29.11.2011 08:27 Uhr - Weltmeisterschaft - PM DHB

Luisa Schulze über Abwehrarbeit: "Ich liebe es!"

Luisa Schulze im NationaltrikotLuisa Schulze im Nationaltrikot
Quelle: Michael Heuberger
Sie wird auffallen - und dafür gibt es mehrere gute Gründe: Luisa Schulze ist mit 21 Jahren die Jüngste in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, mit 1,90 Metern die Zweitgrößte und im Abwehrzentrum sowie am gegnerischen Kreis an zentralen Stellen gefordert. Im April war sie noch als Vertreterin für Anne Müller und Anja Althaus eingeladen worden - am gestrigen Montag reiste die Sächsin in einem Team mit den beiden etablierten Kreisläuferinnen zur Weltmeisterschaft nach Brasilien.

"Dass es so schnell geht, hätte ich nie gedacht", sagt Luisa Schulze, die auf dreizehn Länderspiele und elf Tore im Nationaltrikot blickt. "Ich bin glücklich und aufgeregt, und ich gehe mit riesiger Vorfreude an die Aufgabe." Sowohl beim HC Leipzig als auch im A-Team steht sie in der Abwehr ihre Frau. Dass sie in der Defensive Klasse besitzt, ist seit 2009 bekannt: Mit den DHB-Juniorinnen stieß sie in Ungarn bis ins Halbfinale der U19-Europameisterschaft vor - und war als beste Abwehrspielerin des Turniers die einzige Deutsche im All-Star-Team.

"Die Abwehr wird oft nicht so hervorgehoben, aber darauf müsste viel mehr Wert gelegt werden", sagt Luisa Schulze. "Ich mache es nicht nur gern, ich liebe es. Und ich denke, dass ich da wichtig für die Mannschaft sein kann." Bundestrainer Heine Jensen hat die große Kreisläuferin bereits in seiner Leipziger Zeit begleitet und aus der Jugend in die Bundesliga geholt. "Luisa hat sich toll entwickelt. Sie hat vor allem gezeigt, dass sie in der Abwehr schon sehr weit ist. Auch im Angriff kommt sie mehr und mehr nach vorn", sagt der 34-jährige Däne.

"Es wird sehr spannend, ihren weiteren Weg zu verfolgen. Luisa verfügt mit 21 Jahren bereits über sehr viel internationale Erfahrung." Mit dem HCL bewährte sie sich schon in der Champions League. Auf dem Weg dorthin hat sie hart gearbeitet. "Die Abwehr war der Einstieg beim HC Leipzig, dadurch habe ich mich gut entwickelt, aber anfangs gab es noch viele Defizite", sagt Luisa Schulze. Inzwischen ist sie schnell auf den Füßen, "ich habe da mit Extraprogrammen viel getan". Und allein mit ihrer Größe kann sie am gegnerischen Kreis eine wertvolle Ergänzung zu Anne Müller und Anja Althaus sein.

In diesem Sommer beendete sie zudem ihre Schulzeit mit dem Abitur. Zurzeit konzentriert sie sich voll auf den Sport. "Bis jetzt habe ich da alles richtig gemacht", sagt Luisa Schulze. Im neuen Jahr geht es dann an die weitere berufliche Orientierung. Jetzt steht die Weltmeisterschaft in Brasilien auf dem Programm. "Wir haben Top-Spielerinnen und eine Top-Mannschaft. Die WM ist für uns die Gelegenheit, uns mit den Besten zu messen", sagt Luisa Schulze. "Wenn wir geben, was wir können, können wir gut mithalten. Wir sollten das Turnier daher mit Selbstbewusstsein angehen."