21.10.2011 14:20 Uhr - Europameisterschaft - chs/dpa/dhb

Deutsche Handballerinnen wollen zweiten Sieg einfahren

Die deutsche Auswahl konnte nach dem ersten Erfolg jubeln und will dies auch nach der Partie in AserbaidschanDie deutsche Auswahl konnte nach dem ersten Erfolg jubeln und will dies auch nach der Partie in Aserbaidschan
Quelle: Michael Heuberger
Mit unverändertem Aufgebot reist die deutsche Frauen-Handballnationalmannschaft am Freitag zum zweiten EM-Qualifikationsspiel nach Aserbaidschan. Wie beim 27:19-Sieg gegen Weißrussland am Mittwochabend in Frankfurt/Oder verzichtet Bundestrainer Heine Jensen auch in dem Spiel am Sonntag in seinem 16er-Kader auf Torfrau Clara Woltering und Linksaußen Katja Langkeit.

Beide Spielerinnen sollen angesichts der Belastungen in Bundesliga und Champions League geschont werden. Das teilte der Deutsche Handballbund (DHB) am Donnerstag mit. "Die Situation hat sich gebessert, aber ein Einsatz ist nach Rücksprache mit der medizinischen Abteilung noch nicht sinnvoll", erklärte Jensen mit Blick auf Woltering, die aufgrund von Knieproblemen in der ersten Begegnung pausieren musste. Katja Schülke sorgte mit einer glänzenden Leistung aber dafür, dass der Ausfall nicht ins Gewicht fiel. Mit Sabine Englert steht zudem noch eine weitere Torfrau von Weltklasse zur Verfügung.

Bereits am gestrigen Donnerstag absolvierte das DHB-Team eine Krafteinheit unter der Regie des norwegischen Athletiktrainers Øyvind Rønhovde. Grund genug für DHB-Sport-Manager Heiner Brand und Männer-Bundestrainer Martin Heuberger sich vor Ort Eindrücke vom Geschehen zu machen. "Es war interessant das zu beobachten". sagte Brand und ergänzte: "Einen Tag nach dem Spiel waren alle sehr einsatzbereit." Für Jensen, der auch das Fernziel Olympiateilnahme im Fokus hat, die Basis für den Erfolg. "Nur wenn wir hart arbeiten", sagt der 34-jährige Däne, "sind wir gut."

Für die Partie in Baku gegen Aserbaidschan hat Jensen eine klare Vorgabe formuliert: "Die starken Phasen aus dem Spiel gegen Weißrussland ausbauen, die Konzentration über 60 Minuten hochhalten und damit perfekt in die Qualifikation starten", sagte der Däne. "Außerdem wollen wir die Zeit auch mit Blick auf die WM in Brasilien nutzen. Jede Minute ist da für uns wertvoll." Kapitänin Isabell Klein erklärte mit Blick auf den nächsten Gegner: "Das sind absolute Exoten."

Aserbaidschan kam in Ungarn beim 19:41 förmlich unter die Räder. Nur bis zum 4:5 konnte das Team um die Leverkusenerin Valentyna Salamakha Schritt halten, dann konnte sich der EM-Zehnte dank einer aggressiven Abwehr immer deutlicher absetzen. "Das war schlechter Handball. Leider hatten wir in diesem Jahr nur sehr wenige Spiele und vor der Partie nur vier Tage Vorbereitungszeit. Die Ungarinnen haben gut gespielt, ihre Abwehr war sehr hart und damit sind wir nicht zurecht gekommen", so Trainerin Rafiga Sabanova, die angesichts der Trainerwechsel bei den anderen drei Nationen am längsten im Amt ist.

In der teaminternen Torjägerwertung liegen Yuliya Deryabina, Irana Gasimova, Yana Gornak, Rumia Khametova und Olga Pogonina mit jeweils drei Toren gleichauf. Aus dem Quintett, das allesamt bei Rekordmeister ABU Baku unter Vertrag steht, konnte jede Spielerin drei Tore erzielen. Die Regie führt auf dem Parkett Türkei-Legionärin Marina Tankaskaja, die in der vergangenen Spielzeit mit ihrem Verein Muratpasa im Finale des europäischen Challenge-Cups stand und mit 17 Toren in den beiden Finalpartien (53 insgesamt) die herausragende Spielerin der Türkinnen war.

Für die deutsche Auswahl wäre nach dem deutlichen Auftakterfolg gegen Weißrussland ein Erfolg gegen Aserbaidschan die Grundlage für einen ruhigen Verlauf der Qualifikation, in der Deutschland und Ungarn für die beiden Spitzenplätze gesetzt scheinen, die den Einzug der Endrunde bedeuten. Im direkten Duell dürfte die beiden Favoriten den Sieg unter sich ausmachen, zuvor aber darf sich keines der Teams eine Blöße bei einer der Pflichtaufgaben geben. Trotz der entfernten Aufgaben wird die Konzentration im deutschen Team daher zunächst auf den Auftritt in Aserbaidschan liegen.