11.02.2012 13:29 Uhr - 1. Bundesliga - Frank Härterich / Ole Rosenbohm

Nord-Süd-Gipfel: Göppingen sinnt in Oldenburg auf Revanche

Vor ihrem nächsten Gegner dürften die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg eine gehörige Portion Respekt haben: Am Sonntag ist mit Frisch Auf Göppingen jene Mannschaft in der EWE Arena zu Gast, die unlängst dem deutschen Meister Thüringer HC die zweite Saisonniederlage beibrachten.

Neunter ist Göppingen derzeit, Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki glaubt aber: „Diese Mannschaft erreicht die Playoffs.“ Seit Weihnachten verlor Frisch Auf in sieben Pflichtspielen nur zweimal, überraschte neben dem – neben dem 26:25 am 14. Januar gegen den THC auch vor zwei Wochen gegen den momentanen Tabellendritten Bayer Leverkusen (25:25). Die beiden verlorenen Partien gestalteten sich jeweils äußerst knapp: 28:30 beim Buxtehuder SV und 24:26 bei der HSG Blomberg.

Knapp war auch Oldenburgs Sieg im Hinspiel. „Vor allem in der Abwehr hatten wir uns schwer getan“, erinnert sich Jennifer Winter an das 32:31. Die Schlussfolgerung für das Rückspiel: „Halbherzige Sachen sind gegen diesen starken Göppinger Rückraum nicht drin“, sagt Winter. Beim Stand von 29:29 in der 57. Minute scheiterte damals Birute Stellbrink mit einem Strafwurf und im Gegenzug war Sabrina Neuendorf erfolgreich und brachte ihre Farben mit 29:30 in Front. 80 Sekunden vor dem Ende konnte Beate Scheffknecht zwar noch einmal ausgleichen, doch Anna Badenhop erzielte kurz vor dem Ende die erneute Führung. Der letzte Angriff verpuffte jedoch und genau auf Grund dieses Ergebnisses sinnen die Frisch Auf Frauen auf Revanche und sind hoch motiviert, dass das Spiel dieses Mal zu Gunsten der Schwäbinnen ausgeht.

Die Stärken der Oldenburgerinnen liegen, laut Frisch Auf Trainer und Geschäftsführer Aleksandar Knezevic in einer hohen spielerischen Klasse und einer starken Präsenz in Angriff und Abwehr. „Wir fahren zwar mit großem Respekt nach Oldenburg, allerdings können wir die Oldenburgerinnen schlagen und das werden wir auch versuchen, um diese Überraschung zu schaffen.“ Bereits in der Vergangenheit waren die Duelle in Grün und Weiß zwischen den Frauen aus Süd- und Norddeutschland immer enge und harte Kämpfe, die meist zu Gunsten der Oldenburgerinnen ausgingen.

Laut Knezevic liegt das Hauptaugenmerk auf Oldenburgs Angriff, der mit Angie Geschke, eine der besten Rückraumschützinnen der Liga in seinen Reihen hat. Ihre Kreise gilt es ebenso einzuengen, wie die der restlichen Rückraumspielerinnen. Um diese Ziele zu erreichen reisen alle Spielerinnen fit und gesund nach Oldenburg. Lediglich die langzeitverletzte Torhüterin Julia Schulz wird auch weiterhin fehlen, befindet sich aber auf dem Weg zur vollständigen Genesung.Am Wochenende treffen die Frisch Auf Frauen auf den norddeutschen Vertreter vom VfL Oldenburg. Der aktuelle Tabellenfünfte der Bundesliga kann nahezu sicher für die Play-Offs im Früjahr planen. Der Gegner, auf den die Weserstädterinnen dann treffen werden, steht zwar noch nicht fest, allerdings hoffen die Oldenburgerinnen vermutlich, dass sie nicht, wie im letzten Jahr, auf eine Mannschaft der Top Four treffen werden. Aktuell stehen für den Challenge-Cup-Sieger 17:9 Punkte zu Buche.

Beim VfL wird Julia Wenzl am Sonntag fehlen. Die 22-jährige Rückraumspielerin leidet an Magenproblemen und ist noch mindestens bis Sonntag krankgeschrieben. „Das ist eine Schwächung“, sagt Krowicki, verweist aber auch auf die gute Entwicklung seiner Ersatzspielerin Rabea Neßlage, die vor ihrem ersten Bundesligaeinsatz steht. Mittelspielerin Neßlage gehört zu den Leistungsträgerinnen des VfL II, der in der Dritten Liga Nord den zweiten Platz einnimmt. Im Sommer nahm die 21-Jährige an der Saison-Vorbereitungswoche der Ersten in Emmen (Niederlande) teil, zudem regulär einmal die Woche am Training des Bundesligisten. Rechtsaußen Winter spielte nicht nur vergangene Serie im Meisterschaftsjahr der Zweiten mit Neßlage zusammen, sondern bereits auch mehrere Jahre bei Werder Bremen. „Ich freue mich für sie. Rabea hat sich diese Chance verdient.“

Mit einem Sieg – es wäre der sechste im siebten Pflichtspiel 2012 – würde sich der Tabellenfünfte VfL in der noch schiefen Bundesligatabelle auf Platz drei verbessern. Sollte der Buxtehuder SV am Sonntagnachmittag bei der DJK/MJC Trier patzen, würde Oldenburg sich sogar auf dem zweiten Platz wiederfinden.

Das Spiel wird wie jedes Heimspiel live im Oldenburger Lokalsender oeins übertragen. Die Fernsehsendung, die unter www.oeins.de auch per Livestream im Internet zu sehen ist, beginnt um 16.15 Uhr. Zudem berichtet NDR Radio Niedersachsen in mehreren Schalten live aus der EWE ARENA. Ein Nachbericht der Partie ist am Dienstag um 19.15 Uhr im Fernsehprogramm von Radio Bremen in der Sendung „Sportblitz“ zu sehen. Gast im Studio wird Oldenburgs Halblinke Angie Geschke sein.