16.11.2011 22:21 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm, VfL Oldenburg

Leverkusen tauscht Platz mit Oldenburg

Julia Wenzl nach dem BandencrashJulia Wenzl nach dem Bandencrash
Quelle: Heinz Zaunbrecher
Die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg haben ihr letztes Spiel im Jahr 2011 verloren. Bei Bayer Leverkusen kassierte das Team von Trainer Leszek Krowicki am heutigen Mittwochabend (16.11.2011) im Verfolgerduell eine 26:31 (12:14)-Niederlage und rutschte mit 11:7 Zählern auf Rang fünf ab. Bayer Leverkusen (11:5 Punkte) darf das Weihnachtsfest als Tabellenvierter feiern. Nach der nun folgenden WM in Brasilien vom 3. bis zum 18. Dezember treten die Oldenburgerinnen erst wieder am 4. Januar an, spielen dann bei der HSG Bad Wildungen. Bayer Leverkusen empfängt den selben Gegner bereits am 30. Dezember.

Bis zur Pause führte Leverkusen oft, Oldenburg aber nie. Allerdings ließen sich die Gäste auch nicht abschütteln und egalisierten mehrfach einen Drei-Tore-Rückstand. So führten die „Elfen“ 8:5 (14.), 11:8 (19.) und 13:10 (27.). Der VfL glich zum 8:8 (16.) aus und kam auf 10:11 (22.) sowie 12:13 (29.) heran. Lois Abbinghs fünften verwandelten Siebenmeter in der ersten Hälfte beantwortete aber Denisa Glankovicova im Gegenzug mit ihrem vierten Treffer zum 14:12.

Oldenburg begann überraschend mit Lois Abbingh als Spielmacherin. Die Gefahr aus dem VfL-Rückraum aber unterbanden die Gastgeberinnen mit einer wirkungsvollen 5-1-Deckung, in der die starke Franziska Garcia Almendaris als Vorgezogene wirkte. Der VfL vertraute zunächst auf eine 6-0-Formation. Nach der Auszeit beim Stand von 11:8 für die Elfen änderte VfL-Coach Leszek Krowicki allerdings sein System.

Als Spitze der 5-1-Abwehr gewann Julia Wenzl in der Folge immerhin drei Bälle. Bei einer Rettungstat rutschte Wenzl in eine Werbebande. Die Bande zerbrach, die Oldenburger Rückraumspielerin blieb heil. Bei allem Einsatz stimmte allerdings das Wurfbild bei den Gästen nicht. Bis zur Pause traf der VfL bei drei Gegenstößen nur den Pfosten. Mit neun Paraden bewies Valentyna Salamakha ihr Können, allerdings hatte Leverkusens Torfrau bei einer Reihe halbhoher Würfe nur wenig Mühe.

In der zweiten Hälfte baute Bayer seinen Vorsprung zunächst langsam aus (18:14/37.). Doch wieder hielt der VfL dagegen, kam auf 16:18 (40.) heran und feierte nach Laura van der Heijdens 19:19 (42.) den ersten Ausgleich seit dem 8:8 (16.). Zur Führung reichte es aber nicht. Im Gegenteil: Nach Abbinghs 22:23 (49.) per Durchbruch gelangen Leverkusen drei Tore in Serie. Beim Stand von 22:26 (54.) nahm Krowicki seine zweite Auszeit. Doch die „Elfen“ ließen sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. Mit dem 29:24 und ihrem fünften Tor entschied Aufbauspielerin Anne Jochin etwas mehr als drei Minuten vor Schluss die Partie.

Der von etwa Anhängern unterstützte VfL scheiterte, weil er zu viele Fehlpässe produzierte – allein sieben im zweiten Durchgang –, weil die Würfe aus der zweiten Reihe zu oft im Leverkusener Block hängen blieben und weil die Abwehr zu viele Lücken ließ. Auch eine starke Tess Wester im Oldenburger Tor – neben guten Paraden zeigte sie auch einige schöne Pässe – konnte nicht entscheidend helfen.

"Die bessere Mannschaft hat gewonnen", sagte Krowicki nach der Partie: "Wir waren nicht aggressiv genug für einen Gegner wie Leverkusen. Dazu wirkten wir phasenweise im Angriff fast machtlos." Allerdings erwartet Krowicki noch eine "interessante Saison", die Spitze sei eng zusammen: "Und wir gehören dazu."

Bayer-Trainerin Renate Wolf sprach von einem "immens wichtigen moralischen Sieg" gegen einen "Gegner auf Augenhöhe". Wolf lobte die "aggressiven Abwehr", aus der ihre Mannschaft ein gutes Tempospiel aufgezogen habe. "Ganz wichtig auch die gute Leistung unserer Torfrau Valentyna Salamakha, die der Deckung zusätzlich Stabilität verliehen hat." Ein Sonderlob erhielt zudem Franziska Garcia Almendaris: "Sie hat Akzente gesetzt und das Rückraumspiel Oldenburgs als Vorgezogene enorm gestört."