21.10.2011 12:38 Uhr - Weltmeisterschaft - chs

Niederlande bangt vor WM um Visser und Groot

Maura VisserMaura Visser
Quelle: Sebastian Brauner
Für die Niederlande droht vor den anstehenden Weltmeisterschaften das "Worst-Case-Szenario". Der kommende EM-Ausrichter muss in Brasilien möglicherweise sowohl auf die Leipzigerin Maura Visser wie auch auf Nycke Groot (FC Midtjylland) verzichten.

Die Knieverletzung bei Maura Visser ist schwerer, als zunächst angenommen, eine Operation scheint - niederländischen Medien zu Folge - unausweichlich. Unklar erscheint derzeit nur der Zeitpunkt der OP. Würde der Eingriff sofort erfolgen, dann könnte die Regisseurin an den Weltmeisterschaften nicht teilnehmen. "Meine Gesundheit geht vor", erklärte Visser dem niederländischen Sender NOS, zeigt sich nur bedingt optimistisch. "Die nächsten Tage sollen genauen Aufschluss geben, ob ich bei der WM dabei sein kann oder nicht. Wenn ich nicht dabei sein kann, dann müssen andere die Lücke schließen."

Visser würde gerne das Großturnier spielen, erklärt aber auch, dass sie "mit Schmerzen im Knie nicht spielen kann" und keine Verschlimmerung riskieren will. In Leipzig würde man den Eingriff am liebsten so schnell wie möglich hinter sich bringen. "Wenn wir sofort operieren, dann fällt sie vielleicht 12 Wochen aus, wenn man wartet und die Belastung der WM hinzukommt, dann möglicherweise die ganze Saison", so Leipzigs Manager Kay-Sven Hähner, der neben Visser auch auf Karolina Kudlacz, Mette Ommundsen, Ania Rösler und Anne Ulbricht verzichten muss, gegenüber handball-world.com.

Für die Niederländer, die bei der WM einen Schritt in Richtung Olympiaqualifikation machen wollen, wäre ein Ausfall ein herber Rückschlag, zumal auch Nycke Groot über Schulterbeschwerden klagt und ebenfalls das Großturnier verpassen könnte. "Verletzungen gehören zum Handball einfach dazu", erklärt Bondscoach Henk Groener gegenüber der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. "Wenn sie passieren, dann kann man nichts dagegen machen."

Doch möglicherweise könnte auch der achte Platz bei den vergangenen Europameisterschaften bereits gereicht haben, um an den Qualifikationsturnieren für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr teilzunehmen. Dafür müssten fünf der bei der letzten EM vor den Niederländerinnen platzierten und derzeit noch nicht qualifizierten Mannschaften den Sprung ins Viertelfinale schaffen. Wird Europameister Norwegen auch Weltmeister, dann wäre Schweden als Vizeeuropameister fix qualifiziert. Dann müssten von den Nationalteams aus Rumänien, Dänemark, Frankreich, Montenegro und Russland vier Teams den Sprung in die Runde der besten Acht schaffen.