05.01.2012 22:08 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Göppingen erobert Rang acht: Pflichtsieg über Trier

Beate Scheffknecht traf fünfmalBeate Scheffknecht traf fünfmal
Quelle: Stephan Weber
Am Ende war es ein souveräner Göppinger Heimsieg über die Trierer Miezen, doch einfach und ruhig war das Unterfangen nicht, obwohl die Gäste sich in der Offensive über weite Strecken sehr schwer taten. Nach dem 13:6-Pausenstand zog Göppingen dann auf 21:11 davon, doch bis zum 27:19-Endstand konnte Trier noch einmal Ergebniskosmetik betreiben. Göppingen sammelt mit zwei wichtigen Punkten aber dennoch Selbstbewusstsein vor dem schweren Pokalspiel am Samstag bei Zweitliga-Tabellenführer Weibern. Dort möchte das Team von Aleksandar Knezevic einen weiteren Schritt in Richtung Final4 machen. Die Miezen bleiben derweil im Süden, sie treten am Sonntag bei den Hornets vom TV Nellingen an.

Es dauerte viereinhalb Minuten ehe Göppingen im Duell gegen DJK/MJC Trier der erste Treffer zum 1:1 gelang. Beide Teams traten nervös auf angesichts der Bedeutung, die auf der Partie lastete. Die Miezen konnten mit einem Sieg in der EWS Arena bis auf einen Punkt an die Schwäbinnen heranrücken, die vor der Partie Rang neun innehatten. Binnen kurzem drehten die Gastgeberinnen die Partie danach, Vojtiskova entdeckte Karolius frei am Kreis, die zum 4:2 einnetzte (10.). Danach vergab zwar Kiedrowski ihre Möglichkeit an Monz, die erstmals seit Wochen von Beginn an im Trierer Gehäuse stand. Doch allmählich, gebremst von eigenen technischen Fehlern, setzte sich Göppingen weiter ab. Weigelt, Kiedrowski, Vojtiskova und Stellbrink erhöhten auf 9:4 (19.).

Triers Interimstrainer Dago Leukefeld, der erst heute Morgen noch eine Trainingseinheit mit der Mannschaft absolviert hatte, war sichtlich unzufrieden und rief seine Spielerinnen zum Rapport, um ein dynamischeres Angriffsspiel zu fordern. Trier nahm sich aber auch danach regelmäßig viel Zeit für erfolglose Angriffe. Nach einer Handverletzung von Jasmina Jankovic rückte einige Minuten vor der Pause bei Göppingen Ronja Grabowski zwischen die Pfosten. Sie musste mitansehen, wie ihre Vorderleute nun viele Chancen vergaben und es verpassen, die gute Abwehrarbeit in noch klarere Verhältnisse umzumünzen. Bei der Sirene hatten die Frisch Auf Frauen immerhin eine 13:6-Führung inne und konnten sich in der Kabine sammeln, um danach ruhiger weiterzuspielen.

Fünf Minuten vor der Pause hatte Dago Leukefeld seine Torfrau gewechselt, nun versuchte Sladjana Djeric zu retten, was zu retten war, doch sie musste nach einem Wurf von Dinkel schon nach 31 Sekunden hinter sich greifen und auch beim 15:7 von Scheffknecht war sie machtlos. Allerdings vergaß Göppingen im weiteren Verlauf immer wieder die Abwehrarbeit und so sahen die Zuschauer zwischenzeitlich immens viele Treffer auf beiden Seiten. Alsbald musste Scheffknecht, die zu spät an ihrer Gegenspielerin war, schon zum zweiten Mal auf die Sünderbank. Dago Leukefeld stellte nun eine offensive Abwehr, doch sein Team kam nicht in den Gegenstoß und so verharrte die Partie lange beim 17:9 (38.), da Göppingen drei Großchancen vergab und also nicht auf elf Tore stellte.

Dabei erinnerte sich Göppingen immer wieder an die Defensivarbeit. Auch wenn schon sichtlich Kräfte für das Pokalspiel am Samstag gespart wurden, musste Jasmina Jankovic, die nach Wiederanpfiff wieder das Göppinger Tor hütete, erst nach 42 Minuten den zehnten Gästetreffer herausfischen. Gegen Katrin Premm waren ihre Vorderleute diesmal zu passiv geblieben. Göppingen haderte dabei immer wieder auch mit Zeitstrafen. Anika Leppert kam so nur zu einem Kurzeinsatz in der Abwehr, ehe sie auf die Sünderbank musste. Bei Gleichzahl tat sich Göppingen aber wieder leicht und beim 21:11 (48.) stand dann endlich eine zweistellige Führung zu Buche.

Doch dabei blieb es nicht, denn binnen sechs Minuten gelang Trier eine 4:2-Serie. Premm, Solic und Radojicic führten die Miezen auf 23:15 (54.) heran. Anbrennen sollte unter dem Hohenstaufen aber nichts mehr, am Ende stand ein recht souveräner Göppinger 27:19-Erfolg gegen einen erschreckend schwachen Gast aus der Moselstadt, der lediglich in der Schlussphase seine Chancen auf ein erträgliches Ergebnis nutzte und am Ende nur mit acht Toren unterlag. Trier verharrt dennoch mit weiterhin nur zwei Punkten weiter auf Rang zehn, während sich Göppingen wieder an die punktgleichen Vipers aus Bad Wildungen heranpirscht, die derzeit Rang acht innehaben. Ein wichtiger Erfolg im Rucksack auf dem beschwerlichen Weg über die Pokalhürde Weibern.

Stimmen zum Spiel

Dago Leukefeld, Interimstrainer Trier
Wir haben die ersten zwanzig Minuten viel zu unbeweglich, viel zu statisch gespielt um hier noch etwas mitnehmen zu können, aber dann haben wir toll gekämpft und noch ein ordentliches Ergebnis geholt. Es steckt zumindest so viel Potential in der Mannschaft, dass sie zuhause gegen Mannschaften wie Blomberg und Bad Wildungen die Möglichkeit hat, etwas zu holen. Wenn es dann zum Showdown um den Abstieg mit Celle käme, sehe ich die Vorteile aber bei Celle.

Aleksandar Knezevic, Trainer Frisch Auf Frauen
Man hat gesehen, dass es für uns ein sehr wichtiges Spiel war, aber wir haben gut gekämpft. Wir haben toll gekämpft und über weite Strecken eine gute Abwehr gestellt. Auch als Geschäftsführer bin ich zufrieden mit dem Spiel. Dadurch, dass wir sehr früh einen hohen Vorsprung hatten, konnten wir in der zweiten Halbzeit etwas variieren. Auswärts in Buxtehude waren wir zuletzt nah an einem Sieg, gegen den Thüringer HC möchten wir kommenden Samstag eine ähnlich gute Leistung zeigen. Aber erst einmal ist das Pokalspiel wichtig für uns und Weibern ist ein guter Gegner. Die haben einen Lauf und spielen zuhause, da brauchen wir das Selbstbewusstsein, das wir heute sammeln konnten.