20.04.2012 15:38 Uhr - 1. Bundesliga - Matthias Braun und PM HCL

FHC und Leipzig setzen im Ost-Derby auf starke Abwehr

Rückkehr an die Oder mit Kampfansage: Katja SchülkeRückkehr an die Oder mit Kampfansage: Katja Schülke
Quelle: Michael Heuberger
Wenn am Samstag um 16 Uhr in der Frankfurter Brandenburg-Halle das Viertelfinal-Hinspiel um die deutsche Handball-Meisterschaft zwischen dem Frankfurter HC und dem HC Leipzig angepfiffen wird, wird zu nicht unwesentlichem Anteil die Abwehrarbeit beider Teams eine entscheidende Rolle über den Ausgang des prestigeträchtigen Ostduells spielen. Darüber sind sich nicht nur beide Trainer einig.

Bereits vor neun Wochen beim 30:20-Sensations-Erfolg über den haushohen Favoriten aus Sachsen hatte FHC-Coach Dietmar Schmidt festgestellt, „dass wir mit beiden Abwehrsystemen dem HCL Probleme bereitet haben. Natürlich ist Leipzig dennoch wieder Favorit, aber wir werden alles daran setzen, eine Runde weiterzukommen. Unsere Deckung hat in den letzten Punktspielen hervorragend agiert. Das muss nun in den Playoff-Partien ebenso klappen.“ "Wir haben uns die gesamte Woche über sehr konzentriert auf den FHC vorbereitet, alle sind fit und gut drauf. Natürlich sind wir aufgrund der hohen Niederlage im Ligarückspiel gewarnt und wissen genau, dass wir eine starke Leistung aufs Parkett bringen müssen. Ich bin mir sicher, dass uns so etwas wie im Liga-Rückspiel nicht noch einmal passieren wird", so HCL-Trainer Stefan Madsen.

Auf die Abwehrkarte setzt auch HCL-Trainer Stefan Madsen. „Nach Abschluss der Vorrunde haben wir die beste Deckung der Liga mit den wenigsten Gegentoren. Darauf können wir stolz sein. Wenn die alte Handball-Weisheit stimmt, dass mit sehr guten Angriffsleistungen Spiele gewonnen, mit sehr guten Abwehrleistungen aber Titel geholt werden, dann lässt uns das für die finale Phase dieser Saison hoffen", sagte der 35-jährige Däne.

Eine ebenso große Bedeutung kommt der Torhüterposition bei. Aber auch da sind beide Mannschaften gut besetzt. Während beim FHC Melanie Herrmann und Mandy Burrekers zuletzt starke Leistungen ablieferten, steht im Leipziger Gehäuse mit der Ex-Frankfurterin Katja Schülke immerhin eine der deutschen Nationaltorhüterinnen. „Gegen den FHC wird es nicht einfach, aber wir haben definitiv nach der herben Niederlage in Frankfurt einiges gut zu machen", richtet die 28-jährige Spielführerin der Leipzigerinnen bereits eine Kampfansage Richtung Oder. "Unser Ziel ist es, uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel zu erarbeiten, aber wir fahren nicht nach Frankfurt, um dort zu verlieren. Nach dem Spiel am Samstag ist aber erst Halbzeit, genau wie im Europapokal", so auch Madsen.

Und noch eine Gemeinsamkeit verbindet beide Teams. Im letzten Spiel der Vorrunde konnten beide auswärts punkten und so Selbstvertrauen tanken. Während der FHC 29:24 in Blomberg gewann, sicherten sich die Sächsinnen mit einem 27:23 bei Bayer Leverkusen noch Rang drei. Vor dem ersten Playoff-Duell am Sonnabend wird der FHC fünf Spielerinnen verabschieden, die den Verein nach dieser Saison verlassen. Neben Mandy Hering (Karriereende) packen Kira Eickhoff (SG BBM Bietigheim), Lisa-Marie Preis (SGH Rosengarten-Buchholz), Nele Kurzke (BSV Sachsen Zwickau) und Jessy Kramer (HC Leipzig) ihre Koffer. Zuvor jedoch hat sich Mandy Hering nach 12 Jahren beim FHC noch etwas Besonderes für ihre Fans ausgedacht. Viele ihrer Handball-Souvenirs (u.a. ein Trikot der Jugend-Nationalmannschaft) werden vor dem Spiel durch die Jugend des Vereins an einem Verkaufsstand veräußert. Der Erlös dieser Aktion kommt ausschließlich dem FHC-Nachwuchs zugute.