20.04.2012 11:58 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine

Leverkusen und Oldenburg erwarten enges Duell

Ein eng umkämpftes Duell steht bevorEin eng umkämpftes Duell steht bevor
Quelle: Hermann Jack
Das Vorgeplänkel hat ein Ende, am Samstag (Smidt ARENA, 15 Uhr) geht es für die Handballerinnen von Bayer Leverkusen ans Eingemachte. In der ersten Play-off-Runde heißt der Gegner wieder einmal Oldenburg, zum dritten Mal in Folge treffen die Bayer-Damen im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft auf die Niedersachsen. Ergebnis: Unentschieden - in der Saison 2009/2010 konnten sich die Rheinländerinnen durchsetzen, im vergangenen Jahr behielt der VfL die Oberhand. Dabei sah es vor einem Jahr schon fast nach einem erneuten Ausscheiden aus: Oldenburg verlor das Hinspiel mit 27:29, fuhr vier Tage später als Außenseiter zum Rückspiel, zeigte dort aber eine seiner besten Spiele einer ohnehin schon guten Saison und siegte mit 27:24.

Aber nicht nur die Ergebnisse aus der Vergangenheit, auch die Spiele in der Hauptrunde zeigen, dass sich zwei absolut gleichwertige Mannschaften gegenüber stehen. Im November ging die Mannschaft von Renate Wolf mit 31:26 als Sieger vom Feld, vor fünf Wochen hieß es 25:32 aus Elfen-Sicht. "Das wird ein Duell auf Augenhöhe, eine ausgeglichene Partie, in der am Ende Kleinigkeiten über Weiterkommen oder Ausscheiden entscheiden", sagen Wolf und VfL-Trainer Leszek Krowicki unisono.

Vormachen können sich beide Teams und vor allem beide Trainer ohnehin nicht mehr viel. "Ich muss meiner Mannschaft nicht sagen, was für einer hervorragende Spielerin beispielsweise Angie Geschke ist, oder das Oldenburg hohes Tempo spielt. Die Strategie, aber vor allem das Herz und der Wille sind entscheidend", sagte Wolf. Und Krowicki ergänzt: "Ich kann Renate nicht überraschen, und sie mich nicht." Krowicki hält eine knappe Entscheidung wie 2011, als Marlene Zapf mit dem letzten Wurf des Spiels Bayer doch noch fast ins Viertelfinale geworfen hätte, für möglich, sogar für wahrscheinlich: „Es könnten wieder Kleinigkeiten entscheiden. Unser Ziel ist aber das Halbfinale.“ Dieses würde in der Woche nach dem Final Four, voraussichtlich am 3. Mai, mit dem Hinspiel beginnen. Am Wochenende danach findet bereits die entscheidende zweite Partie statt

Fakt ist, der VfL reist mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein ins Rheinland. Neun Siege bei nur zwei Niederlagen, der Sprung ins Final Four des DHB-Pokals: Die Niedersachsen haben nach der WM-Pause eine beeindruckende Serie hingelegt und sich als bestes Team der Rückrunde leise, still und heimlich in den Kreis der Favoriten gespielt. Die Tatsache ist umso bemerkenswerter, stand der Handball in Oldenburg vor knapp einem Jahr nach der Pleite von Hauptsponsor Beluga vor dem Aus. Die Mannschaft ist in der Krise und den wohl größten Veränderungen in der über 20-jährigen Bundesligageschichte aber zusammengerückt, und zwölf Monate danach sagt Krowicki nicht ohne Stolz: "Diese Mannschaft ist wirklich eine Mannschaft. Die Mädels haben auf viel Geld verzichtet."

Der 54 Jahre alte Pole weiß aber auch, dass es am Samstag wieder bei Null losgeht, alle Ergebnisse der Hauptrunde: Makulatur. Wolf jedenfalls ist zuversichtlich, dass ihre Mannschaft nach durchwachsener Hauptrunde rechtzeitig in die Spur findet. "Wir haben großes Potential, dieses gilt es jetzt auszuschöpfen. Wenn jede Einzelne ihre Qualitäten einbringt, ist das Halbfinale realistisch", erklärte Wolf. In der nach Aussage von Abteilungsleiter und Torwart-Legende Andreas Thiel "geilsten Spielen der Saison" sind die Elfen nach dem bitteren Aus im Vorjahr auf Revanche aus. So oder so, das Duell Leverkusen gegen Oldenburg wird auch in dieser Spielzeit nichts für schwache Nerven.