25.11.2011 13:10 Uhr - Weltmeisterschaft - chs/dhb

Deutschlands WM-Aufgebot steht - Keine Veränderungen

Das deutsche Team will auch in Brasilien jubelnDas deutsche Team will auch in Brasilien jubeln
Quelle: Michael Heuberger
Die Phase der WM-Vorbereitung auf europäischem Boden ist abgeschlossen. Jensen war vor einer Woche mit 16 Spielerinnen in den Møbelringen-Cup und das Testspiel gegen Dänemark gegangen. Torfrau Clara Woltering und Kreisläuferin Anja Althaus meldeten sich nach leichten Blessuren am Dienstag gegen Dänemark zurück, sodass das DHB-Team in unveränderter Formation zur WM reisen wird.

„Wir haben in der vergangenen Woche richtig gut gearbeitet und sind auf einem guten Weg”, sagte Bundestrainer Heine Jensen mit Blick auf das Unentschieden gegen Dänemark, sowie die drei Partien in Norwegen. Das deutsche Team präsentierte sich vor allem in der Defensivarbeit und von der Einstellung her in einer Topverfassung. In jeder der vier Partien steckte die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes auch Rückschläge zurück und weist mit zwei Siegen, einem Remis und einer Niederlage eine positive Bilanz auf. „Wir können - wenn wir zurückliegen - immer wiederkommen”, erklärte Deutschlands Handballerin des Jahres Clara Woltering.

Zu stark erwies sich in den bisherigen Tests allenfalls Europameister Norwegen, das vor heimischer Kulisse in der Schlussphase abgeklärter war und Deutschland eine 24:27-Niederlage beibrachte. Allerdings bilden bei den Skandinavierinnen die beiden Top-Teams Larvik HK und Byasen Trondheim große Blöcke, in der DHB-Auswahl kommen die sechzehn Spielerinnen aus insgesamt zehn Vereinen, nur ein Viertel spielt für ausländische Klubs. Das Gros kommt dieses Mal aus Leipzig (4) und Buxtehude (3).

Es folgten zwei Siege über den Vizeeuropameister Schweden und den WM-Vierten Spanien, die Deutschland beim prestigeträchtigen Turnier den zweiten Rang einbrachten. Im letzten Vorbereitungsspiel konnte das DHB-Team am Dienstag dem EM-Vierten Dänemark in der Schlussphase noch ein Unentschieden abringen. Schwankungen resultierten vor allem in der Offensive aus einer noch mangelnden Chancenverwertung und einer hohen Fehlerzahl.

„Wir müssen ganz klar die Fehler im Angriff abstellen. Da haben wir uns das Leben selbst schwergemacht”, forderte Katja Schülke nach dem Møbelringen-Cup. Ähnliche Worte fand auch Sabrina Richter nach dem Dänemark-Spiel: „Technische Fehler, schlechte Pässe, viele Fehlwürfe - wenn wir die abstellen, kann die WM kommen.” Ihre Schokoladenseite haben die Deutschen hingegen in der Abteilung und zwischen den Pfosten, wo alle eingesetzten Torhüterinnen starke Leistungen zeigten.

Nach zuletzt zwei Trainingstagen in Vejle steht der deutschen Frauen-Nationalmannschaft noch ein freies Wochenende bevor. Am späten Montagnachmittag trifft sich das Team dann am Flughafen Frankfurt wieder und fliegt um 20:05 Uhr nach Sao Paulo. Das Ziel: die Weltmeisterschaft in Brasilien, verbunden mit dem Kampf um den Verbleib in der Olympia-Qualifikation. Die erste Aufgabe in der Vorrunde: Spiel gegen Olympiasieger und Rekord-Europameister Norwegen (Anwurf in Santos um 20:15 Uhr deutscher Zeit, live bei Sport1).

„Jetzt freuen wir uns auf die WM, müssen uns aber auch in Santos weiter konzentriert auf das Turnier vorbereiten. Unser Timing muss noch besser werden”, fordert Heine Jensen. Um die Chance auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London zu wahren, muss sich das DHB-Team bei den Weltmeisterschaften für das Viertelfinale qualifizieren. In der Vorrunde heißen die weiteren Gegner Montenegro, China, Island und Angola. Als mögliche Achtelfinale kommen Russland, Korea, Spanien, Niederlande, Kasachstan und Australien in Frage.

Im Auftaktspiel der WM gegen Norwegen wird es wahrscheinlich zwei Jubiläen geben: Torfrau Sabine Englert, die an diesem Sonntag ihren 30. Geburtstag feiert, kann ihr 200. Länderspiel bestreiten, Franziska Mietzner (Rückraum links) steht vor ihrem 50. Einsatz. Spielmacherin Anna Loerper hatte beim Vorbereitungsturnier in Norwegen gegen Spanien ihren 150. Auftritt im DHB-Dress. Im Schnitt kommen die 16 Spielerinnen, die die Reise nach Südamerika antreten über die Erfahrung von 96,5 Länderspielen. Stefanie Melbeck ist mit 210 Einsätzen die erfahrenste Kraft, Katja Langkeit lief bislang zehnmal für die Auswahl des DHB auf.

Das deutsche WM-Aufgebot:

Sabine Englert (FC Midtjylland/DEN, 199 Länderspiele/2 Tore)
Katja Schülke (HC Leipzig, 65/0)
Clara Woltering (Buducnost Podgorica/MNE, 126/0)

Isabell Klein (Buxtehuder SV, 43/64)
Natalie Augsburg (HC Leipzig, 26/41)
Sabrina Richter (HSG Blomberg-Lippe, 140/328)
Luisa Schulze (HC Leipzig, 13/11)
Franziska Mietzner (Frankfurter HC, 49/151)
Anna Loerper (Team Tvis Holstebro/DEN, 151/276)
Kerstin Wohlbold (Thüringer HC, 14/36)
Katja Langkeit (Buxtehuder SV, 10/16)
Stefanie Melbeck (Buxtehuder SV, 210/444)
Anne Müller (HC Leipzig, 119/160)
Nadine Krause (TSV Bayer 04 Leverkusen, 181/731)
Nadja Nadgornaja (Thüringer HC, 15/44)
Anja Althaus (Viborg HK/DEN, 184/405)