14.03.2012 12:08 Uhr - 1. Bundesliga - Matthias Braun, dpa

Mandy Hering vor 1000. Pflichtspieltor und Karriereende

Mandy HeringMandy Hering
Quelle: Stephan Weber
Die dienstälteste Frankfurter Handballerin steht kurz davor, eine besondere Marke zu knacken - und denkt dabei schon an die Zeit nach der Handballkarriere. Die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation plant bereits für die Zeit nach dem Handball. Als erstes will sie auf jeden Fall "das normale Leben genießen."

Nationalspielerin Mandy Hering steht vor einem ganz besonderen Jubiläum. Die dienstälteste Spielerin der Handball-Frauen des Frankfurter HC will im Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen Frisch Auf Göppingen ihr 1000. Pflichtspieltor für den FHC erzielen. Sollte ihr dies gelingen, wäre sie sechs Tage nach ihrem 28. Geburtstag nach Franziska Mietzner die zweite Spielerin aus dem aktuellen Kader, die diese Rekordmarke erreicht. Vier Treffer fehlen der FHC-Linksaußen dazu noch. "Natürlich wäre das eine tolle Zahl, dennoch zählt immer nur der mannschaftliche Gesamterfolg", sagte Hering bescheiden.

Im September 2000 stand die damals 16-Jährige erstmals im Aufgebot der Frauenmannschaft des FHC. "Das erste Heimspiel, der Pokalsieg 2003 sowie der Autokorso durch Frankfurt zur Meisterschaft ein Jahr danach sind mir schon sehr emotional im Gedächtnis haften geblieben", erinnert sich Hering. Sie ist die Letzte aus dem Meisterkader des FHC von 2004, die heute noch für die Oderstädterinnen aktiv ist.

Doch damit ist nach dieser Saison Schluss. "Zwölf Jahre Leistungssport haben ihre Spuren hinterlassen", beklagt die 28-Jährige körperliche Verschleißerscheinungen nach bisher 333 Spielen für den FHC. "Aber auch die persönlichen Rückschläge in der Nationalmannschaft haben eine große Rolle bei der Entscheidungsfindung gespielt", gesteht Hering ihre Enttäuschung über die Ausbootung aus dem Auswahlkader und trauert um die vergebene Chance der abermaligen Teilnahme an den Olympischen Spielen.

Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, dem Kanu-Auswahltrainer Felix Michel, plant die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation nun für die Zeit nach dem Handball und will erst einmal "das normale Leben genießen". Zum Karriereende sollen noch einige ihrer Handballsouvenirs unter den Hammer und der Erlös der Jugendabteilung des FHC zugutekommen. Die bodenständige Handballerin und Publikumsliebling in der Frankfurter Brandenburghalle, die selbst verlockendste Angebote von Vereinen aus dem In- und Ausland stets ausgeschlagen hat, weiß wo ihre Wurzeln sind.