10.01.2012 10:01 Uhr - 1. Bundesliga - Matthias Braun, FHC und red, dpa

Franziska Mietzner hat die 1.000-Tore-Marke für den FHC durchbrochen

Franziska MietznerFranziska Mietzner
Quelle: Stephan Weber
Über Torrekorde oder statistike Werte der Karriere wird üblicherweise zumeist geschrieben, wenn Spieler oder Spielerinnen kurz vor dem Karriereende stehen. Bei Franziska Mietzner ist das anders, die Rückraumspielerin feierte erst vor wenigen Wochen ihren 23. Geburtstag und weist für ihr Alter eindrucksvolle Werte wie 56 Länderspiele mit 182 Toren auf. Für ihren Verein FHC Frankfurt/Oder hat sie unterdessen bereits die 1.000-Grenze geknackt.

FHC-Fan und Statistik-Freak Michael Rubisch hat ausgerechnet, dass das die Rückraumschützin inzwischen bereits über 1.000 Pflichtspieltore für den FHC erzielt hat. Das 24:23 am vergangenen Mittwoch gegen Blomberg war exakt der 1.000-ste Treffer, inzwischen sind es bereits 1.014. Davon erzielte die Nationalspielerin 863 Tore in der Bundesliga, 123 im Pokal und 28 in EC-Spielen.

"Ich bin überrascht, dass es schon so viele sind", kommentierte die Nationalspielerin diese Zahlen augenzwinkernd. "Aber Statistiken haben für mich eigentlich keine große Bedeutung, auch wenn es mich natürlich freut, eine so stolze Zahl erreicht zu haben. Letztlich zählt aber nur der Erfolg des Teams und dabei unterstütze ich es so gut, wie es eben geht."

Seit 2006 geht Franziska Mietzner für den FHC auf Torejagd, 2008 folgte bereits das erste Länderspiel. Der Handball wurde ihr dabei quasi in die Wiege gelegt: Ihre Mutter Katrin war mit der DDR-Auswahl Weltmeisterin 1978 und ist nach Spitzenreiterin Grit Jurack (1579) mit 1095 Treffern aus 260 Länderspielen immer noch die Nummer zwei der DHB-Torschützenliste. "Darauf achte ich eigentlich gar nicht und ich mache mir auch keinen Druck. Ich nehme das eher als Vorbild", sagte die Nationalspielerin, deren Vater Jochen Ruder-Europameister war.

Bis 2013 ist sie noch in Frankfurt/Oder unter Vertrag, wo sie im siebten Semester BWL studiert. "Ich kann vielleicht Handball spielen, bis ich Mitte 30 bin. Aber dann habe ich immer noch nicht mein Geld verdient, bis ich ins Rentenalter komme. Ich bin jetzt 22, wenn ich 25 oder 26 bin habe ich mein Studium abgeschlossen und kann mich immer noch voll auf den Handball konzentrieren", stellte sie während der WM in Brasilien gegenüber der dpa klar.

So lange kommt auch ein Wechsel ins Ausland nicht infrage. "Für die nächsten zwei Jahre habe ich das nicht im Blickpunkt", sagte Franziska Mietzner und begründet dies neben dem Studium mit dem Wohlfühlfaktor zu Hause: "Ich haben zu meinen Eltern ein sehr, sehr gutes Verhältnis. Jetzt im Moment würde es mir sehr schwerfallen, wenn ich weit von ihnen weg wohnen würde." Und in dieser Zeit werden weitere Treffer für den FHC folgen, vermutlich bereits am Mittwoch gegen Vizemeister Buxtehuder SV. Mit 76/27 Treffern und durchschnittlich 8,4 Toren pro Spiel führt Mietzner die Torschützenliste der Frauenbundesliga aktuell bereits an.