08.01.2012 17:23 Uhr - DHB-Pokal - fcb

Eine Runde weiter: Nellingen nimmt Trier in der ersten Halbzeit auseinander

Jubel bei den HornetsJubel bei den Hornets
Quelle: Peter Ziegler
Vor 504 Zuschauern in der in der Nellinger Sporthalle 1 brannten die Schwaben Hornets Ostfildern im Pokal gegen die DJC/MJC Trier phasenweise ein Feuerwerk herunter. Dabei konnte sich das Team von Irina Kolpakova im Spielaufbau noch einige Fehler leisten und lag dank einer souveränen Deckungsarbeit mit Andrea Hornung im Kasten dennoch bereits zur Pause nahezu uneinholbar mit 20:11 vorn. In der zweiten Halbzeit konnte Nellingen zwar nicht mehr an die starke Leistung der ersten Hälfte anknüpfen, brachte die Partie aber unangefochten über die Bühne und erreicht mit einem 35:28-Sieg die vierte Runde im DHB-Pokal. Premm, Lennartz, Monz und Co. stemmten sich in einer unterhaltsamen zweiten Hälfte vergeblich gegen das Pokalaus.

Die Schwaben Hornets Ostfildern erwischten einen guten Start gegen den Bundesligisten aus Trier. Jessica Schulz, Anna-Lena Unseld und Sandra Faustka brachten die Gastgeberinnen im Pokalspiel mit 4:1 (4.) in Vorlage. Die Moselstädterinnen kamen unter der Regie von Megane Vallet nicht richtig auf Touren, weil die Nellingerinnen ihre ehemaligen Mitspielerin Silvia Solic gut im Griff hatten und konnten weder von einigen technischen Fehlern der Schwäbinnen im Spielaufbau noch von den Paraden Sladjana Dierics profitieren. Stattdessen erhöhte Sandra Faustka nach neun Minuten auf 6:2. Trier kam nicht durch die Nellinger Abwehr und im Gegenzug umkreiste Tine Gall die herausgeeilte Dieric und jagte den Ball ins gegnerische Tor.

Interimstrainer Dago Leukefeld hatte genug gesehen und rief seine Spielerinnen zur Seitenlinie, doch auch im weiteren Verlauf schien Nellingens Torfrau Andrea Hornung schier unüberwindlich. Wären die Gastgeberinnen im Spiel nach vorne disziplinierter gewesen, hätte der Unterschied zwischen dem Tabellenzweiten des Unterhauses und den angeschlagenen Gästen aus dem Tabellenkeller der ersten Liga leicht schon zu diesem Zeitpunkt noch deutlicher ausfallen können. So konnte Trier immer wieder kosmetisch tätig werden, Derbach, Radojicic und Wilamowska hatten nach einer Viertelstunde das 8:5 auf der Hand. Die Auszeit hatte Triers Kampfgeist geweckt und schließlich verkürzte Spielmacherin Katarina Vojcic im vierten Versuch auf drei (17.).

Die nachlassende Konzentration gegen die erstarkte Trierer Deckung konnte Hornets-Trainerin Irina Kolpakova nicht gefallen, beim Stand von 10:7 (18.) griff sie zur Grünen Karte: Auszeit. Die Umstellung auf eine offensive Abwehr, in der Kreisläuferin Ariane Geissmann den Trierer Spielaufbau vorgezogen störte, war danach das Mittel der Wahl: Die Rheinland-Pfälzerinnen konnten diese Aufgabe kaum lösen, Stratmann und Faustka erhöhten für die Hornets auf 15:9 (25.). Und als Trier zwar abermals zwei Tore aufholten, aber Maric und Schulz stellten im Duett auf 19:11 und Geissmann setzte mit der Sirene den Treffer zum 20:11-Halbzeitstand. Nellingen war der vorentscheidende Fingerzeig Richtung Viertrunden-Einzug gelungen. Leukefeld kochte innerlich.

Die Konzentration schienen die Gastgeberinnen beim Seitenwechsel dann in der Kabine gelassen zu haben. Trier wollte sich nicht kampflos ergeben und deckte nun wesentlich beweglicher und aggressiver als in der ersten Hälfte, erkämpfte mehrfach den Ball und verkürzte auf 20:13 (33). erst nach sechs Minuten gelang Schulz der erste Treffer für die Schwäbinnen zum 20:14 und als Faustka den Ball im Gegenstoß zum 24:14 (39.) unterbrachte, war die Welt aus Hornets-Sicht wieder in Ordnung. Eine Strafwurf-Parade der eingewechselten Celia Schneider gegen Radoijcic hatte den Mut der Kolpakova-Sieben wieder auflodern lassen. Trotz des hohen Vorsprungs blieb es indes eine unterhaltsame und kampfbetonte Partie, in der Trier wieder auf Augen- und Ballhöhe agierte.

Mit einem 9:4-Lauf blieb Trier in der Partie und in den Augen der Gäste war ablesbar, dass die Partie kippen konnte, würde Nellingen einen Deut nachlassen. Die solide 5:1-Abwehr mit Lennartz an der Spitze machte den Gastgeberinnen sichtlich Probleme und vorne drehte Premm auf, die vier Treffer zum 28:23 (52.) beisteuerte. Anna Monz trug mit ihren Paraden dazu bei, dass die Partie offen blieb und Premm stellte auf 28:25. Als Premm erneut traf (30:26), hatte Kolpakova genug gesehen. Schulz und Stratmann machten dann beim 33:27 den Sack zu, drei Minuten würden Trier nicht mehr reichen um das Spiel doch noch zu drehen. Auch wenn Monz mit einer Doppelparade das 34:28 zunächst verhinderte, am Ende feiert Zweitligist TV Nellingen den Viertrundeneinzug.