07.01.2012 20:57 Uhr - DHB-Pokal - fcb

Leverkusen nimmt Pokalhürde Neckarsulm souverän

Franziska Garcia Almendaris traf in der Ballei neunmalFranziska Garcia Almendaris traf in der Ballei neunmal
Quelle: Heinz Zaunbrecher
"Wir haben heute ein kurzweiliges Spiel gesehen", war Renate Wolf nach Anpfiff in der sehr gut besuchten Neckarsulmer Ballei froh, dass ihr Team die Hürde beim Viertligisten so souverän genommen hatte. Aber auch Emir Hazimuhamedovic konnte seinem Team, mit erfahrenen Spielerinnen durchsetzt, Lob zollen und die Fans spendeten ohnehin hochzufrieden Applaus und sorgten für eine tolle Atmosphäre. Trotz des 19:36 (12:19)-Endstands war es für die Neckarsulmer Sportunion, Aufstiegsaspirant in die Dritte Liga, ein gelungener Start ins Jahr 2012. "Wir haben nie aufgegeben", freute sich der Hadzimuhamedovic, doch die Rheinländerinnen zogen dank einer engagierten und überlegenen Vorstellung souverän eine Runde weiter Richtung Final4-Endrunde.

Anfangs ging es etwas schleppend zu in der Neckarsulmer Ballei beim Pokalspiel des Baden-Württemberg-Oberligisten (4. Liga) gegen den Bundesligisten aus Leverkusen. Durch Treffer von Steffi Egger und Elisabeth Garcia Almendaris gingen die Elfen zwar in Führung, Fritz gelang aber jeweils der Ausgleich, ehe Almendaris die Gäste beim 6:3 in der siebten Minute erstmals mit drei Treffern in Vorlage brachte. Doch die mit einigen ehemaligen Bundesligaspielerinnen besetzte Neckarsulmer Sportunion steckte nicht auf, Fritz und Fischer hielten das Team von Emir Hadzimuhamedovic in der Partie und beim 7:8 in der dreizehnten Minute war der Anschluss wiederhergestellt. Leverkusen spielte zwar recht diszipliniert, hatte aber noch nicht das entscheidende Mittel gefunden.

Die Einwechslung von Salamakha zwischen die Pfosten sollte das Team von Renate Wolf dann der nächsten Pokalrunde einen entscheidenden Schritt näher bringen. Die gebürtige Ukrainerin hielt in der zweiten Viertelstunde sechs Bälle, insgesamt gingen in der ersten Hälfte zehn Paraden auf die Leverkusener Torfrauen. Zudem hatte sich die Abwehr inzwischen fokussiert, vor der Franziska Garcia Almendaris ganze Arbeit verrichtete. Almendaris distanzierte Neckarsulm beim 12:7 erstmals auf fünf Tore. Den Gastgeberinnen waren die Ideen in der Offensive ausgegangen, gegen Laura Steinbach fanden sie zudem in der Abwehr kein Mittel. Trainer Emir Hadzimuhamedovic griff beim Stand von 14:8 sieben Minuten vor dem Seitenwechsel zur Grünen Karte und rief seine Spielerinnen zu sich.

Danach erhielt Leverkusen den Vorsprung zwar aufrecht, leistete sich aber ein paar Nachlässigkeiten im Spiel nach vorne, die Neckarsulm gleichwohl nicht für sich zu nutzen wusste. Stattdessen schraubte Laura Steinbach mit ihrem siebten Treffer zum 15:8 weiter am Vorsprung und die Einwechslung von Nadine Krause brachte neue Impulse im Angriff. Zweimal setzte sie Steffi Egger am Kreis in Szene, die auf 17:9 erhöhte. In den letzten drei Minuten vor der Pause ging es dann noch einmal hoch her. Freudemann steuerte noch drei Treffer zum 19:12-Pauenstand bei, Zapf und Steinbach waren für die Gäste erfolgreich. Sieben Treffer lagen bereits zwischen dem Erst- und dem Viertligisten, dabei spielte Leverkusen noch mit gebremstem Schaum.

Richtig schnell ab ging es dann in der zweiten Hälfte bei den Gästen. Zwar setzte die NSU die ersten beiden Treffer, doch Egger und Glankovicova legten auf 22:16 nach, während zwischen den Pfosten Valentyna Salamakha nun zeitweise in Vanessa Steinhoff einen ebenbürtigen Gegenpart hatte, die zunächst verhinderte, dass es für den Viertligisten schlimmer kam. Vier Würfe parierte sie gegen die Elfen, ehe Nadine Krause und die Almendaris-Schwestern in der 48. Minute auf 29:16 stellten. Über zehn Minuten hatten die Gastgeberinnen keinen Treffer verzeichnet, Leverkusen hatte sich über die Deckung und den Gegenstoß Respekt verschafft und rannte nun Richtung Sieg. Bis auf 33:17 ging der Lauf, ehe die Neckarsulmerinnen bis zum 36:19-Endstand noch einmal zu Zählbarem kamen.

Neckarsulmer Sportunion - TSV Bayer 04 Leverkusen 19 : 36 (12:19)

Neckarsulmer Sportunion
Anker (1.-30., 5 Paraden), Vanessa Steinhoff (31.-60., 5 Paraden); Breitinger, Fritz 7, Freudemann 5, Perger, Walter, Fischer 2, Tissekker 4/1, M. Odenwald, Ost, Kaufmann 1, Brunn, Zultner

TSV Bayer 04 Leverkusen
Hagel (1.-14., 4 Paraden), Salamakha (15.-60., 15 Paraden); Zapf 3, Egger 4, Hambitzer, E. Garcia 4, Bovenberg 1/1, Glankovicova 1, Krause 3/1, F. Garcia 9, Steinbach 10/3, Jochin 1

Stimmen zum Spiel

Renate Wolf, Trainerin und Geschäftsführerin TSV Bayer 04 Leverkusen
Wir haben heute ein kurzweiliges Spiel gesehen, trotz des deutlichen Sieges für uns. Das ist beeindruckend, was hier abgeht, was ihr hier aufgebaut habt. Sehr faire Zuschauer, das finde ich klasse. Neckarsulm hat gut dagegen gehalten, strukturiert gespielt, da ist noch vieles möglich.

Wir haben jetzt im Januar volles Programm, der Januar ist vollgepackt mit Spielen. Was die Playoffs betrifft, müssen wir schauen, dass wir uns Stabilität in der Abwehr erarbeiten. Das heute war für uns ein wichtiges Spiel und wir sind auch noch im Europapokal. Es ist noch ein weiter Weg bis zu den Playoffs.

Emir Hadzimuhamedovic, Trainer NSU
Wir haben nie aufgegeben und die Atmosphäre war auch eine ganz tolle Sache. Das macht uns stolz, ein großes Dankeschön an das Publikum. Wir haben jetzt zwei schwere Auswärtsspiele unter anderem in Allensbach, danach können wir sehen, wohin die Reise geht.