16.01.2012 11:40 Uhr - 2. Bundesliga - Harry Traubenkraut

Weibern trotz Kantersieg mit Höhen und Tiefen gegen Altlandsberg

Die Weiberner Vulkan-Ladies haben mit einem klaren 40:22 (21:13)-Heimerfolg gegen den MTV 1860 Altlandsberg die Hinrunde der 2. Frauenhandball-Bundesliga erfolgreich abgeschlossen.

Der inoffizielle Titel „Herbstmeister“ war Ildikó Barna nach eigenem Bekunden nicht wichtig. Dennoch strahlte die Ungarin nach Spielende sowohl wegen der eigenen Tabellenführung, als auch den Resultaten der Konkurrenz um die vorderen Plätze. Schließlich wuchs durch die Nellinger 31:33-Niederlage in Travemünde der Weiberner Vorsprung auf Rang drei auf vier Zähler an und da sich einige Mannschaften der vorderen Tabellenhälfte gegenseitig die Punkte streitig machten, konnte sich Barna in der Pressekonferenz gemütlich zurück lehnen. Gut eine Stunde zuvor war bei Barna von dieser Gemütlichkeit noch wenig zu sehen. Soeben hatten die Gäste aus Brandenburg die schnelle 5:2-Führung des TuS Weibern beim 5:5 egalisiert, als Barna richtig laut auf der Bank wurde. „Ich war richtig sauer und das hat sich bis zur Halbzeit nicht gelegt. In der Kabine habe ich meinen Mädels gesagt, dass sie gar nicht erst so weiter machen brauchen,“ bekannte die TuS-Trainerin. Insbesondere mit der Abwehrarbeit in Durchgang haderte sie zur Pause. „21 erzielte Tore waren ja soweit in Ordnung. Aber hinten waren wir schlecht. Sowohl in der Deckung, als auch im Tor“, klagte sie. In der Tat mühte sich der Ligaprimus gegen hausbackene Gäste mit einem eher stereotypen Angriffsverhalten über Gebühr, sodass Barna selbst die acht Minuten vor der Halbzeitpause, in denen ihre Schützlinge von 14:10 doch noch auf 21:13 davon ziehen konnten, nicht versöhnlich stimmten.

Dabei hatten die TuS-Handballerinnen doch schon bis zu diesem Zeitpunkt immer dann leichtes Spiel, wenn sie ihre Angriffe in die Breite verlagerten. So waren es ausgerechnet die zuvor vermuteten „Sorgenpositionen“, die sich am Samstag nicht ergeben sollten. Nach dem Ausfall der Stammkräfte Lisa Schenk auf Links- und Mirela Negrutiu-Chirila auf Rechtsaußen besaß Weibern ausgerechnet auf den Flügeln seine größten Aktivposten. „Ich war ganz schön überrascht, dass ich anfangen durfte – und dann noch auf Außen. Zunächst war ich nervös, aber ich wollte diese Chance einfach nutzen“, gab nach der Partie Maja Klingenberg zu Protokoll. Barna hatte ihr überraschend den Vorzug vor Vivi Kazaki gegeben und Klingenberg bedankte sich mit acht Treffern.

Wofür sie wiederum die Anerkennung erhielt, zur Spielerin des Tages gekürt zu werden. Ebenso hätte es auch Eva Frank treffen können. Bei der Rechtsaußenspielerin war es umso bemerkenswerter, dass auch sie siebenmal traf, da sie nach einem Auslandssemester in Norwegen erst seit zwei Wochen wieder in Deutschland und damit im Training ist. „Norwegen ist zwar ein Handballland, aber da habe ich nur einmal wöchentlich trainieren können“, lachte Frank, die umso frischer wirkte. So verstand es Weibern dann sich trotz Minikader mit gerade einmal zwei weiteren Feldspielerinnen dann doch noch in Szene zu setzen. Was auch für Torfrau Sophia Kochs galt, die nach 35 Minuten in die Partie kam. „Es ist ein großes Geschenk, wenn die jungen, wie Maja und Sophia ihre noch geringen Einsatzzeiten nutzen, und sich so nachhaltig empfehlen“, so Barna, deren Mannschaft dann keine Präsente mehr verteilte, sondern den Gästen nun 40 Gegentreffer einschenkte.