06.04.2012 15:03 Uhr - Champions League - chs

CL: Finale wäre nur für Buducnost Neuland

Clara Woltering gewann mit Buducnost in LarvikClara Woltering gewann mit Buducnost in Larvik
Quelle: Katja Boll
Am Wochenende fallen in der Champions League die Entscheidungen über den Finaleinzug. Die besten Karten besitzt im elitären Teilnehmerfeld ausgerechnet Buducnost Podgorica, das bei bislang sieben Halbfinal-Teilnahmen noch nie den Sprung ins Endspiel schaffte. Entsprechend schlecht stehen nach der 20:22-Hinspielniederlage in eigener Halle gegen das Team um die deutsche Nationaltorhüterin Clara Woltering die Chancen für Titelverteidiger Larvik HK, denn die Norwegerinnen müssen am Sonntag in der gefürchteten Moraca-Halle antreten.

Wer dann auf die siegreiche Mannschaft im Endspiel wartet, das entscheidet sich bereits am Samstag, wenn Györi ETO KC einen Vier-Tore-Rückstand gegen CS Rm. Valcea aufholen muss. Das Hinspiel hatten die Rumäninnen mit 35:31 gewonnen. Die Ungarinnen standen bereits 2009 im Finale, unterlagen dort jedoch Viborg HK am Ende mit 49:50 (26:24, 23:26). Gegner Ramnicu Valcea schaffte ein Jahr später den Einzug ins Endspiel der Königinnenklasse, erneut triumphierte Viborg mit 60:52 (28:21, 32:31). Im Kader der Däninnen standen jedoch mit Katrine Lunde Haraldsen (Györ) und Bojana Popovic (Podgorica) Spielerinnen, die auch nun wieder in den Titelkampf eingreifen.

Györi ETO KC – CS Rm. Valcea (Hinspiel 31:35)

Mit einer furiosen Vorstellung zu Beginn der zweiten Halbzeit war das Hinspiel gekippt. Zur Pause noch mit vier Toren vorne (17:13), wurden die Ungarinnen förmlich überrolt, lagen Mitte der zweiten Halbzeit gar mit sechs Toren (22:28) in Rückstand, ehe man zumindest die Niederlage noch in Grenzen halten konnte. „Wir haben nichts Außergewöhnliches von unserem Gegner gesehen. Sie waren so gut, wie wir das erwartet haben und sie waren bei allem, was sie in der zweiten Halbzeit probiert haben, erfolgreich“, so Trainer Karl Erik Bøhn gegenüber ehfcl.com. „Im Rückspiel wird es keine Überraschungen geben. Wir arbeiten daran unseren Matchplan zu verfeinern und die Fehler zu minimieren.“

Etwas Besonderes wird die Partie für Valceas Rückraumspielerin Aurelia Bradeanu sein, die sieben Jahre lang das Trikot der Ungarinnen trug. „Es ist noch nichts entschieden. Györ ist weiterhin ein großartiges Team mit enormer Feuerkraft in der Offensive und einer großartigen Abwehr. Natürlich sind die vier Tore sehr wichtig und können am Ende entscheidend sein, sie können den Unterschied ausmachen. Aber wir kommen in die Halle beim Stand von 0:0 und darauf konzentrieren wir uns.“

„Wir haben die Konzentration verloren und verschiedene Fehler gemacht, die dann in Gegenstößen resultierten“, so Eduarda Amorim, die der in Veszprem ausgetragenen Partie entgegenfiebert. „Veszprem hat eine fantastische Arena. Ich denke wir haben einen großen Vorteil dort zu spielen, denn die Atmosphäre wird für uns fantastisch sein.“ Trotz des Hinspielerfolgs sieht sich Valceas Trainer Radu Voina noch immer in der Rolle des Außenseiters. „Wir haben das erste Spiel gewonnen, aber wir sollten auch mit dem Ziel antreten in Ungarn zu gewinnen. Die Chancen stehen in meinen Augen noch immer 60:40 für Györ“, so Voina.

ZRK Buducnost Podgorica – Larvik HK (Hinspiel 22:20)

Im Hinspiel konnten vor allem Clara Woltering und Cecilie Leganger zwischen den Pfosten herausragende Leistungen abliefern und ließen die Partie zu einem wahren Krimi werden. Es war eine intensiv geführte Partie, in der die Abwehrreihen die entscheidenden Impulse setzten.

„Es war ein hartes Spiel, wie wir das erwartet haben“, so Kreisläuferin Dragana Cvijic. „Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben, obwohl wir in den letzten zwei Minuten mit einer Spielerin weniger auf dem Feld waren.“ „Das war nur die erste Halbzeit“, erklärt Maja Savic. „Wir müssen das Spiel abhaken und uns auf das Rückspiel konzentrieren. Nur mit einem guten Ergebnis am Sonntag werden wir in der Lage sein zu sagen, dass wir im Finale stehen.“

Doch auch die Norwegerinnen reisen mit großem Optimismus an. „Zwei Tore sind gar nichts im Handball“, weiß Routinier Tonje Larsen. „Wir haben immer noch zwei Halbzeiten, um die Gesamtaddition zu unseren Gunsten zu entscheiden und das Finalticket zu lösen.“ Hoffnung gibt dabei das Hinspiel, wo man den Start verschlief und bereits mit 1:6 zurücklag, sich dann jedoch herankämpfte und sogar zehn Minuten vor dem Ende noch mit 20:19 vorne lag.

Anschließend trafen jedoch nur noch die Gäste und erkämpften sich so den Auswärtssieg. „Es ist schade, dass wir mit zwei Toren Rückstand in das Spiel in Podgorica gehen. Natürlich hatten wir auf ein kleines Polster gehofft, aber noch ist alles möglich“, so Larsen, die hinzufügt. „Wir haben noch einiges, was wir in der Larvik Arena nicht gezeigt haben.“ Larvik-Coach Ole Gustav Gjekstad geht von einer erneuten Abwehrschlacht aus. „Wir müssen unter 22 Gegentoren bleiben in Podgorica und dann können wir weiterkommen.“