08.04.2012 20:32 Uhr - Champions League - chs

Titelverteidiger Larvik durch Wolterings Weltklasseleistung entthront

Clara WolteringClara Woltering
Quelle: Katja Boll
Sowohl Clara Woltering, wie auch ihrem Verein ZRK Buducnost Podgorica erstmals der Einzug ins Finale der Champions League geglückt. Während die deutsche Nationaltorhüterin aufgrund einer überragenden Leistung (16/29 Paraden) gleich bei ihrer ersten Teilnahme an der Königsklasse ins Endspiel vorstieß, hatte der montenegrinische Serienmeister zuvor sieben erfolglose Anläufe unternommen. Mit sieben Toren war Bojana Popovic die Toptorjägerin an diesem Abend, das Spiel hatten aber vor allem in der Anfangsphase jedoch noch die Linkshänderinnen Bulatovic, Riegelhuth und Sulland geprägt.

Podgorica hatte die Vorteile auf seiner Seite. Das Hinspiel hatten die Montegrinerinnen bereits knapp für sich entschieden, der Heimvorteil des Hexenkessels Moraca kam noch hinzu. Zudem präsentierte sich vor allem Katarina Bulatovic hellwach. Die Linkshänderin, die im Vorjahr noch aufgrund persönlicher Differenzen mit der Vereinsführung im Halbfinale gegen Larvik ausgesetzt hatte, konnte sowohl in der Offensive, aber auch in der Defensive entscheidende Impulse setzen. Sie drückte der Anfangsphase ihren Stempel ebenso auf, wie Gästetorhüterin Cecilie Leganger, die zumindest im direkten Duell von der Strafwurfmarke die Oberhand behielt.

Bei Larvik drohte wie schon die gesamte Spielzeit über die meiste Torgefahr ebenfalls von der rechten Angriffsseite. Riegelhuth und Sulland konnten mit Würfen aus dem Rückraum für eine ausgeglichene Anfangsphase sorgen. Wie schon im Hinspiel lief auch Clara Woltering heiß und ermöglichte mit ihren Paraden, dass die Hausherrinnen vom anfänglichen 2:3-Rückstand auf 7:5 (20.) davonzogen.

Dass Cecilie Leganger absolut gesehen noch mehr Paraden verzeichnen konnte, lag vor allem an der fehlenden Durchschlagskraft der Norwegerinnen, denen im Vergleich zum Vorjahr eben die Kreativität einer Gro Hammerseng merklich fehlte und so weniger Torchancen kreierte. Nur ein einziger Treffer, Riegelhuth war beim 4:5 (13.) an den Kreis eingelaufen, konnten die Gäste aus der Nahwurfzone erzielen.

Bis zum Seitenwechsel beim Stand von 10:7 konnte Larvik noch auf eine Wende hoffen, doch zum Beginn des zweiten Durchgangs zog Podgorica langsam unaufhaltsam davon. Bevor Kari Mette Johansen durch einen Gegenstoß zum 15:8 (44.) traf, hatte Woltering mit insgesamt elf Paraden schon eine Weltklassequote von über 60 Prozent gehaltener Bälle zu Buche stehen.

Angesichts des deutlichen Vorsprungs und auch aufgrund einer kurzen Deckung gegen Popovic und zeitweise auch gegen Bulatovic litt das Angriffsspiel von Podgorica in der Schlussviertelstunde ein wenig. Dennoch konnte Larvik daraus kaum Kapital schlagen, Buducnost bewahrte seinen Vorsprung scheinbar mühelos. Als die letzten Minuten schon zur großen Feier zum erstmaligen Einzug ins Endspiel angestimmt wurde, die Bank und die Tribüne schon feierte, da packten die Hausherrinnen noch einmal in die Trickkiste, erhöhten durch Savic und Jovetic von außen auf neun Tore. Den Schlusspunkt setzte dann Bojana Popovic, die mit einem ganz besonderen Heber über Leganger zum 23:13-Endstand traf.

ZRK Buducnost Podgorica - Larvik HK 23:13 (10:7)
Hinspiel 22:20

Podgorica: Woltering 16/29 Paraden, Popovic 7, Savic 4, Bulatovic 3, Miljanic 2, Cvijic 2, Jovetic 2 Knezevic 1, Radovic 1, Djokic 1

Larvik: Leganger 17/40 Paraden, Riegelhuth 3, Sulland 2, Johansen 2, Kurtovic 2, Blanco 2, Larsen 1, Breivang 1