03.12.2011 13:58 Uhr - Weltmeisterschaft - dhb.de und red

DHB-Auswahl bereit für den WM-Start

Kerstin Wohlbold: "Das erste Turnier ist immer aufregend"Kerstin Wohlbold: "Das erste Turnier ist immer aufregend"
Quelle: Michael Heuberger
Die schwerste Aufgabe der Vorrunde steht den deutschen Frauen bereits zum Start der WM in Brasilien bevor, ab 20 Uhr deutscher Zeit geht es gegen Rekord-Europameister und Olympiasieger Norwegen, Sport1 überträgt live. "Wir sind gut vorbereitet, freuen uns auf den Start der WM und gehen mit Mut ins Spiel. Wir können nur gewinnen. Eine gute Abwehr wird für uns der Schlüssel sein", erklärte Bundestrainer Heine Jensen.

Jensen kann beim Auftakt in Santos aufgrund der neuen Regelungen auf alle 16 Spielerinnen zurückgreifen und damit das komplette taktische Potenzial nutzen. Großen Respekt hat das DHB-Team dabei vor den norwegischen Zwillingen, der Torfrau Katrine Lunde Haraldsen und der linken Rückraumspielerin Kristine Lunde-Borgersen. Zudem können die Norwegerinnen sich vollends auf die WM konzentrieren, das Ticket für die Olympischen Spiele hat der amtierende Europameister bereits sicher.

Zuletzt hatte es für die deutsche Auswahl ein knappes 24:27 in der Vorbereitung gegeben, nach einem 12:19 hatte sich das DHB-Team wieder herangekämpft. In diesem Jahr stehen zudem ein 27:23 in Völklingen und ein ernüchterndes 13:25 im Worldcup zu Buche. "Es wird ganz entscheidend darauf ankommen, dass wir die Zahl unserer Fehler reduzieren", sagt Jensen mit Blick auf die jüngsten Vergleiche. In der Gesamtbilanz stehen für Deutschland in 86 Vergleichen 36 Siege bei acht Unentschieden und 42 Niederlagen mit insgesamt 1531:1568 Toren zu Buche. In den vergangenen zehn Duellen gewann Norwegen acht Mal.

"Wir kommen Schritt für Schritt voran und freuen uns auf den Vergleich mit Norwegen", beurteilte Jensen unterdessen am Vortag die taktische Situation. Am Vormittag nutzten die Spielerinnen um Kapitänin Isabell Klein die Trainingseinheit in der Halle. Da für diese vom Veranstalter allerdings nur fünfzig Minuten eingeplant waren, verlegte Jensen Auf- und Abwärmen ins Freie, um die verbleibende Zeit optimal zu nutzen. Eigentlich wollten die Verantwortlichen des DHB am Mittwoch auch noch einen Test zwischen Norwegen und WM-Gastgeber Brasilien beobachten, dieser wurde aber aufgrund eines zu rutschigen Parketts kurzfristig abgesagt.

"Das erste Turnier ist immer aufregend", freut sich unterdessen Kerstin Wohlbold auf ihre Premiere bei einer Großveranstaltung und fügt gegenüber dhb.de an: "Da ist so viel Neues - trotz der Champions-League-Erfahrung." Vermisst wird die Spielerin des THC unterdessen vor allem von den Zweitklässlern der Christian-Reichart-Schule in Erfurt, die sich aber auf Post aus Südamerika freuen dürfen und ihre Lehrerin heute im TV sehen können. Immer wieder hatte sie dicht vor einer Nominierung für die Nationalmannschaft gestanden - dabei ist sie allerdings erst seit knapp acht Monaten.

Ihre Präsenz und die bisherige Bilanz sind beeindruckend: In 14 Länderspielen erzielte Kerstin Wohlbold bereits 36 Tore. "Kerstin ist tempostark und in der zweiten Welle richtig gut", sagt Bundestrainer Heine Jensen. "Auch sie ist eine große Kämpferin. In der Bundesliga hat Kerstin über Jahre gut gespielt - sie hat sich definitiv eine Chance erarbeitet und verdient." Bei der WM hat Kerstin Wohlbold übrigens familiären Beistand: Vater Karl und Mutter Silvia sind bereits mit einer kleinen deutschen Reisegruppe unterwegs und werden rechtzeitig zum Start der Spiele in Santos eintreffen.

Zur deutschen Statistik: Sabine Englert wird sechs Tage nach ihrem 30. Geburtstag eine weitere besondere Marke erreichen - als 19. deutsche Nationalspielerin stößt sie in den Kreis der Handballerinnen mit 200 und mehr Länderspielen vor. Franziska Mietzner (22) steht gegen Norwegen vor ihrem 50. Einsatz im A-Team. Bisher hat die Rechtshänderin, die 2008 mit Nadja Nadgornaja die U20-Weltmeisterschaft gewann, 151 Tore erzielt. Ihre Mutter Katrin Mietzner war mit 1095 Toren in 260 Länderspielen lange Jahre deutsche Rekordtorschützin.