28.10.2011 12:16 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg

Oldenburg droht nach Derby-Niederlage Absturz ins Mittelfeld

Vier Mal in Serie gingen die Handballerinnen des VfL Oldenburg in der Bundesliga als siegreiches Team von der Platte, mit 9:3 Punkten wurden gar Träume von einer Spitzenplatzierung, einem Champions-League-Platz, laut. Nach dem 30:33 vom Mittwoch beim Buxtehuder SV aber ist der VfL wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.

In der Tabelle belegt Oldenburg noch den dritten Platz, allerdings haben gleich fünf Mannschaften weniger Minuspunkte auf dem Konto als der VfL. Der nächste Oldenburger Gegner, die HSG Blomberg-Lippe (Spiel am 6.11., 16.30 Uhr, EWE ARENA), ist dem Noch-Dritten ebenfalls auf den Fersen, hat mit 6:6 Zählern nur einen Minuspunkt weniger. Auch der letzte Gegner vor der Pause wegen der WM in Brasilien (3. bis 18. Dezember) ist schwer zu spielen: Am 16. November tritt Oldenburg bei Bayer Leverkusen an.  

Beim Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer BSV spielten die Oldenburgerinnen zwar eine dreiviertel Stunde gut mit, führten noch mit 23:21 (45.) hatten aber in der entscheidenden Phase kaum noch etwas entgegenzusetzen. Peter Görgen, der Geschäftsführer der VfL Oldenburg GmbH, äußerte sich vor allem mit Blick auf die schwache Schlussviertelstunde kritisch: „Wir haben nicht das umgesetzt, was machbar gewesen wäre.“

Was Görgen ärgert: Nicht nur am Mittwoch agierte der VfL unter seinen Möglichkeiten. Auch in den zurückliegenden Heimspielen gegen die krassen Außenseiter SVG Celle (34:30) und DJK/MJC Trier (30:25) spielte der letztjährige Vierte jenseits seiner Möglichkeiten. Dazwischen gab es den knappen 32:31-Sieg bei FA Göppingen. „Wenn wir ehrlich sind, war es das vierte Spiel, mit dem wir nicht zufrieden sein können“, sagte Görgen.

Lob teilte Görgen an die Rückraumspielerinnen Angie Geschke und Lois Abbingh sowie an Anna Badenhop („Eine Top-Leistung“) aus. Doch das sei zu wenig gewesen. Buxtehude, so der Geschäftsführer, hätte eine konzentrierte aber eher durchschnittliche Leistung gereicht, um – angeführt von den überragenden Stefanie Melbeck und Diane Lamein – zum Sieg zu kommen. 

Allerdings ist den Verantwortlichen auch klar, dass der VfL im Rückraum nicht in der besten Verfassung aufgestellt war. So kam Laura van der Heijden von der der Länderspielwoche in den Niederlanden mit einer Krankheit zurück, die sie auch im Nordderby einschränkte. „Ich bin auch unzufrieden mit diesem und den letzten Spielen“, sagte Trainer Leszek Krowicki. „Aber die Mannschaft hat gegen ein Spitzenteam mit immerhin fünf Nationalspielerinnen lange mitgehalten und gekämpft. Fehler werden immer auch vom Gegner beeinflusst.“ Der Coach habe Fortschritte gesehen, klar sei für ihn aber: „Gegen Blomberg wollen und müssen wir uns steigern.“

Nicht in Buxtehude dabei waren Jenny Winter und Birthe Barger. Der Grund liegt in der Bundesliga-Pause ab November. „Wir wollen Jenny und Birthe die Möglichkeit geben, im November und Dezember in unserer Zweiten Spielpraxis zu sammeln. Dafür müssen sie aber zweimal in der Bundesliga aussetzen“, erklärte Krowicki die Maßnahme, die er ausdrücklich nicht als Degradierung verstanden wissen wollte.