die eingelaufene Marlene Zapf vor (51.). Zugleich erhielt Angie Geschke, die seit der 42. Minute wieder in der Deckung eingesetzt werden konnte, eine Zeitstrafe. Oldenburg stand vor einer deftigen Packung. Doch das Team ließ jetzt nicht noch mehr nach, verhinderte eine wirklich hohe Niederlage und darf deshalb immer noch auf das Halbfinale hoffen - eine Leistungssteigerung vorausgesetzt. Maike Schirmer traf von außen zum 19:24, Geschke nach Steal und Konter zum 20:24 (56.).

"Es ist noch nichts vorbei. Fünf Tore sind heutzutage aufzuholen", sagte VfL-Coach Leszek Krowicki nach der Partie. "Wir müssen aber natürlich ganz anders auftreten." Wolf meinte: "Ich bin froh. Wir haben gegen die offensive Abwehr Oldenburgs Risiko gehen müssen. Aber das ist uns gelungen. Die Mannschaft hat taktisch die Vorgaben umgesetzt." In Oldenburg werde es aber schwer genug.

Für den Verlierer nach dem zweiten Spiel am Mittwoch in Oldenburg ist die Saison noch nicht ganz beendet. Beide Teams, der VfL und Bayer Leverkusen, nehmen am 28. und 29. April in Göppingen beim Final Four um den DHB-Pokal teil. Im Halbfinale trifft der VfL auf den HC Leipzig, Leverkusen im Anschluss auf den Buxtehuder SV. Bereits in der Woche darauf geht es mit dem Halbfinale der Meisterschafts-Playoffs weiter. Gelingt dem VfL der Sprung unter die letzten Vier, würde er sein das Heimspiel am Mittwoch, 2. Mai, 19.30 Uhr, in der EWE ARENA austragen.