29.02.2012 21:19 Uhr - 1. Bundesliga - frh / dpa

Schülke lässt Göppingen verzweifeln: Leipzig siegt bei FAG

Maura Visser erzielte acht TrefferMaura Visser erzielte acht Treffer
Quelle: Stephan Weber
Zwei Wochen vor dem Pokalviertelfinale standen sich in der Göppinger EWS-Arena das Team von Frisch Auf Göppingen und die Mannschaft des HC Leipzig im Kampf um Bundesligapunkte gegenüber. Letzten blieben die Handballerinnen aus Leipzig auf Play off-Kurs. Der mehrfache deutsche Meister setzte sich mit 24:20 (11:8) durch und behauptete damit den vierten Tabellenrang. Beste Leipziger Torschützin in der EWS-Arena war Maura Visser (8/2). Für Frisch Auf traf Birute Stellbrink (5/4) am häufigsten.

Aus einer aggressiv agierenden Abwehr heraus, die Göppingen nur wenig Spielraum ließ, bestimmte der HCL vom Anpfiff an das Spiel. Allerdings begannen beide Teams äußerst nervös. Erst nach knapp fünf Minuten brachte Anne Müller vom Kreis ihre Farben mit 0:1 in Front. Im direkten Gegenzug erlöste Jenny Karolius den zahlreichen Göppinger Anhang mit dem Ausgleich zum 1:1. Anne Hubinger brachte Leipzig kurze Zeit weiter in Front und nach einem Lattentreffer von Birute Stellbrink erhöhte Maura Visser auf 1:3. Nach einem Konter von Natalie Augsburg und einem weiteren Strafwurf zogen die Leipzigerinnen sogar bis auf 1:5 davon. Der Treffer der grippegeschwächten Beate Scheffknecht zum 2:5 schien nur ein kurzes Strohfeuer, denn Nationaltorhüterin Katja Schülke gab Leipzig den nötigen Rückhalt, Saskia Lang und Alexandra Mazzucco erhöhten auf 2:7.

Nun hatte FAG-Trainer Aleksandar Knezevic genug gesehen und bat seine Frauen zum Rapport. Seine Worte schienen zunächst ungehört zu verhallen, denn Maura Visser brachte den HCL gar mit 2:8 in Front. Dieser Treffer schien wie ein Weckruf für die Frisch Auf Frauen zu wirken, denn Beate Scheffknecht, deren abgefälschter Ball doch noch den Weg ins Tor fand, Nicole Dinkel und Karin Weigelt per Konter sorgten mit ihren Treffern für den erneuten Anschluss beim 5:8. Nun hatte seinerseits Leipzigs Trainer Stefan Madsen genug und bat etwas verärgert sein Team zum Gespräch. Vor Allem Karolina Kudlacz schien sich seine Worte zu Herzen genommen zu haben, denn sie erhöhte für die Messestädterinnen zum 5:9. Doch auch dieser Treffer bremste Beate Scheffknecht nicht, denn sie brachte mit ihrem Doppelschlag die Gastgeberinnen bis auf 7:9 wieder heran. Dieser Abstand blieb bis kurz vor der Pausensirene, ehe Nationalspielerin Natalie Augsburg Jasmina Jankovic im Göppinger Tor zum 8:11 Halbzeitstand überwinden konnte.

Die zweite Halbzeit begann von Seiten der Frisch Auf Frauen sehr schwungvoll. Ein verwandelter Strafwurf von Birute Stellbrink und ein verwandelter Tempogegenstoß von Maria Kiedrowski sorgten für den Anschluss und aufkeimende Spannung unter den 750 Zuschauern in der EWS-Arena. Doch nun trat die, an diesem Abend überragende, Torhüterin in Aktion. Katja Schülke im Gehäuse des HCL war in dieser Phase kaum zu bezwingen und auch das Schiedsrichtergespann sorgte mit einigen Entscheidungen in dieser Phase für Unmut unter den Fans beider Mannschaften.

Leipzig setzte sich, angeführt von der starken Maura Visser auf 11:14 ab. Allerdings war dadurch die Messe noch nicht gelesen, denn Jenny Karolius und Nicole Dinkel brachten ihr Team noch einmal auf 13:14 nach 40 Minuten heran. Aber Göppingen sollte in der zweiten Hälfte nicht näher als ein Tor an die Leipzigerinnen herankommen - ein Doppelschlag der Sächsinnen beendete die Hoffnungen der Schwäbinnen. Zuerst traf Saskia Lang zum 13:15 und dann verwandelte Mette Ommundsen einen Strafwurf zum 13:16. Dieser Vorsprung hielt vor allem, weil, die Göppingerinnen ihre Chancen nur sehr unzureichend verwerten konnten und häufig an Katja Schülke scheiterten. Sieben Minuten vor dem Ende kamen die Grün-Weißen dann nach zwei verwandelten Strafwürfen von Birute Stellbrink wieder auf 17:19 heran. Nun spielte das Team von Stefan Madsen seine Routine aus und nutzte jede sich bietende Chance auf ein Tor. Mit dem Schlusspfiff erzielte Maria Kiedrowski dann den 20:24 Endstand.

Beste Spielerin bei Leipzig war, neben Torhüterin Katja Schülke, Maura Visser, die auf insgesamt sieben Tore kam. Bei Göppingen ragte Kreisläuferin Jenny Karolius heraus, die sowohl in der Abwehr als auch im Angriff, ein sehr gutes Spiel machte.