04.11.2011 17:10 Uhr - 2. Bundesliga - chs

Hanna Vietz: "Für uns kann es nur besser werden"

Hanna VietzHanna Vietz
Quelle: Borussia Dortmund
An das erste Bundesligator kann sich Hanna Vietz noch ganz genau erinnern. „Das war gegen Dortmund“, so die Borussin rückblickend. „Ein spektakulärer Dreher im Fallen. Aber einfache Tore waren noch nie mein Ding“, so Vietz mit einem Augenzwinkern. „Bei den Zuschauern kommt meine Art zu spielen gut an. Die wollen natürlich auch Tricks sehen, auch wenn die Trainer wollen, dass man das Spiel zunächst durchzieht.“ Damals stand sie noch im Kader von Bayer Leverkusen, hatte sich mit kämpferischem Einsatz vom Regionalligateam ins das Aufgebot gekämpft. „Ich habe in Leverkusen gelernt, dass man sich nie hängen lassen darf und dass man sich sofern man ein Stückchen erreicht hat, nicht ausruhen darf“, so die 24-Jährige, die sich im täglichen Training mit den zahlreichen Nationalspielerinnen stetig weiter entwickelt hat.

Vor Beginn der letzten Saison wechselte sie dann ins Ruhrgebiet – vom Pokalsieger in die zweite Liga. „Das ist eine andere Mannschaft. Die Spanne reicht von Nationalspielerinnen bis hin zu Neulingen“, fasst Vietz den Kader der Borussinnen zusammen und freut sich über ihre Rolle im Team. „Es ist spannend auch zu merken, dass ich hier eine Führungsrolle mit übernehmen muss.“ Dank ihres ersten Trainers Heinz Trienekens hat die Kempenerin dem Handball den Vorzug gegenüber dem Fußball gegeben. Das Talent für den großen Ball hat ihr beim Heimatverein Kempen den Spitznamen „Fuppes“ eingebracht und auch jetzt zehrt sie von den damals erworbenenen Talenten. „Beim Fußball zu Beginn des Trainings werde ich schon als eine der ersten gewählt“, verrät die angehende Polizistin.

„Hanna war von Anfang an eine Spielerin, welche ein ganz klares Ziel vor Augen hatte. Im Jugendbereich brauchte sie ab und zu mal einen Schub in die richtige Richtung, aber dann hatte auch sie ihren eigenen Weg gefunden“, so ihr Jugendtrainer René Baude. Diese „Schübe in die richtige Richtung“ ziehen sich wie ein roter Faden durch die Karriere und waren auch dafür verantwortlich, dass sich Vietz nun auf der Kreisläuferposition heimisch fühlt. Gespielt hat die 24-Jährige nämlich schon auf nahezu allen Positionen. „Angefangen habe ich im Tor. Später habe ich dann zunächst im Rückraum gespielt, doch dazu war ich irgendwann zu klein. Beim WHV-Lehrgang sollte ich als Außenspielerin gesichtet werden, doch Klaus Lübke hat mich als geborene Kreisläuferin ausgemacht“, verrät Vietz über ihren bisherigen Werdegang auf dem Handballfeld.

In Leverkusen wurde sie zunächst von den beiden ehemaligen Nationalspielerinnen Meike Neitsch und Renate Wolf trainiert, im letzten Jahr dann von der Dortmunder Trainerikone Gustl Wilke, der sich jedoch in den Ruhestand verabschiedete und nun den Platz für Alice Vogler freimachte. Die aktuelle Saison, sie bringt viel Unbekanntes. Zum ersten Mal messen sich die besten Teams der früher zweigleisigen Liga. „Für uns kann es nur besser werden“, blickt Vietz optimistisch in die Zukunft. „Die neue Liga ist für uns eher ein Vorteil. Wir müssen uns natürlich individuell, aber auch als Mannschaft weiter entwickeln. Aber wenn wir unser Spielkonzept weiter verbessern und von Verletzungen verschont bleiben, dann kann man einiges von uns erwarten.“